Verhalten bei Stromunfällen

Hier kommen sowohl Hochspannungsunfälle (Bahn, Überlandleitungen) als auch z.B. Unfälle durch schadhafte elektrische Geräte oder den Betrieb von Fön, Radio, Telefon in der Badewanne in Frage.

Anzeichen

Folgende Anzeichen lassen auf einen Stromunfall schließen:

  • So lange der Strom wirkt, verkrampfen sich die Muskeln des Betroffenen. Er kann dadurch unter Umständen die Stromleitung nicht mehr loslassen.
  • An den Stellen, an denen der Strom in den Körper eingetreten bzw. aus dem Körper ausgetreten ist, entstehen so genannte Strommarken: Verbrennungen mit Brandwunden.
  • Es kann zu Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und Herzflimmern kommen.

Maßnahmen

Der Ersthelfer muss bei Stromunfällen besonders auf Selbstschutz achten!
Zuallererst den Stromfluss unterbrechen:

  • Im Haushalt (220/240 Volt Wechselstrom bzw. 380/400 Volt Drehstrom) dazu den Stecker ziehen oder die Sicherung bzw. den Hauptschalter betätigen.
  • Nur wenn dies nicht möglich ist, muss versucht werden, den Betroffenen mit Hilfe nicht-leitender Gegenstände wie trockene (!) Kleidungsstücke, Decken oder Holzgegenständen von der Stromquelle zu trennen. Dabei muss der Helfer - insbesondere in feuchten Räumen wie Badezimmer oder Waschküche - darauf achten, dass er selbst auf einer isolierenden Unterlage steht und keine anderen Gegenstände berührt.
  • Bei Hochspannungsunfällen kann der Ersthelfer nur den Notruf veranlassen, da der Strom über mehrere Meter überspringen kann. Hier kann ausschließlich Fachpersonal den Betroffenen aus dem Gefahrenbereich retten. Erst danach ist weitere Hilfe möglich.

Versorgung des Betroffenen

  • Bewusstsein kontrollieren.
  • Notruf.
  • Ruhelage herstellen.
  • Versorgung des Betroffenen je nach Zustand:
    • stabile Seitenlage, wenn er bewusstlos ist, aber atmet.
    • zweimal Atemspende, wenn er nicht mehr atmet.
    • Herz-Lungen-Wiederbelebung, wenn er danach immer noch nicht atmet und sich auch nicht bewegt.
  •     Eventuelle Brandwunden versorgen.