Bei der Geräuschüberempfindlichkeit werden alltägliche Geräusche als unangenehm empfunden. Zudem können diese auch zu körperlichen Reaktionen wie Herzjagen, Blutdruckerhöhung, Schweißausbrüchen, Angst oder Unruhe führen.
Auch leise Töne können quälen
Hundegebell, Gespräche oder das Klingeln des Telefons gehören zu den Alltagsgeräuschen, die als ganz natürlich empfunden werden. Zumindest bei Menschen, die nicht unter der Hyperakusis leiden, der Geräuschüberempfindlichkeit.
Selbst mäßig laute bis leise Geräusche unterhalb von 70 dB können dann als unangenehm empfunden werden und Betroffene nicht nur nervös oder aggressiv reagieren lassen, sondern sogar Herzrasen, Bluthochdruck oder Schweißausbrüche auslösen.
Zur Einordnung: Lärm wird in der logarithmischen Einheit Dezibel (dB) angegeben. Das bedeutet, dass zehn Dezibel mehr eine Verzehnfachung der Schallenergie bedeuten, drei Dezibel mehr hingegen eine Verdoppelung.
Die Hörschwelle eines normal hörenden Menschen liegt bei 0 dB, Waldrauschen und Flüstern liegen im Bereich von 0 bis 20 dB - und sind kaum zu hören. Weckerticken, Computerventilatoren oder das Hintergrundrauschen des nächtlichen Verkehrs bringen es auf 20 bis 40 dB - und sind für viele Menschen ein Grund für Schlafstörungen.
Die normale Gesprächslautstärke sind 40 bis 60 dB, auch ein leise eingestelltes Radio bringt es auf diese Lautstärke. Ein lautes Gespräch oder das Vorbeifahren eines Autos bringen es auf 60 bis 80 dB, der Geräuschpegel eines Rasenmähers liegt bei 80 dB.
Es sind nicht die lauten Töne, die z.B. bei einem Rockkonzert oder beim Hörkontakt mit einem Presslufthammer zu Problemen führen, sondern beispielsweise der Klingelton des Handys, das Geräusch des Scanners an der Kasse des Supermarktes oder das Stimmengewirr aus dem Nachbarbüro.