Verätzungen

Verätzungen der HautVerätzungen im AugeVerätzungen im Verdauungstrakt

Durch Einwirkung von Säuren oder Laugen kann das betroffene Gewebe zerstört werden. Menge, Konzentration und Einwirkdauer der ätzenden Substanzen bestimmen die Stärke der Schädigung.

Verätzungen der Haut

Die Maßnahmen bei einer Verätzung unterscheiden sich, je nachdem, ob Haut, Augen oder Mund und Verdauungsorgane verätzt wurden. Der Helfer muss bei allen Maßnahmen darauf achten, sich nicht selbst zu verätzen (z.B. säurefeste Handschuhe tragen).
Auf der Haut können ätzende Substanzen tiefe Wunden verursachen. Verätzungswunden können, wie alle Wunden, durch Keime infiziert werden.

Anzeichen:

  • Die Schmerzen nehmen zu, so lange die Säure bzw. Lauge einwirkt.

Maßnahmen:

  • Alle Kleidungsstücke, auf denen sich Säure bzw. Lauge befindet, vorsichtig entfernen.
  • Der betroffene Bereich wird - im Gegensatz zu anderen Wunden - sofort unter fließendem Wasser gespült, um die ätzenden Stoffe auszuspülen bzw. zu verdünnen.
  • Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Wasser den kürzesten Weg über die Haut nimmt, um nicht weitere Hautpartien zu verätzen.
  • Ist kein fließendes Wasser vorhanden: ständig frisches Wasser verwenden.
  • Ist überhaupt kein Wasser vorhanden: die betroffene Stelle mit Wundauflagen abtupfen.
  • Dabei ist darauf zu achten, dass man die Stelle nicht direkt berührt. Jede Wundauflage ist nach einmaliger Benutzung wegzuwerfen (nicht mehrmals benutzen).
  • Anschließend wird ein keimfreier Verband angelegt.
  • Notruf.
  • Nach Möglichkeit die ätzende Substanz dem Rettungsdienst zur Identifizierung mitgeben.

Verätzungen im Auge

Ins Auge können ätzende Substanzen als Spritzer oder Staub gelangen. Das Auge ist sehr empfindlich und kann dadurch bleibend geschädigt werden. Im schlimmsten Fall kann es sogar zur Erblindung kommen.

Anzeichen:

  • Starke Schmerzen im Auge.
  • Der Betroffene kneift die Augen krampfhaft zu.

Maßnahmen:

  • Den Betroffenen auf den Boden legen und seinen Kopf zur Seite des betroffenen Auges drehen.
  • Augenspülung: Aus ca. 10 cm Höhe Wasser in den inneren Augenwinkel gießen, so dass es über den Augapfel und den äußeren Augenwinkel zu Boden fließt. Dabei das gesunde Auge vor Spritzern schützen.
  • Anschließend einen keimfreien Verband über beide Augen anlegen. Der Mensch bewegt immer beide Augen gleichzeitig. Würde man nur ein Auge verbinden, dann würde der Verletzte mit dem gesunden Auge auch das geschädigte Auge mitbewegen. Nur ein Verband über beide Augen stellt das verletzte Auge wirklich ruhig.
  • Der Betroffene ist mit verbundenen Augen hilflos und verängstigt. Er muss betreut werden.
  • Notruf.
  • Nach Möglichkeit die ätzende Substanz dem Rettungsdienst zur Identifizierung mitgeben.

Verätzungen im Verdauungstrakt

Der Betroffene hat ätzende Stoffe getrunken. Dadurch werden Mund, Speiseröhre und Magen-Darm-Trakt geschädigt. Es kann zu Schock sowie zu Durchbrüchen von Speiseröhre, Magen oder Darm in die Körperhöhlen kommen.

Anzeichen:

  • Der Betroffene hat starke Schmerzen und Schluckstörungen.
  • Der Speichelfluss ist vermehrt.
  • Die Schleimhäute zeigen Beläge, weißliche Verquellungen oder Blutungen.

Maßnahmen:

  • Auf keinen Fall zum Erbrechen bringen!
  • Dadurch würde die ätzende Substanz nochmals durch Speiseröhre sowie Mund laufen und diese ein zweites Mal verätzen.
  • Stattdessen:
  • Den Betroffenen viel Flüssigkeit, z.B. Wasser oder Tee, in kleinen Schlucken trinken lassen, um die ätzende Substanz zu verdünnen.
  • Notruf.
  • Gegebenenfalls Schockbekämpfung.
  • Nach Möglichkeit die ätzende Substanz dem Rettungsdienst zur Identifizierung mitgeben.