Die Schilddrüse gilt als das "Gaspedal" des Körpers. Denn sie steuert mit ihren Hormonen die Geschwindigkeit des gesamten Stoffwechsels. Dafür ist sie auf eine ausreichende Zufuhr von Jod und Selen angewiesen, doch daran hapert es oft.
Klein - aber oho
Sie ist nur so groß wie eine Walnuss, aber der gesamte Stoffwechsel hängt von ihr ab: Die Schilddrüse bildet die beiden Hormone T3 (das eigentlich aktive Hormon) und T4 (seine Vorstufe) - und diese beiden Moleküle enthalten Jod.
Bekommt die Schilddrüse nicht genug von diesem Spurenelement, kann sie nicht ausreichend Hormone produzieren. Dadurch wird der Stoffwechsel auf "Sparflamme" zurückgefahren.
Anzeichen für einen solchen Mangel an Schilddrüsenhormonen sind z.B. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, depressive Verstimmung, Gewichtszunahme, blasse und trockene Haut, brüchige Nägel, sprödes Haar, schnelles Frieren und Darmträgheit.
Die Schilddrüse vergrößert sich, um den Hormonmangel auszugleichen - aber das hilft nichts, wenn der Rohstoff Jod fehlt. So wächst sie weiter, was schließlich zu einem Kropf (medizinisch: Struma) führt.
Und das ist hier zu Lande leider häufig der Fall, denn Deutschland ist Jodmangelgebiet. Die Böden enthalten nur wenig Jod, daher sind auch die Pflanzen (Getreide, Obst, Gemüse, Futterpflanzen) die darauf wachsen, jodarm.
Dasselbe gilt natürlich auch für das Fleisch der Tiere, die mit jodarmen Futter ernährt werden. Auch das Grundwasser (also unser Trinkwasser) enthält nur wenig Jod.