Verletzungen an Kopf und Rumpf

GehirnerschütterungVerletzungen des BrustkorbesVerletzungen im Bauchraum

Durch Gewalteinwirkung auf den Körperstamm können die innen liegenden Organe wie Gehirn, Lunge, Magen, Darm und Blase geschädigt werden. Hier sind besondere Regeln zu beachten.

Gehirnerschütterung

Durch Schlag auf den Kopf bzw. Aufschlagen des Kopfes auf einem harten Gegenstand stößt das Gehirn, das in einer Flüssigkeit im Schädel schwimmt, an der Schädelwand an.

Anzeichen:

  • Der Betroffene ist kurzzeitig bewusstlos (wenige Sekunden bis Minuten).
  • Er kann sich an den Unfallhergang nicht erinnern.
  • Kopfschmerzen.
  • Übelkeit, eventuell Erbrechen.

Störungen der Vitalfunktionen (Bewusstlosigkeit, Atemstillstand) können auch zeitlich verzögert auftreten. Ebenso kann Erbrechen, insbesondere bei Kindern, zeitlich verzögert auftreten.

Maßnahmen:

  • Notruf.
  • Ständige Beobachtung und Kontrolle von Bewusstsein (der Betroffene kann wieder bewusstlos werden)und Atmung.

Achtung: Wacht der Betroffene nach Gewalteinwirkung auf den Kopf nicht aus der Bewusstlosigkeit auf oder wird er plötzlich bewusstlos, besteht Lebensgefahr! 

Verletzungen des Brustkorbes

Durch Gewalteinwirkung auf den Brustkorb kann es zu Knochenbrüchen und zur Verletzung innerer Organe, z.B. der Lunge, kommen. Möglicherweise dringt Luft oder Blut in den Brustraum ein und behindert die Atmung zunehmend.

Anzeichen:

  • Atemnot: Der Verletzte ringt immer stärker nach Luft. Er versucht sich aufzurichten, um besser atmen zu können.
  • Eventuell: Aushusten von hellem, schaumigem Blut.
  • Starke, sich auffällig intensivierende Anzeichen von Schock.

Maßnahmen:

  • Den Verletzten so hinsetzen, dass er sich nach hinten anlehnen und mit gestreckten Armen nach hinten abstützen kann. Das erleichtert die Atmung.
  • Beim eventuell notwendigen Verlagern nicht den Rettungsgriff anwenden! Hier sind zwei Helfer nötig. Jeder fasst von der Seite in eine Achselhöhle und nimmt mit der anderen Hand das Handgelenk des Verletzten. So kann der Verletzte angehoben und schonend geschleift werden.
  • Bei offenen Verletzungen: keimfreie Wundauflage auflegen und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes festhalten.
  • Notruf.
  • Für Ruhe sorgen.
  • Essen, Trinken und Rauchen verbieten.
  • Bewusstsein und Atmung regelmäßig kontrollieren.

Verletzungen im Bauchraum

Durch Gewalteinwirkung auf den Bauch können innere Organe bzw. Arterien verletzt werden. Dann tritt der Inhalt von Magen, Darm oder Blase (Infektionsgefahr) bzw. Blut (Verblutungsgefahr) in die Bauchhöhle aus.

Anzeichen:

  • Der Verletzte nimmt eine gekrümmte Schonhaltung ein, häufig mit angezogenen Knien, um die Bauchdecke zu entspannen.
  • Er klagt über Schmerzen im Bauch.
  • Er hat großen Durst.
  • Anzeichen für Schock, die eventuell schnell stärker werden.
  • Bei offenen Verletzungen: zerrissene, eventuell blutdurchtränkte Kleidung.
  • Bei stumpfen Verletzungen: Prellmarken (Gefahr von inneren Verletzungen).

Maßnahmen:

  • Schockbekämpfung.
  • Unterstützung der Schonhaltung: Der Verletzte liegt auf dem Rücken, unter seine Knie wird ein Gegenstand, z.B. eine zusammengerollte Decke geschoben. Zusätzlich muss der Verletzte seine Füße abstützen können.
  • Bei offenen Wunden: Wundauflage locker auf die Wunde legen und vorsichtig befestigen.
  • Zudecken.
  • Notruf.
  • Für Ruhe sorgen.
  • Essen, Trinken und Rauchen verbieten.
  • Bewusstsein und Atmung regelmäßig kontrollieren.