Nach dem Ausbruch der so genannten Schweinegrippe Ende April in Mexiko haben sich die H1N1-Viren in der ganzen Welt ausgebreitet. Im Juni hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Neue Grippe zur Pandemie erklärt.
Bislang milder Verlauf
In Deutschland gibt es mit Stand vom 10. September insgesamt 17.937 Fälle der Neuen Grippe, die dem
Robert-Koch-Institut gemeldet wurden. Als Fälle werden sowohl Personen mit einer Labordiagnose ausgewiesen als auch Erkrankte, bei denen selbst keine Labordiagnose durchgeführt wurde, die aber Kontakt zu anderen laborbestätigten Erkrankten hatten.
Die Erkrankungen sind in der Regel in Deutschland bislang mild verlaufen, wenngleich es auch hier insbesondere bei Personen mit Vorerkrankungen gefährliche Verläufe gab.
Der Anteil der autochthonen Fälle, d.h. derjenigen, die die Erkrankung in Deutschland erworben haben, hat sich in den letzten Wochen leicht erhöht. Der überwiegende Teil der übermittelten Fälle hat sich jedoch weiterhin im europäischen Ausland infiziert.
Auch die WHO hat die Pandemie bislang als moderat eingestuft. Eine Gefahr droht allerdings durch eine mögliche Mutation des Virus, das schon jetzt sehr gut von Mensch zu Mensch übertragbar ist.
Im Unterschied zu den gut charakterisierten saisonalen Influenzaviren ist die weitere Entwicklung des neuen Erregers nicht vorherzusehen, insbesondere seine Auswirkungen im Herbst und Winter zur üblichen Grippezeit.
Experten sind besorgt, weil es in der Bevölkerung kaum eine Immunität gegen das neue H1N1-Virus gibt. Befürchtet wird eine Kombination von Schweine- und Vogelviren. Für Seuchenbekämpfer wäre es ein Alptraum, wenn sich das äußerst virulente H1N1-Virus mit dem wenig ansteckenden, dafür aber extrem gefährlichen Vogelgrippe-Erreger H5N1 genetisch vermischen würde.