Vergiftungen

Anzeichen oft undeutlichKontaktgifte

Eine Vergiftung zu erkennen, ist nicht einfach, da die Anzeichen häufig undeutlich sind. Durch Befragen des Betroffenen oder der Zeugen sowie durch herumliegende Medikamente, Giftreste o.ä. kann jedoch oftmals auf den Hergang geschlossen werden.

Art und Menge sind entscheidend

Eine große Anzahl von Stoffen sind für den Menschen giftig, z.B. Inhaltsstoffe von Pflanzen, Früchten, Pilzen oder verdorbenen Lebensmitteln, chemische Stoffe wie Pflanzenschutzmittel, Arzneimittel sowie Alkohol und andere Rauschmittel.
Giftige Substanzen können über

  • den Verdauungstrakt,
  • die Atemwege oder
  • die Haut

aufgenommen werden und in den Blutkreislauf gelangen.
Giftstoffe können einzelne Organe oder auch den gesamten Organismus schädigen. Neben akuten Gefährdungen wie Schock, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder Herz-Kreislauf-Stillstand kann es zu bleibenden Schäden, z.B. an Gehirn, Nieren, Leber und anderen Organen kommen.
Es hängt von der Art des Giftes, von der aufgenommenen Menge und der Einwirkdauer, aber auch von Alter, Gewicht und gesundheitlicher Konstitution des Betroffenen ab, wie stark die Schädigungen sind.

Anzeichen oft undeutlich

Der Helfer steht vor dem Problem, eine Vergiftung überhaupt zu erkennen, da die Anzeichen möglicherweise undeutlich sind.
Durch Befragen des Betroffenen (insbesondere bei Kindern ist hier viel Geduld notwendig) oder von Zeugen sowie durch herumliegende Medikamente, Giftreste o.ä. kann der Helfer auf den Hergang schließen.
Ist sich der Helfer nicht sicher, ob eine Substanz giftig ist oder nicht, kann er bei einer Giftnotrufzentrale um Rat fragen. Insbesondere bei Vergiftungen mit Kontaktgiften (z.B. Pflanzenschutzmitteln) und Gasen muss der Helfer auf seinen eigenen Schutz achten.

Allgemeine Anzeichen:

Die folgenden Symptome können Anzeichen einer Vergiftung sein. Sie treten nicht immer zeitgleich auf. Insbesondere bei Vergiftung durch Kontaktgifte oder Gase sind zusätzliche Anzeichen zu beachten:

  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall,
  • plötzliche Bauchschmerzen,
  • Kopfschmerzen,
  • Schwindel, Kreislaufbeschwerden,
  • Schweißausbrüche,
  • Schock,
  • Krämpfe,
  • Atembeschwerden,
  • Erregung,
  • Trübung des Bewusstseins, bis hin zu Bewusstlosigkeit,
  • Atemstörung bzw. -stillstand, Herz-Kreislauf-Stillstand.

Maßnahmen

Die folgenden Maßnahmen gelten allgemein bei Vergiftungen. Bei einigen Vergiftungsarten, insbesondere Vergiftungen mit Kontaktgiften (z.B. Pflanzenschutzmitteln) oder Gasen (Link), sind unbedingt besondere Maßnahmen und Regeln zu beachten.

  • Notruf.
  • Bewusstsein und Atmung müssen ständig kontrolliert werden.
  • Gegebenenfalls Giftnotrufzentrale informieren und um Anweisungen bitten.
  • Giftreste und Erbrochenes sicherstellen.
  • Dem Betroffenen nichts zu trinken geben (insbesondere keine Milch, sie kann den Übergang von Giften in den Organismus fördern!),
  • außer die Giftnotrufzentrale bzw. ein Arzt gibt eine entsprechende Anweisung!
  • Den Betroffenen nicht zum Erbrechen bringen,
  • außer die Giftnotrufzentrale bzw. ein Arzt gibt eine entsprechende Anweisung!
  • Wenn der Betroffene von sich aus erbricht, unterstützt ihn der Helfer:
  • Wenn der Betroffene sitzt, soll er sich nach vorne beugen. Der Helfer hält seine Stirn mit der einen Hand und hält mit der anderen Hand ein Gefäß dicht unter den Mund.
  • Wenn der Betroffene liegt, wendet man seinen Kopf zur Seite und hält ein Gefäß dicht unter seinen Mund.

Kontaktgifte

Insbesondere Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenschutzmittel sind Kontaktgifte, d.h. sie werden bei jeder Berührung über die Haut aufgenommen und gelangen so in den Blutkreislauf! Sie können das Nervensystem lähmen und zu Atem- bzw. Herz-Kreislauf-Stillstand führen.
Der Helfer muss seinen eigenen Schutz besonders beachten. Wenn überhaupt, darf er den Betroffenen nur mit Handschuhen berühren, Taschentücher o.ä. sind kein Schutz!
Der Helfer darf den Betroffenen nicht beatmen! Eine Beatmung ist nur durch Fachpersonal mit Hilfe eines Beatmungsgerätes durchzuführen.