Verbrennungen und Verbrühungen

Löschen des brennenden VerletztenVerbrennungen im GesichtVerwendung von Feuerlöschern

Bei Verbrennungen bzw. Verbrühungen ist die Haut und auch tiefer liegendes Gewebe durch Hitze stark geschädigt. Dies kann sich auf den gesamten Organismus auswirken.

Vorsicht geboten!

Der Körper verliert bei ausgedehnten Brandwunden große Mengen an Gewebeflüssigkeit, die reich an Eiweißen und Mineralien ist. Dies kann zum Schock führen, der durch den Schmerz noch verstärkt wird.
Eine weitere Gefahr besteht in der Infektion der Brandwunden, die zu Komplikationen bei der Heilung führt. Zusätzliche Gefahren sind gegeben, wenn Flammen eingeatmet wurden, insbesondere bei Verbrennungen im Gesicht.

Anzeichen:

  • Schmerz,
  • Hautrötung und Blasenbildung bei Verbrennungen 1. und 2. Grades,
  • Gewebe ist grauweiß bis schwarz verbrannt bei Verbrennungen 3. Grades,
  • tiefer gehende Schädigungen des Gewebes bei starken Verbrennungen.

Maßnahmen ergreifen

Achtung: Die Anwendung jeglicher Art von Hausmitteln wie Salbe, Puder, Öl, Mehl ist strikt verboten!
Der Arzt muss die Wunde unbedingt unverändert sehen, um sie beurteilen und richtig behandeln zu können. Dazu müsste er die Hausmittel wieder entfernen, was für den Verletzten äußerst schmerzhaft wäre. Außerdem sind Hausmittel ein Nährboden für Erreger, die die Wunde infizieren könnten.

Löschen des brennenden Verletzten

Wenn der Verletzte brennt, muss er sofort gelöscht werden. Unter Umständen muss der Verletzte dafür "eingefangen" werden, weil er in Angst wegläuft (und damit den Brand noch mehr anfacht). Löschen mit:

  • Wasser: den Betroffenen mit Wasser übergießen oder einzelne Gliedmaßen in Wasser tauchen; nicht die ganze Person in kaltes Wasser tauchen, sonst droht ein Kälteschock.
  • Decke: eine Wolldecke um den Körper des Betroffenen legen, am Hals fest abschließen und die Decke an den Körper drücken; nicht klopfen oder schlagen. Nach dem Löschen die Decke vorsichtig von den Füßen her wegnehmen. Wenn Nachlöschen nötig: Decke wieder auflegen. Danach Kleidung des Verletzten und Decke auf glimmende Stellen untersuchen, die sich entzünden könnten.
  • Feuerlöscher: Achtung! Nicht alle Feuerlöscher sind zum Löschen brennender Personen geeignet, entsprechende Hinweise auf dem Feuerlöscher beachten. Den Feuerlöscher keinesfalls auf das Gesicht richten.

Weitere Möglichkeiten zum Löschen sind: den Betroffenen auf dem Boden wälzen oder die Flammen mit Tüchern ersticken.
Bei Verbrühungen muss die Kleidung des Betroffenen möglichst rasch entfernt werden.

Kühlung durch kaltes Wasser:

  • Gliedmaßen in Wasser tauchen oder unter fließendes Wasser halten, bis der Schmerz nachlässt (mindestens eine Viertelstunde).
  • Auch Verbrennungen am Kopf oder Rumpf werden zur Kühlung mit kaltem Wasser übergossen bzw. abgebraust. Der Verletzte darf jedoch nicht vollständig in kaltes Wasser eingetaucht werden, da sonst ein Kälteschock droht.
  • Insbesondere bei Kindern darf die Kaltwasseranwendung nicht zu lange durchgeführt werden, da es sonst zur Unterkühlung kommen kann.

Weitere Maßnahmen:

  • Schockbekämpfung.
  • Brandblasen nicht öffnen!
  • Bei Brandwunden: Bedecken mit Verbandtüchern bzw. Metallinetüchern nach der Kühlung.
  • Den Verletzten zudecken, dabei auf keinen Fall auf die verbrannten Stellen drücken.
  • Notruf.
  • Ständige Kontrolle von Bewusstsein und Atmung.

Verbrennungen im Gesicht

Insbesondere bei Gesichtsverbrennungen ist damit zu rechnen, dass der Verletzte die Flammen auch eingeatmet hat. Dadurch können die Schleimhäute von Mund, Rachen und Kehlkopf geschädigt sein. Durch das Anschwellen der Schleimhäute werden die Atemwege verengt oder ganz verlegt. Das führt zu schwerster Atemnot.

Maßnahmen:

Zusätzlich zu den allgemeinen Maßnahmen bei Verbrennungen ist bei Verbrennungen im Gesicht besonders zu beachten:

  • Kontrolle der Atmung.
  • Erleichterung der Atmung durch besondere Sitzhaltung.
  • Keine Beatmung.
  • Schockbekämpfung, allerdings ohne Schocklage.
  • Vorsicht bei der Anwendung von Wasser!
  • Brandwunden im Gesicht werden nicht bedeckt (aus psychischen Gründen).

Verwendung von Feuerlöschern

Bei Feuerlöschern ist die aufgedruckte Bedienungsanleitung zu beachten (wie ist die Handhabung, ist der Feuerlöscher geeignet zum Löschen von Personen). Pulverlöscher sind die gebräuchlichsten Feuerlöscher.
Feuerlöscher sind für die Bekämpfung von Bränden im Anfangsstadium geeignet. Sie haben eine sehr kurze Löschdauer (nur einige Sekunden). Daher ist besonders zu beachten:

  • Die Windrichtung.
  • Den Feuerlöscher erst am Brandherd in Betätigung setzen.
  • Den Löscher stoßweise einsetzen, um den Brand zu bekämpfen: von außen nach innen bzw. von vorne nach hinten.
  • Eine Löschwolke über das brennende Objekt setzen.
  • Nur so viel Löschmittel einsetzen, wie zur Brandbekämpfung notwendig ist - damit man noch eine Reserve für eventuelle Rückzündungen hat.