Atemkontrolle und Atemspende

AtemkontrolleMund-zu-Nase-BeatmungMund-zu-Mund-Beatmung

Die Atmung versorgt den Körper mit lebenswichtigem Sauerstoff, der durch das Blut zu den Zellen transportiert wird. Das Gehirn kann bereits nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff bleibende Schäden davontragen.

Atemkontrolle

Wenn ein Verletzter ohne Bewusstsein ist, muss - nach dem Notruf oder parallel dazu - sofort die Atmung kontrolliert werden, damit bei Atem- oder Herz-Kreislauf-Stillstand keine wertvolle Zeit verloren geht.
Wenn der Verletzte nicht bei Bewusstsein ist, wird als erstes der Kopf überstreckt und der Mund leicht geöffnet. Offensichtlich erkennbare Fremdkörper (z.B. Zahnprothesen) werden entfernt, wobei möglichst Handschuhe getragen werden sollten.
Der Helfer hält seine Wange so über das Gesicht des Verletzten, dass er dessen Brust sehen kann. Der Helfer kann nun erkennen, ob der Bewusstlose atmet, durch

  • Sehen, ob sich der Brustkorb hebt und senkt.
  • Hören, ob es Atemgeräusche gibt.
  • Fühlen mit der Wange, ob es Luftbewegungen gibt.

Bei Sauerstoffmangel wird der Betroffene bläulich-blass, insbesondere an den Lippen und Ohrläppchen. 

Maßnahmen

Folgende Maßnahmen müssen bei einem Atemstillstand erfolgen:

  • Der Betroffene wird zweimal beatmet. Empfohlen wird dabei aus hygienischen Gründen die Mund-zu-Nase-Beatmung, aber die Mund-zu-Mund-Beatmung ist ebenso effektiv.
  • Die Beatmung sollte nicht anstrengend sein. Wenn sie schwer fällt, soll der Helfer die Mundhöhle des Verletzten auf Fremdkörper (z.B. Zahnprothesen, Speisereste) überprüfen. Diese müssen entfernt werden. Dabei sind, wenn möglich, Handschuhe zu tragen. Außerdem ist nochmals zu überprüfen, ob der Kopf korrekt überstreckt ist (nicht zu viel und nicht zu wenig).
  • Anschließend wird erneut auf Lebenszeichen kontrolliert: Atmung, Husten, Bewegung.

Sind diese Lebenszeichen nicht festzustellen, muss der Helfer von Herz-Kreislauf-Stillstand ausgehen und umgehend mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen.

Wie lange beatmen?

Es wird zweimal beatmet. Beginnt der Verletzte danach selbst zu atmen, wird er in die stabile Seitenlage gelegt. Bewusstsein und Atmung müssen weiterhin bis zum Eintreffen der Rettungskräfte kontrolliert werden. Sind nach zweimaligem Beatmen keine Lebenszeichen feststellbar, muss mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. 

Mund-zu-Nase-Beatmung

Bei der Mund-zu-Nase-Beatmung wird folgendermaßen vorgegangen:

  • Der Helfer kniet neben dem Kopf des Verletzten.
  • Der Helfer atmet bei weit geöffnetem Mund ein und setzt den Mund dann fest um die Nase herum auf das Gesicht des Bewusstlosen.
  • Der Helfer bläst vorsichtig Luft in die Nasenlöcher (nicht den Nasenrücken) Das Volumen sollte bei einem Erwachsenen ca. 0,7 bis 1,0 l betragen, bei Kindern weniger!. Das Einblasen sollte zwei Sekunden dauern.
  • Der Helfer hebt den Kopf an und sieht zur Seite, um das Zurücksinken von Brustkorb und Oberbauch des Betroffenen zu beobachten, gleichzeitig hört er auf entweichende Luft.
  • Dabei atmet der Helfer wieder ein und setzt gegebenenfalls die Atemspende fort.

Wichtig:
Bei der Atemspende muss der Kopf des Verletzten überstreckt werden, damit die eventuell erschlaffte Zunge nicht die Atemwege verlegen kann: Der Kopf wird mit beiden Händen vorsichtig in den Nacken geschoben. 

Mund-zu-Mund-Beatmung

Bei der Mund-zu-Mund-Beatmung wird folgendermaßen vorgegangen:

  • Der Helfer kniet neben dem Kopf des Verletzten.
  • Der Helfer verschließt mit Daumen und Zeigefinger der Hand, die auf der Stirn liegt, die Nase des Bewusstlosen.
  • Mit dem Daumen der anderen Hand wird der Mund des Bewusslosen etwas geöffnet.
  • Der Helfer atmet bei weit geöffnetem Mund ein und setzt dann den Mund fest um den Mund des Bewusstlosen herum auf dessen Gesicht.
  • Der Helfer bläst vorsichtig Luft in die Atemwege. Das Volumen sollte bei einem Erwachsenen 0,7 bis 1,0 l betragen, bei Kindern weniger!). Das Einblasen sollte zwei Sekunden dauern. Vorsicht: Bei zu hohem Druck kann Luft in den Magen gelangen - das führt möglicherweise zum Erbrechen des Verletzten!
  • Der Helfer hebt den Kopf an und sieht zur Seite, um das Zurücksinken von Brustkorb und Oberbauch des Betroffenen zu beobachten, gleichzeitig hört er auf entweichende Luft.
  • Dabei atmet der Helfer wieder ein und setzt gegebenenfalls die Atemspende fort.