Masern wieder auf dem Vormarsch
In Deutschland ist die Zahl der Masernerkrankungen in den letzten drei Jahren deutlich gestiegen. Waren es im Jahr 2004 nur 121 gemeldete Erkrankungen, wurden 2005 bereits 778 registriert und in diesem Jahr sogar schon mehr als 1.200 Fälle.
Anzeige
Zur aktuellen Situation
In den letzten Wochen erkrankten in Nordrhein-Westfalen, mit Zentren in Duisburg und Mönchengladbach, etwa 1.100 Menschen an Masern. Das sind etwa doppelt so viele wie auf dem gesamten amerikanischen Kontinent in den vergangenen zehn Jahren.
Etwa 160 Betroffene mussten stationär behandelt werden - davon drei wegen ernsthafter Komplikationen. Ein siebenjähriges Mädchen und ein 17jähriger Junge sind an einer Masernenzephalitis (Hirnentzündung) erkrankt, eine 26jährige Frau bekam eine Masernmeningitis (Hirnhautentzündung).
Alle drei Patienten wurden inzwischen aus den Kliniken entlassen. Das Mädchen leidet aber noch an neurologischen Störungen und niemand kann bisher sagen, ob bleibende Schäden zu befürchten sind.
Auch in Kiel wurden in den letzten Wochen 18 Fälle von Masern gemeldet, nachdem im letzten Jahr nur sechs Fälle in ganz Schleswig-Holstein auftraten. Die Gesundheitsämter im nördlichsten Bundesland rechnen mit einer weiteren Ausbreitung der Fälle.
Doch nicht nur in Deutschland gibt es derzeit besorgniserregende Meldungen von Masernfällen. Auch aus Großbritannien, Kenia und der Ukraine wird von Masern berichtet. In Nairobi wurden bislang mehr als 1.400 Erkrankungen und mindestens 14 Todesfälle registriert.
Als eine Ursache gelten die mangelnden Impfraten. Bei den Schuleingangsuntersuchungen zeigte sich 2004, dass 93,3 Prozent der Kinder die erste Masern-Impfung erhalten hatten, allerdings nur 65,7 Prozent die zweite Impfung. Angesicht der Tatsache, dass Deutschland bis zum Jahr 2010 masernfrei sein will, ist dieser Wert zu gering.
vorherige Seite
1
2
3
4
nächste Seite
Interaktive Tests
Ähnliche Artikel
|