Feilen und Lackieren
Zu den bewährten Antipilzwirkstoffen zählt Ciclopirox. Er stammt aus der Gruppe der Hydroxypyridinonderivate und wird hauptsächlich in der lokalen Behandlung von Nagelpilz eingesetzt.
Ciclopirox hat ein breites Wirkspektrum, ist fungizid (pilztötend) gegen Dermatophyten, Hefen und Schimmelpilze. Damit deckt der Wirkstoff die gesamte Bandbreite möglicher Erreger von Nagelpilzerkrankungen ab.
Hervorzuheben ist, dass Ciclopirox nicht nur gegen die Pilze selbst, sondern auch gegen deren Sporen wirksam ist. Zudem hat es eine entzündungshemmende und eine breite antibakterielle Wirkung. Diese ist wichtig, um bakteriellen Folgeinfektionen, die bei Nagelpilz nicht selten sind, vorzubeugen.
Vor der Anwendung des ciclopiroxhaltigen Nagellacks sollte so viel wie möglich vom befallenen Nagel mit einer Schere und durch Feilen entfernt werden. Da das Keratin der Nägel sehr dicht und nur schwer durchlässig für aufgetragene Substanzen ist, ist es sinnvoll, die Nagelplatte von oben möglichst weit abzufeilen.
Das macht den Nagel entsprechend dünner und erleichtert das Eindringen des Wirkstoffs. Dieser wird in einer dünnen Schicht auf den Nagel aufgetragen - sinnvoll ist eine Anwendung als Nagellack, der schneller trocknet als beispielsweise Salben oder Cremes.
Wasserunlöslicher Lack bietet den Vorteil, dass der Patient nach dem Eintrocknen des Lackes ohne Bedenken die Hände wachen oder sogar kosmetischen Lack über den medizinischen Nagellack auftragen kann.
Zudem schützt die Versiegelung der Nägel durch einen wasserunlöslichen Lack vor weiteren Infektionen. Darüber hinaus kann der Wirkstoff nicht durch Wasser ausgeschwemmt werden, sondern verbleibt im Nagelbett.
Vor dem jeweiligen Auftragen des Nagellacks sollten die Nägel wiederum gefeilt werden. Wichtig ist, dass dabei Einmalfeilen verwendet werden, um eine Kontamination anderer Nägel zu vermeiden.