Aufgrund des Anstiegs der Erkrankungen mit Keuchhusten hat sich die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Sie hat vorab neue Impfempfehlungen herausgegeben.
Bisherige Empfehlungen
Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung für Krankheitsüberwachung und -prävention mit dem Rang einer Oberen Bundesbehörde. Die STIKO am RKI ist in Deutschland offiziell dafür zuständig, Impfempfehlungen zu erarbeiten und zu veröffentlichen.
Turnusgemäß gibt die STIKO im Juli eines jeden Jahres die aktuellen Impfempfehlungen heraus. Insofern ist die Veröffentlichung neuer Empfehlungen zur Impfung im Januar eine Ausnahme vom üblichen Vorgehen.
Der im Juli 2005 veröffentlichte - und jetzt bezüglich Keuchhusten (medizinisch: Pertussis) nicht mehr gültige - Impfkalender der STIKO empfahl insgesamt fünf Impfungen. Diese sollten nach dem folgenden Schema verabreicht werden:
- Drei Impfungen im Alter von 2 bis 4 Monaten in jeweils vierwöchigem Abstand.
- Eine vierte Impfung im Alter von 11 bis 14 Monaten, mindestens ein halbes Jahr nach der dritten, um die Grundimmunisierung abzuschließen.
- Die fünfte als Auffrisch-Impfung im Alter von 9 - 17 Jahren.
Die gebräuchlichen Impfstoffe gegen Pertussis sind so genannte azelluläre Impfstoffe. Das bedeutet, dass sie nicht die ganze Zelle des Erregers enthalten (auch nicht in abgetöteter Form), sondern nur einzelne Zellbestandteile.