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Laktose-Intoleranz - wenn die Milch krank macht

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Auch dies kann passieren

Eine ausgesprochen seltene Form des primären Laktasemangels geht mit einem kompletten Aktivitätsverlust der Laktase unmittelbar nach der Geburt einher. Die Säuglinge leiden unter schweren wässrigen Durchfällen, Austrocknung und Unterernährung.
Hier muss eine strikte milchzuckerfreie Diät eingehalten werden, da schon kleinste Mengen Milchzucker schwerwiegende Entwicklungsschäden für das Neugeborene nach sich ziehen können.
Der sekundäre Laktasemangel ist nicht genetisch bedingt, sondern entsteht infolge bestimmter Erkrankungen. Der Enzymmangel kann z.B. durch Dünndarmerkrankungen wie Zöliakie, Morbus Crohn oder bakterielle Infektionen auftreten.
Auch nach Magen-Darm-Operationen oder durch die längere Einnahme von Antibiotika kann ein Enzymmangel hervorgerufen werden. Nach Behandlung der Grunderkrankung kann sich der sekundäre Laktasemangel wieder zurückbilden.
In Deutschland leiden etwa zehn Prozent unter der Laktose-Intoleranz, in Italien sind es 70 Prozent, in Schweden aber nur ein Prozent der Bevölkerung. Diese Unterschiede sind evolutionsgeschichtlich zu sehen, da die Laktose-Intoleranz eigentlich der Normalzustand ist.
Da es Milch in früheren Zeiten der Menschheitsgeschichte nur in Form von Muttermilch gab, wurde Laktase nur während der ersten Lebensmonate benötigt. Mit dem Sesshaft werden und der Viehzucht bekam Milch als Nahrungsquelle zunehmende Bedeutung. Dadurch wurde die Fähigkeit, Laktase dauerhaft zu produzieren, immer weiter vererbt.
IFEMEDI, Institut für ernährungsmedizinische Information Aktualisierung: 15.01.2010
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