Seltene Spätfolge
Selten, aber sehr gefährlich ist die Spätkomplikation SSPE, die Subakute Sklerosierende PanEnzephalitis, eine Entzündung des gesamten Gehirns. Die SSPE tritt fünf bis zehn Jahre nach einer Maserninfektion auf. Sie kommt zwar in Deutschland nur fünf bis zehn Mal im Jahr vor, aber sie verläuft immer tödlich.
Zuerst sind die Betroffenen verhaltensauffällig, ihre Leistungen lassen nach. Dann werden sie von epileptischen Anfällen und Muskelkrämpfen geschüttelt, bis sie ins Koma fallen, aus dem sie nicht mehr erwachen.
Bei den aktuellen Fällen in Nordrhein-Westfalen zeigte sich, dass sich fast ausschließlich Menschen mit Masern infiziert haben, die keinen oder keinen ausreichenden Impfschutz haben. Im Ausbreitungsschwerpunkt Duisburg waren nur 54 Prozent der Menschen ausreichend geimpft.
Deutschland hat sich zum Ziel der Maserneliminierung bis zum Jahr 2010 bekannt, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfolgt wird. Wichtig ist dafür eine Impfquote von mindestens 95 Prozent, die hier zu Lande noch lange nicht erreicht ist.
Auf dem Workshop des Robert-Koch-Instituts mit Experten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol am 18. und 19. Mai 2006 zur Maserneliminierung wurden daher weitergehende Maßnahmen besprochen.
Zusätzliche Anstrengungen sollen unternommen werden, um das Leiden von Kindern durch die gefährliche Masernerkrankung, die durch Impfung zu verhindern ist, zu vermeiden. Dabei gilt es vor allem, die Eltern zu informieren und Impflücken zu schließen.