Erfrierungen und Unterkühlungen

UnterkühlungErfrierungen

Erfrierungen und Unterkühlungen entstehen durch Kälteeinwirkung. Dabei ist die Unterkühlung gefährlicher, weil sie zum Kreislaufstillstand führen kann.

Unterkühlung

Sie tritt durch Kälteeinwirkung auf den gesamten Körper ein. Es besteht die Gefahr, dass die Körpertemperatur unter 30°C absinkt und dadurch ein Kreislaufstillstand eintritt. Der Körper versucht, dies durch eine verminderte Durchblutung der Haut sowie der Arme und Beine zu verhindern.
Typische Situationen, die zu Unterkühlung führen, sind:

  • Berg- und Lawinenunglück.
  • Sturz in kaltes Wasser.
  • Bespritzen mit kaltem Wasser.

Schock, nasse Kleidung, körperliche Anstrengung, aber auch zu wenig Bewegung sowie ein schlechter Allgemeinzustand können die Gefahr verstärken.
Ebenso wirken sich Vergiftungen sowie Alkohol und andere Drogen negativ aus, weil dadurch die Blutgefäße geweitet werden, was die Unterkühlung noch beschleunigt.

Anzeichen

Unterkühlungen können in zwei verschiedene Stadien unterteilt werden. Sowohl die Anzeichen, als auch die zu ergreifenden Maßnahmen unterscheiden sich hier deutlich.

Im ersten Stadium:

  • Der Betroffene ist bei Bewusstsein und erregt.
  • Er zittert, um Wärme zu produzieren.
  • Haut, Arme und Beine sind schwächer durchblutet und fühlen sich daher kälter an.

Im zweiten Stadium:

  • Der Betroffene wird unüberwindbar müde und schließlich bewusstlos.
  • Er empfindet immer weniger Schmerzen.
  • Das Zittern hört auf, stattdessen werden die Muskeln steif.
  • Die Atmung wird langsamer, es kann zu Atem- und Kreislaufstillstand kommen.

Allgemeine Maßnahmen:

  •     Man bringt den Betroffenen an einen warmen Ort.
  •     Man entfernt nasse, kalte Kleidung und hüllt den Körper in warme Decken o.ä.
  •     Notruf.

Erwärmen oder nicht?

Im zweiten Stadium darf man den Unterkühlten nicht mehr erwärmen! Bei unsachgemäßer Aufwärmung besteht Lebensgefahr. Der Betroffene kann nur unter ärztlicher Kontrolle wieder aufgewärmt werden. Der Helfer kann lediglich

  • bei Bewusstlosigkeit die stabile Seitenlage durchführen.
  • Atmung kontrollieren und gegebenenfalls die notwendigen Maßnahmen durchführen.

Im ersten Stadium dagegen kann man den Unterkühlten langsam wieder erwärmen:

  • Man gibt dem Betroffenen gut gezuckerte Getränke, z.B. Tee, zu trinken - aber auf keinen Fall Alkohol! Dieser verstärkt die Unterkühlung, weil er die Blutgefäße weitet.
  • Der Betroffene darf sich nicht bewegen und darf auch nicht bewegt oder massiert werden. Dies würde die Zirkulation von kaltem Blut zur Körpermitte hin anregen und könnte so einen Kreislaufstillstand auslösen.
  • Eventuelle Schockbekämpfung, jedoch ohne Schocklage.
  • Bewusstsein und Atmung werden ständig beobachtet.

Erfrierungen

Durch mangelnde Durchblutung in Folge von Kälteeinwirkung und eventuell zu enge Kleidung wird das Gewebe örtlich geschädigt.
Am häufigsten sind Zehen (zu enges Schuhwerk!), Finger, Ohren, Nase und Wangen betroffen.

Anzeichen:

  • Der Betroffene klagt über "Frost" in den entsprechenden Regionen.
  • Bei Erfrierungen an den Füßen hat der Betroffene das Gefühl, seine Schuhe seien zu eng.
  • Die betroffene Region ist zunächst bläulich-rot, später weiß-gelb oder weiß-grau.
  • Die betroffene Region ist zunächst weich und schmerzhaft, später hart und gefühllos.
  • Nach einer Zeit von mehr als 24 Stunden stirbt das Gewebe ab und wird schwarz, es kommt zu Blasenbildung.
  • Die Grenze zwischen erfrorenem und gesundem Gewebe ist nicht deutlich zu erkennen.

Maßnahmen bei Erfrierung

Wenn gleichzeitig zur Erfrierung eine Unterkühlung vorliegt, ist erst die Unterkühlung zu behandeln!
Folgende Maßnahmen sind bei einer Erfrierung zu treffen:

  • Notruf.
  • Eng anliegende Kleidung bzw. Schuhe öffnen.
  • Der Körper wird durch Decken o.ä. erwärmt.
  • So lange die betroffenen Stellen noch nicht hart gefroren sind, kann der Helfer sie durch seine eigene Körperwärme (z.B. in der Achselhöhle oder zwischen den Händen) aufwärmen.
  • Der Betroffene wird aufgefordert, die erfrorenen Stellen zu bewegen; der Helfer darf jedoch keinesfalls versuchen, die Stellen selbst zu bewegen.
  • Man gibt dem Betroffenen warme, gezuckerte Getränke, aber keinen Alkohol.
  • Eventuelle Blasen werden nicht geöffnet, sondern nur keimfrei bedeckt; dabei ist Druck auf die betroffene Stelle zu vermeiden.