Menschen mit Schizophrenie erkranken sechs Mal wahrscheinlicher an Epilepsie als Nicht-Schizophrene. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des China Medical University Hospital in Taiwan.
Datenbank-Analyse durchgeführt
Das Team um I-Ching Chou schreibt in "Epilepsia", dass dafür genetische, neurobiologische oder umweltbedingte Faktoren verantwortlich sein könnten. Epilepsie-Experten halten die Studienergebnisse für sehr interessant und überzeugend.
Die Forscher werteten die Daten von rund 16.000 Patienten mit Epilepsie und Schizophrenie für den Zeitraum 1999 bis 2008 aus. Basis waren die Daten der Taiwan National Health Insurance Datenbank.
Insgesamt wurden 5.195 Patienten mit Schizophrenie und 11.527 Patienten mit Epilepsie identifiziert. Bei diesen Personen wurde während der Laufzeit der Studie eine entsprechende Diagnose gestellt.
Diese Patientengruppen wurden mit Gruppen gleichen Geschlechts und Alters verglichen, die an keiner der beiden Krankheiten litten. Frühere Studien hatten eine Verbreitung von Psychosen bei Epilepsiepatienten nahegelegt.
Die aktuellen Studienergebnisse zeigen, dass Epilepsie mit einer Häufigkeit von 6,99 pro 1.000 Personenjahre bei den Patienten mit Schizophrenie auftrat. In der Kontrollgruppe lag dieser Wert bei nur 1,19.
Schizophrenie trat mit einer Häufigkeit von 3,53 pro 1.000 Personenjahre bei Epilepsie-Patienten auf. Die Kontrollgruppe wies einen Wert von 0,46 auf.
Die Studie ergab auch, dass Schizophrenie etwas häufiger bei Männern mit Epilepsie auftritt als bei Frauen, die an dieser Krankheit leiden. I-Ching Chou erklärt, dass diese Studienergebnisse zeigen, dass es in beide Richtungen einen starken Zusammenhang zwischen Schizophrenie und Epilepsie gibt.
"Verantwortlich dafür könnten die gemeinsame Pathogenese dieser Krankheiten wie eine genetische Anfälligkeit oder Umweltfaktoren sein. Diese pathologischen Mechanismen müssen jedoch erst genauer erforscht werden." (pte)