Vergiftungen durch Gase

Kohlendioxid-VergiftungenKohlenmonoxid-Vergiftungen

Der Helfer sollte den Betroffenen so schnell wie möglich aus dem Gefahrenbereich bringen - aber nur, wenn er sich dadurch selbst nicht in Gefahr bringt!

Selbstschutz beachten!

Vor den Mund gehaltene Taschentücher o.ä. sind kein Schutz, sie helfen nur gegen Rauch (der aus kleinen festen Partikeln besteht), nicht jedoch gegen giftige Gase!
Besondere Vergiftungssituationen entstehen durch Kohlendioxid und Kohlenmonoxid. Hier sind besondere Gefahren - auch für den Helfer - und Maßnahmen zu beachten.

  • Menschen, die ätzende Gase, z.B. Chlor oder Nitrose, eingeatmet haben, müssen auf jeden Fall ins Krankenhaus gebracht werden, auch wenn es noch keine Anzeichen für eine Vergiftung gibt. Ätzende Gase können die Lunge - oft mit einiger Verzögerung - schädigen.
  • Vergiftete mit Atemnot werden halbsitzend gelagert.

Im Folgenden werden zwei besonders heimtückische Fälle von Vergiftungen durch Gase behandelt.

Kohlendioxid-Vergiftungen

Kohlendioxid entsteht bei Verbrennungen, aber z.B. auch bei der Gärung. Es ist farb- und geruchlos, wird daher nicht wahrgenommen!
Da es schwerer als Luft ist, kann es sich in geschlossenen Räumen (z.B. Gärkeller, Klärgruben, Brunnenschächten, Futtersilos) oder auch in Höhlen bzw. Bergwerken zu unsichtbaren "Seen" sammeln und dort sämtliche Luft verdrängen.
Wer in einen Kohlendioxid-See gerät, kann in sehr kurzer Zeit ersticken.

Anzeichen:

  • Der Betroffene wird schnell benommen.
  • Der Betroffene bekommt eventuell Krämpfe.

Maßnahmen:

Hier muss der Helfer besonders seinen eigenen Schutz beachten.

  • Der Helfer versucht nicht selbst, den Betroffenen aus dem Kohlendioxid-See zu retten!
  • Notruf: Feuerwehr mit Atemschutz muss den Betroffenen retten.
  • Nach der Rettung: Bewusstsein und Atmung kontrollieren.

Kohlenmonoxid-Vergiftungen

Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständigen Verbrennungsprozessen, z.B. in Abgasen von Motoren, bei schlecht ziehenden Öfen oder in Rauch. Es bindet sich an die roten Blutkörperchen und behindert den Sauerstofftransport im Blut.
Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos sowie brennbar. Da es ungefähr so schwer ist wie Luft, kann es sich mit der Luft mischen. Ein Kohlenmonoxid-Luft-Gemisch ist hochexplosiv, diese zusätzliche Gefahr muss der Helfer unbedingt beachten!

Anzeichen:

Der Betroffene wird in einem geschlossenen Raum aufgefunden. Folgende Anzeichen sind charakteristisch:

  • Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen
  • Krämpfe
  • rosige Gesichtsfarbe.

Maßnahmen:

Der Helfer muss sich bei Verdacht auf Kohlenmonoxid davor schützen, selbst zu ersticken oder eine Explosion auszulösen. Letzteres ist häufig die größere Gefahr.

  • Bei Verdacht auf Kohlenmonoxid ist offenes Feuer verboten, ebenso das Benutzen jeglicher elektrischer Geräte (z.B. Klingel oder Telefon), da diese elektrische Funken produzieren können! Auch das Ausschalten von Geräten oder das Ziehen von Steckern kann elektrische Funken auslösen.
  • Den Atem anhalten. Erst an der frischen Luft wieder einatmen, z.B. am offenen Fenster!
  • Sofort Türen und Fenster öffnen, um für frische Luft zu sorgen.
  • Wenn möglich, die Quelle des Kohlenmonoxids schließen (z.B. Motor ausschalten, Schwelbrand löschen).
  • Den Betroffenen an die frische Luft retten. Wenn Lüften nicht möglich ist, kann nur die Feuerwehr mit Atemschutzgeräten den Betroffenen retten!
  • Notruf.
  • Kontrolle von Bewusstsein und Atmung.