Selen - unterschätztes Spurenelement
Eine schlechte Versorgung mit Selen ist in Deutschland relativ häufig anzutreffen. Dabei ist das Spurenelement lebenswichtig. Es erfüllt z.B. entscheidende Funktionen in der Abwehr von schädlichen Umwelteinflüssen und für die Schilddrüse.
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Selenmangel in Deutschland
Die Böden sind hier zu Lande selenarm, weil sie während der Eiszeit regelrecht ausgewaschen wurden. Das bedeutet: Alles Obst, Gemüse und Getreide, das auf diesen Böden angebaut wird, ist ebenfalls selenarm.
Und auch das Fleisch von Nutztieren, die auf diesen Böden weiden bzw. mit inländischen Futtermitteln ernährt werden, ist selenarm. Daher gilt Deutschland als Selenmangelgebiet.
Das zeigt sich auch in Ernährungsstudien. Mehr als 90 Prozent der Deutschen erreichen mit ihrer täglichen Kost nicht die Menge an Selen, die als Minimum von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen wird.
Selen zählt, chemisch gesehen, zu den "unedlen" Halbmetallen. Es kommt in der Natur meist als Selenid vor.
Der schwedische Chemiker Jöns Jakob Berzelius entdeckte Selen in den Abfallprodukten der Schwefelsäureherstellung. Er benannte es nach dem griechischen Wort für Mond.
Selen galt lange als schädlicher Stoff, weil hohe Dosen von Selen tatsächlich giftig wirken. Erst in den 1950er Jahren erkannte man, dass es in geringen Mengen lebensnotwendig für den Menschen ist.
In der chinesischen Provinz Keshan waren schwere Herzmuskelentzündungen weit verbreitet ("Keshan-Krankheit"). Die Gegend gilt als extremes Selenmangelgebiet. Durch die Zugabe von Selen zur Nahrung konnte die Krankheit deutlich zurückgedrängt werden.
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