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Selen - unterschätztes Spurenelement

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Selen und Schilddrüse

Wenn von der Schilddrüse die Rede ist, denken die meisten Menschen nur an Jod. Das ist nicht falsch, denn Jod ist der wichtigste Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Diese steuern die Geschwindigkeit aller Stoffwechselvorgänge.
Doch auch Selen ist für die Funktion der Schilddrüse unverzichtbar. Es ist Bestandteil verschiedener Enzyme, durch die die Schilddrüsenhormone aktiviert oder deaktiviert werden.
Bei einem Selenmangel kann es zu Schilddrüsenproblemen kommen, obwohl der Körper gut mit Jod versorgt ist. Zudem schützt Selen die Schilddrüse vor Freien Radikalen, die im Schilddrüsenstoffwechsel entstehen, und es dämpft entzündliche Schilddrüsenerkrankungen.
Ein besonderer Fall ist die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung, die vom Arzt festgestellt werden kann. Eine Versorgung mit hoch dosiertem Selen (200 - 300 µg pro Tag) kann hier die Entzündungsaktivität vermindern und das Befinden der Patienten verbessern.
Der Selenbedarf von Gesunden kann nur geschätzt werden. Die Wissenschaft gibt ihn mit 30 - 70 µg pro Tag an. Bei verstärkter Belastung mit Freien Radikalen kann der Bedarf höher liegen, dann sollte man auf entsprechende Präparate aus der Apotheke zurückgreifen.
Allerdings ist eine Überversorgung mit Selen auch ungesund. Über einen längeren Zeitraum gilt eine Zufuhr von bis zu 400 µg pro Tag als vertretbar. Warnsignale für eine Überdosierung sind z.B. knoblauch-artiger Mundgeruch, Haarausfall, Übelkeit und Müdigkeit.
IFEMEDI, Institut für ernährungsmedizinische Information Aktualisierung: 28.05.2010
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