Bedrohliche Blutungen

Maßnahmen zur BlutstillungBedrohliche WundenDruckverband richtig anlegen

Für einen Erwachsenen bedeutet ein Verlust von einem Liter Blut bereits Lebensgefahr, bei einem Kind liegt die gefährliche Menge deutlich niedriger!

Maßnahmen zur Blutstillung

Die Blutstillung muss immer möglichst rasch durchgeführt werden. Nahezu jede Blutung lässt sich durch ausreichend starken Druck zum Stillstand bringen.

  • Der Verletzte muss liegen.
  • Zum Aufpressen verwendet man möglichst Mullkompressen oder geöffnete Verbandpäckchen. Bei starken Blutungen hat jedoch die Blutstillung Vorrang vor dem Infektionsschutz. Zur Not darf dazu auch nicht-keimfreies Material (z.B. ein sauberes Tuch) verwendet werden.
  • Gegebenenfalls wird ein Druckverband angelegt.
  • Bei starken Blutungen kann es zum Schock kommen. Daher ist nach der Stillung der Blutung stets die Schockbekämpfung durchzuführen.
  • Notruf.

Wenn ein bereits angelegter Verband plötzlich durchblutet, legt man ein Druckpolster auf den Verband und befestigt dieses mit einer Binde.

Bedrohliche Wunden

Bei bedrohliche Blutungen an Kopf, Rumpf oder Bein wird (möglichst keimfreies) weiches Material auf die Blutungsstelle bzw. in die Wunde gepresst.
Wenn möglich, legt man einen Druckverband an, ansonsten presst man weiter auf die Wunde, bis der Rettungsdienst kommt.
Bedrohliche Blutungen am Arm

  • Als erstes wird der Arm hochgehalten (außer bei Knochenbrüchen), so dass die Blutungsstelle höher als das Herz des Verletzen liegt. Dadurch vermindert sich die Blutung.
  • Dann drückt der Helfer die Arterie am Arm ab. Sie liegt zwischen den beiden Muskeln auf der Innenseite des Oberarms (dort ist auch ein Puls zu fühlen). Wenn der rechte Arm verletzt ist, drückt der Helfer mit den vier Fingern seiner rechten Hand die Arterie gegen den Oberarmknochen, bei Blutung am linken Arm mit der linken Hand.
  • Gegebenenfalls wird ein Druckverband angelegt, am besten durch einen zweiten Helfer.

Druckverband richtig anlegen

Für einen Druckverband benötigt man neben einer Wundauflage und einem Befestigungsverband (idealerweise ein Verbandpäckchen) zusätzlich ein elastisches Druckpolster. Dazu kann man ein eingepacktes Verbandpäckchen oder eine Mullbinde verwenden. Das Druckpolster drückt auf die Venen im Bereich der Wunde und bremst so die Blutung.

  • Die Wundauflage auf die Wunde legen.
  • Die Binde zwei- bis dreimal um die Wunde wickeln, um die Wundauflage festzuhalten.
  • Das Druckpolster auf die Blutungsstelle legen.
  • Die Binde weiter um Wunde und Druckpolster wickeln, so dass die Bindengänge übereinander liegen. Es darf dabei allerdings keine Stauung entstehen.
  • Wenn der Verband weiterhin stark durchblutet, wird ein weiteres Druckpolster auf das erste Polster gelegt und mit einer Binde befestigt.

Stauung

Wenn der Rückfluss des Blutes stark vermindert oder unterbrochen ist, staut sich das Blut in dem betreffenden Körperteil. Anzeichen dafür sind: rot-blaue Verfärbungen unterhalb des Verbandes und hervortretende Venen.