Enzian soll den Appetit und die Gallenproduktion anregen. Man trinkt ihn am besten eine halbe Stunde vor dem Essen. Für die Zubereitung gibt es mehrere Möglichkeiten:
Heißer Aufguss: ½ - 1 TL (ca. 1 g) zerkleinerte Wurzel mit 1 Tasse (= 150 - 250 ml) kochendem Wasser überbrühen. Für die richtige Ziehdauer gibt es unterschiedliche Angaben, sie reichen von fünf bis 15 Minuten.
Kaltauszug: 1 TL Wurzel mit ¼ l kaltem Wasser übergießen, nach 10 Stunden abseihen und vor dem Trinken auf Körpertemperatur erwärmen. Bei dieser Methode werden die Gerbstoffe nicht mit ausgelöst, der Geschmack ist nicht ganz so bitter.
Enziantinktur: 10 EL Wurzeln mit ½ l 60-prozentigen Alkohol (Apotheke) übergießen, 10 Tage ziehen lassen, dabei täglich aufschütteln; anschließend abseihen. Vor den Mahlzeiten nimmt man davon 10 - 20 Tropfen in einem Glas lauwarmem Wasser ein.
Die Tinktur verspricht Hilfe bei Völlegefühl, Magendrücken oder Aufstoßen - typische Beschwerden einer gestörten Fettverdauung. Auch bei Übelkeit kann man sie (in der gleichen Dosierung) einnehmen.
Manchmal findet sich auch der Ratschlag, die Tinktur bei leichtem Kopfschmerz in die Schläfen zu reiben.
Abkochung zur äußerlichen Anwendung: 1 EL Wurzeln mit ¼ l heißem Wasser 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bei unreiner Haut soll man die betroffenen Stellen damit täglich betupfen oder waschen, den Sud 5 Minuten einwirken lassen und danach mit lauwarmem Wasser abspülen.