Biologisch aktive Inhaltsstoffe
Regelmäßig wurden die freiwilligen Studienteilnehmer auf ihre Blutwerte untersucht, wobei unter anderem die Gaschromatographie und Massenspektrometrie zum Einsatz kamen.
"Während mittlerer Kaffeekonsum keine Auswirkungen zeigte, verbesserte sich beim hohen Konsum das Lipidprofil, das Ausschlag für das Herzinfarkt-Risiko gibt, sowie bestimmte Marker für Inflammation und oxidativen Stress", so Herder.
Negative Auswirkungen habe man keine festgestellt. Wenn die Studie auch unter anderem von der Kaffeeindustrie unterstützt wurde, hätte diese auf die Ergebnisse keinen Einfluss genommen, versichert der Forscher.
Ungeklärt bleibt weiterhin, was genau im Kaffee so positiv wirkt. "Wir konnten eine Reihe von biologisch aktiven Inhaltsstoffen messen, unter anderem Polyphenole. Einen mechanistischen Zusammenhang kann man aber mit diesem Studiendesign nicht zeigen", so der Düsseldorfer Diabetes-Forscher.
Die Ergebnisse würden Aussagen allein für koffeinhaltigen Filterkaffee liefern, außerdem auch nur für Menschen mit Übergewicht. Eine weitere Einschränkung der Studie sei, dass der Blutdruck nicht gemessen wurde.
Nicht zu vergessen ist allerdings, dass Kaffee süchtig macht und bei Entzug etwa Kopfweh, Lustlosigkeit und Müdigkeit bereiten kann. Der Blutdruck dürfte letztlich doch eine Rolle spielen, da Koffein die Blutgefäße verengt, was die Blutversorgung verschlechtert.
Auch Schlafstörungen, Angstzustände und Magenversäuerung sind bei manchen Menschen infolge von Kaffeekonsum zu beobachten. Mediziner bezeichnen jedoch bis zu vier Tassen Kaffee pro Tag im Allgemeinen als unbedenklich. (pte)