Herz-Lungen-Wiederbelebung

Herz-Kreislauf-Stillstand | Finden des DruckbereichesHerzdruckmassageHerz-Lungen-Wiederbelebung

Ein Herz-Kreislauf-Stillstand kann z.B. durch Herzinfarkt, Sauerstoffmangel (Atemstillstand), Unfall mit elektrischem Strom, Vergiftung oder Schock ausgelöst werden. Dann muss sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden.

Herz-Kreislauf-Stillstand

Anzeichen für einen Herz-Kreislauf-Stillstand sind:

  • Bläulich-weißliche Blässe
  • Atemstillstand, der auch nach zweimaligem Beatmen bestehen bleibt.

Maßnahmen:

  • Bei Herz-Kreislauf-Stillstand ist sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beginnen. Sie wird von einem oder zwei Helfern durchgeführt.

Für die Herz-Lungen-Wiederbelebung muss der Brustkorb an der richtigen Stelle (Druckbereich) eingedrückt werden (Herzdruckmassage). Im Wechsel dazu wird der Betroffene beatmet.

Finden des Druckbereiches

Das Finden des richtigen Druckbereiches ist wichtig für die Herzdruckmassage.

  • Der Verletzte liegt auf dem Rücken und (unbedingt!) auf einer harten Unterlage. Gegebenenfalls wird er auf eine harte Unterlage gebracht.
  • Der Helfer kniet neben der Brust des Verletzten und macht den Oberkörper des Verletzten so weit frei, dass die Knochen des Brustkorbes (Rippen und Brustbein) zu ertasten sind.
  • Der Helfer fährt mit Zeige- und Mittelfinger am Rippenbogen entlang, bis er das untere Ende des Brustbeins erreicht.
  • Der tiefer (zum Unterleib hin) gelegene Finger bleibt an dieser Stelle liegen.
  • Der Helfer legt den anderen Finger (zum Kopf hin) auf das Brustbein.Der Helfer setzt den Handballen der anderen Hand neben den oberen Finger der ersten Hand in Richtung Kopf auf das Brustbein. Hier ist der Druckbereich.

Herzdruckmassage

Der Druckpunkt wird während der Herzdruckmassage nicht verändert.
Ausnahme: Wenn der Helfer glaubt, während der Herzdruckmassage Rippen oder das Brustbein gebrochen zu haben, kontrolliert er Druckpunkt, Druckrichtung (senkrecht!) sowie Druckstärke und setzt die Herzdruckmassage fort.

Ausgangsposition:

  • Der Helfer setzt einen Handballen auf den Druckbereich und den zweiten Handballen auf den Rücken der ersten Hand. Die Finger beider Hände werden nach oben gestreckt.
  • Die Arme des Helfers sind (und bleiben) gestreckt. Der Druck wird nur durch Gewichtsverlagerung des Oberkörpers ausgeübt. Es muss senkrecht nach unten gedrückt werden.

Die Druckmassage besteht aus Kompression und Entspannung, die in regelmäßigem Wechsel durchgeführt werden müssen, um das Herz des Betroffenen zu eigenem Schlagen zu animieren:

Kompression: Der Helfer drückt den Brustkorb des Betroffenen 4 bis 5 cm tief ein (bei Erwachsenen) - weniger bringt nichts.
Entspannung: Der Helfer nimmt den Druck vollständig vom Brustkorb, sodass dieser in seine normale Position zurückkehrt. Dabei bleiben die Hände auf dem Druckbereich liegen.

Herz-Lungen-Wiederbelebung

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung besteht aus Herzdruckmassage und Beatmung. Sie kann von einem Helfer alleine durchgeführt werden, besser jedoch zu zweit.

  • Die Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnt mit zwei Atemstößen, dann folgt 30 Mal Herzdruckmassage in einer Frequenz von ca. 100 pro Minute, dann wieder 2 Atemstöße usw.
  • Sind zwei Helfer anwesend, übernimmt der eine die Herzdruckmassage und der andere die Beatmung. Auch hier sollen nach je 30 Mal Herzdruckmassage 2 Atemstöße erfolgen.

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung kann beendet werden, wenn ...

  • die Atmung wieder einsetzt. Dann stabile Seitenlage durchführen.
  • der Rettungsdienst die Versorgung übernimmt.
  • ein Arzt die Beendigung anordnet.