Verbände anlegen

PflasterstreifenMullbinde Dreiecktuch Verbandpäckchen

Ein Verband besteht aus einer keimfreien Wundauflage und ihrer Befestigung. Je nach Größe der Wunde und Art der verletzten Körperstelle werden unterschiedliche Arten von Verbandsmaterial eingesetzt. Dabei gilt generell: Die Wundauflage darf nicht berührt oder gar verschmutzt werden.

Pflasterstreifen

Mit einem Pflasterwundverband, auch als Wundschnellverband bezeichnet, können kleine, nicht stark blutende Wunden bedeckt werden.

Mögliche Anwendung: Fingerkuppenverband

Dazu schneidet man ein 8 bis 10 cm langes Stück vom Pflasterstreifen ab. In der Mitte des Pflasterstücks wird an beiden Seiten ein dreieckiges Stück aus dem Klebestreifen herausgeschnitten.
Nun legt man das Pflaster zur Hälfte auf den Finger und befestigt es mit den Klebestreifenstücken. Dann klappt man das überstehende Ende des Pflasters über die Fingerkuppe und befestigt es mit den noch freien Stücken des Klebestreifens.
In Pflastersammlungen sind zum Teil schon fertige Fingerkuppenverbände enthalten.

Wundauflage + Heftpflaster

Die Wundauflage besteht aus mehreren Lagen Mull und ist einzeln keimfrei verpackt.
Um sie nicht zu verunreinigen, fasst man sie beim Entnehmen aus der Verpackung nur mit den Fingerspitzen an einer Ecke an und legt sie sofort auf die Wunde. Dann kann sie mit Heftpflaster, Mullbinde oder Dreiecktuch befestigt werden.

Heftpflaster zum Befestigen

Es ist das einfachste Befestigungsmaterial. Man schneidet oder reißt ausreichend viele Streifen in der erforderlichen Länge von der Rolle ab und klebt sie über die Wundauflage hinweg parallel zueinander auf die Haut. 

Mullbinde

Die Mullbinde ist nicht keimfrei verpackt, darf also nur zur Befestigung einer Wundauflage verwendet, nicht jedoch direkt auf die Wunde aufgebracht werden. Das Ende der Binde wird mit Heftpflaster oder durch einen Knoten befestigt.

Mögliche Anwendung: Ellenbogenverband

Dazu ist der Arm des Verletzten im rechten Winkel gebeugt (sonst kann es bei Bewegungen des Armes zu Stauungen kommen). Man legt die Wundauflage auf die Wunde. Dann wickelt man die Binde zuerst zwei- bis dreimal um den Unterarm, dann

  • über die Wundauflage zum Oberarm
  • um den Oberarm herum
  • durch die Ellenbeuge wieder zum Unterarm
  • um den Unterarm herum.

Dies wird so oft wiederholt, bis die Wundauflage vollständig bedeckt ist. Dabei muss man darauf achten, dass keine Stauung entsteht.
Der gleiche Verband kann selbstverständlich auch am Knie angebracht werden. 

Dreiecktuch

Mit dem Dreiecktuch kann man einfache Verbände anlegen. Der abschließende Knoten darf nicht auf der Wunde liegen, ebenso nicht an einer Stelle, an der er durch Druck Schmerzen verursachen kann. Der Knoten darf nicht zu fest angezogen werden.
Mögliche Anwendung: Handverband
Die Wundauflage wird auf die Wunde gelegt. Die verletzte Hand wird so auf das Dreiecktuch gelegt, dass sie auf die Spitze des Tuches zeigt und die Fingerspitzen etwa in der Mitte des Dreiecktuches liegen. Nun wird die Spitze des Tuches über die Hand in Richtung Handgelenk geklappt. Dann werden die beiden Enden um die Hand herum zum Handgelenk gewickelt, wobei die Spitze mit eingewickelt wird. Am Handgelenk werden die beiden Enden des Tuches verknotet.

Dreiecktuch-Band

Für einige Verbände wird das Dreiecktuch zu einem Band gefaltet. Dazu legt man es z.B. auf einen Tisch oder die Oberschenkel (nicht jedoch auf den Boden) und faltet es so, dass ein ca. 5 cm breites Band entsteht.

Mögliche Anwendung: Augenverband

Dazu legt man die Wundauflage vorsichtig auf das verletzte Auge. Anschließend wird das Dreiecktuch-Band über beide Augen gelegt (damit die Augen ruhig gestellt werden) und an der Seite des Kopfes verknotet. Dabei darf kein Druck auf das verletzte Auge ausgeübt werden.

Verbandpäckchen

Ein Verbandpäckchen vereint Wundauflage sowie Mullbinde und ist damit ideal zum Verbinden. Die Wundauflage ist an der Binde befestigt. Verbandpäckchen werden in drei verschiedenen Größen hergestellt.

Anwendung:

Man holt das Päckchen aus der Verpackung und zieht es so auseinander, dass man in der einen Hand die Binde, in der anderen das Bindenende mit der Wundauflage hält.
Die Wundauflage kann nun auf die Wunde gelegt werden, ohne sie zu berühren. Dann wickelt man die Binde zwei- bis dreimal um die Wundauflage, schlägt dann das kurze Bindenende ein und wickelt die Binde weiter ab. Dabei muss man darauf achten, dass keine Stauung entsteht.
Am Ende sollte die Wundauflage völlig bedeckt sein. Das Ende der Binde wird mit Heftpflaster oder durch einen Knoten befestigt.