Stabile Seitenlage

DurchführungStändige Kontrolle

Die stabile Seitenlage wird bei einem Bewusstlosen angewendet, der noch selbst atmet. Sie dient dazu, die Atmung zu erhalten, indem der Kopf überstreckt und der Mund der tiefste Punkt des Körpers ist. Erbrochenes oder Blut gelangen somit nicht in die Atemwege.

Durchführung

Die Stabile Seitenlage ist schnell, aber vorsichtig durchzuführen. Sie kann normalerweise von einem Helfer allein ausgeführt werden.
Hat der Bewusstlose jedoch ein hohes Körpergewicht oder besondere Verletzungen, empfiehlt es sich, die stabile Seitenlage zu zweit durchzuführen.
Ebenfalls empfehlenswert ist es, dass ein weiterer Helfer den Kopf bei der Drehbewegung hält und mitdreht, um Schädigungen im Bereich der Halswirbelsäule zu vermeiden.
Seit August 2006 wird in Deutschland die bis dahin gebräuchliche Methode nicht mehr empfohlen. Die hier beschriebene neue Stabile Seitenlage wird als besser angesehen:

  • Der Bewusstlose liegt mit ausgestreckten Beinen auf dem Rücken, der Helfer kniet neben dem Bewusstlosen.
  • Der Helfer legt die ihm zugewandte Hand mit der Handfläche nach oben so neben den Kopf, dass der Ellenbogen einen rechten Winkel bildet (Winkstellung).
  • Der Helfer nimmt das Handgelenk der ihm abgewandten Hand, holt den Arm über den Brustkorb und legt den Handrücken an die ihm zugewandte Wange. Der Helfer hält die Hand weiter fest.
  • Der Helfer greift den ihm abgewandten Oberschenkel in der Nähe des Knies, hebt ihn an und zieht den Bewusstlosen zu sich herüber.
  • Das Bein, an dem der Helfer gezogen hat und das jetzt oben liegt, wird so ausgerichtet, dass der Oberschenkel mit der Hüfte einen rechten Winkel bildet.
  • Der Helfer legt den Kopf des Bewusstlosen leicht in den Nacken (überstrecken) und öffnet etwas dessen Mund. Er richtet die Hand an der Wange des Bewusstlosen so aus, dass der Kopf überstreckt bleibt.
  • Der Helfer achtet darauf, dass der Mund des Bewusstlosen möglichst der tiefste Punkt des Körpers ist und bleibt.

Achtung: Bei Bewusstlosen mit besonders breiten Schultern oder kurzem Hals wird der Mund möglicherweise nicht der tiefste Punkt. Hier muss man besonders darauf achten, dass eventuell Erbrochenes auch wirklich abfließen kann.

 

Ständige Kontrolle

Der Bewusstlose liegt nun stabil auf der Seite. Er sollte möglichst zugedeckt werden.
Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte müssen immer wieder Bewusstsein und Atmung kontrolliert werden.

  • Erwacht der Betroffene vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes, sollte er trotzdem liegen bleiben. Er muss auf jeden Fall ärztlich behandelt werden.
  • Bei Atemstillstand muss der Bewusstlose sofort wieder in die Rückenlage gebracht werden, um Atemspende bzw. Herz-Kreislauf-Wiederbelebung durchführen zu können.

Diese Methode (auch als "NATO-Lage" bekannt) hat gegenüber der "alten Stabilen Seitenlage" den Vorteil, dass sie einfacher zu lernen und mit weniger Kraftaufwand auszuführen ist. Außerdem ist es einfacher, den Bewusstlosen aus der neuen Stabilen Seitelage wieder auf den Rücken zu drehen, wenn Atemspende bzw. Herz-Lungen-Wiederbelebung nötig ist. Wer die "alte Stabile Seitenlage" sicher beherrscht und mit der "neuen" unsicher ist, darf auch die alte anwenden. Sie ist auf jeden Fall besser als gar keine.