Seltene Allergie - die Taubenallergie

Heute werden immer häufiger auch seltenere Allergien diagnostiziert. Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten sind oft kaum bekannt. So entsteht neben der Angst um die eigene Gesundheit eine zusätzliche Verunsicherung, wie eine Betroffene berichtet.

„Ich war regelmäßig krankgeschrieben. Der Husten war so stark, dass ich keine Luft mehr bekam. Irgendwann hat mich sogar mein Arbeitgeber auf meinen Gesundheitszustand angesprochen.“

Als „Taubenallergie“ bezeichnet man die allergische Reaktion des Immunsystems auf Proteine, die im Staub und Kot von Vögeln enthalten sind. Dies kann zu einer Entzündung der Lungenbläschen und einer starken Schädigung des Gewebes führen (exogenen allergischen Alveolitis).

Vier bis acht Stunden nach Kontakt zum Allergen treten Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Husten oder Atemnot auf – Symptome, die einer Lungenentzündung sehr ähneln. Bei Langzeitkontakt erscheinen grippeähnliche Symptome wie Husten und Kopfschmerzen, die über Jahre anhalten und von Gewichtsabnahme sowie nachlassender Belastbarkeit begleitet werden können.

Kommt Asthma hinzu, vernarbt das Lungengewebe und die Lungenfunktion wird dauerhaft eingeschränkt. Dies kann im schlimmsten Falle auch das Herz schwächen.

„Als der Arzt betonte, dass die permanente Belastung durch die Tauben unter unserem Dach im schlimmsten Falle tödlich ausgehen könnte, wurde ich panisch. Eine neue Wohnung suchen? Bei der aktuellen Wohnraumnot!“

Betroffen sind meist Menschen, die engen Kontakt zu Tauben haben, wie Taubenzüchter oder Mitarbeiter von Stadttaubenprojekten. Aber auch Mieter von Wohnungen mit Taubenbefall können an der Allergie erkranken. Eine Alveolitis muss schnellstmöglich behandelt werden. Treten die Symptome gehäuft auf, kann durch folgende Untersuchungen eine Taubenallergie festgestellt werden:

Tritt die Allergie berufsbedingt auf, wird in chronischen Fällen ein Arbeitsplatzwechsel empfohlen. Bei permanentem Kontakt im Lebensumfeld kann im Notfall nur noch ein Wohnungswechsel helfen.

„Ich hatte Glück. Seit ich umgezogen bin, sind die Symptome nicht mehr aufgetreten. Trotzdem muss ich regelmäßig zum Pneumologen und eine Asthma-Therapie durchführen.“

Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt oder ist eine Vermeidung des Kontakts zum Allergen möglich, kann eine Alveolitis von selbst ausheilen. Um einen vorhandenen Entzündungsprozess schnell zu stoppen und Atembeschwerden zu lindern, wird in vielen Fällen unterstützend mit Kortison-Inhalationsspray therapiert. Ein möglicher Fortverlauf oder Spätfolgen der Erkrankung können mit regelmäßigen Kontrollen bei einem Lungenspezialisten vermieden werden.