Auch Fruchtsäfte problematisch
Der Stoffwechsel- und Ernährungsexperte Berthold Koletzko vom Uniklinikum München muss beiden Streitparteien Recht geben. "Es stimmt, dass die Ursachen beider Krankheiten komplex sind. Der Zuckerkonsum alleine macht nicht zuckerkrank und bringt auch niemanden um.
Allerdings steigt bei regelmäßigem Verzehr das Risiko für Übergewicht, das sehr wohl zentraler Risikofaktor für das metabolisches Syndrom, für Diabetes und erhöhte Blutfettwerte sowie auch für koronare Herzkrankheiten ist", so der Mediziner.
Besonders problematisch sei regelmäßiges Trinken von Softdrinks, aber auch von Fruchtsäften. "Beide sind sehr kalorienhaltig, machen aber nicht satt, da sie den Magen viel schneller verlassen als feste Nahrung. Mitunter steigt beim Trinken saurer Säfte der Appetit sogar", so Koletzko.
Ein besonderes Problem sei, dass auch in Europa die Getränke-Portionsgrößen im Supermarkt und Fastfood-Restaurants stark zugenommen haben.
"Ein Kind oder Jugendlicher trinkt einen Becher meist aus, egal wie groß er ist. Es ist jedoch riskant, Kinder von Klein auf an solche Zuckerbomben zu gewöhnen." Ähnlich würden Fruchtsäfte immer mehr als Obstersatz herangezogen.