Die Apfelkur

Das Prinzip

Eigentlich ist das Prinzip dieser Diät ganz einfach: Essen und trinken darf man den ganzen Tag nur Äpfel und Apfelsaft, dazu noch Mineralwasser und Kräutertee.

Dabei kann es sinnvoll sein, zuerst mit einigen wenigen Früchten pro Tag zu beginnen. Doch schon am zweiten Tag besteht die Ernährung vollständig aus Äpfeln.

Innerhalb der europäischen Union essen die Deutschen die meisten Äpfel. Auch ohne spezielle Diäten oder Apfeltage sind es rund 40 Kilo pro Kopf und Jahr. Besonders attraktiv macht den Apfel, dass er in großer Sortenvielfalt und Auswahl das ganze Jahr zu haben ist.

Äpfel haben ein ausgesprochen wertvolles Nährstoffprofil. Enthalten sind neben Einfachzuckern auch Zweifachzucker wie Glucose (Traubenzucker), Fructose (Fruchtzucker) und Saccharose (Rohrzucker).

Außerdem ist der Anteil an Ballaststoffen sehr hoch, was eine positive Auswirkung auf die Verdauung hat, weshalb eine kurzfristige Apfeldiät auch sehr häufig bei Verdauungsproblemen empfohlen wird. Besonders reich an Ballaststoffen ist die Schale, deshalb sollte man Äpfel auch immer mit Schale essen.

Wie reagiert der Körper?

Äpfel sind sättigend und können durch den hohen Fruchtzuckeranteil die Leistungsfähigkeit ankurbeln. Deshalb sind sie eine ideale Zwischenmahlzeit für Schule, Büro und unterwegs.

Anders sieht es aber aus, wenn ausschließlich Äpfel verzehrt werden dürfen. Mit dem Verzehr von nur einem einzigen Lebensmittel - und sei es auch noch so gesund - kommt es zwangsläufig zur Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen.

Äpfel enthalten auch Fruchtsäuren und Pektine. Diese sollen Schlacken sowie Gifte im Darm binden und bei deren Ausscheidung helfen. Die Gesunderhaltung der Darmschleimhaut und die Ansiedlung nützlicher Mikroorganismen wird gefördert.

Durch Apfeltage werden vor allem die Wasseransammlungen im Körper angegriffen. Es kommt zu einer vermehrten Ausscheidung des Wassers - und damit auch zu einer gewissen Gewichtsreduktion.

Praktikabilität

Eine Apfel-Diät ist ohne Frage äußerst praktisch. Eingekauft werden müssen nur Äpfel, Äpfel und nochmals Äpfel. Dazu kommen einige Kisten Mineralwasser sowie Früchte- oder Kräutertees. Und wer mag, kann auch Apfelsaft - am besten in Form einer Schorle mit viel Wasser - trinken.

Die Diät ist nicht sehr aufwändig. Zu jeder Mahlzeit gibt es Äpfel. Kochmuffel können sich also freuen.

Die einzige Möglichkeit, Abwechslung auf den Tisch zu bringen, ist ein unterschiedliches Schneiden der Apfelspalten. Einmal als Achtel, einmal als Viertel, vielleicht auch einmal den Apfel im Ganzen verzehren - aber immer mit Schale!

Damit ist eine solche Apfel-Kur natürlich auch äußerst bürotauglich und fällt hier noch nicht einmal auf. Denn einen Apfel als Zwischenmahlzeit genießen doch auch die Kolleginnen und Kollegen.

Wichtig ist, dass die Äpfel gründlich gekaut werden. So wird die Produktion des Speichels angeregt, eine wichtige Voraussetzung für die vollständige Herauslösung der Nährstoffe.

Außerdem sollte man - vor allem, wenn Äpfel zur Verdauungsförderung eingesetzt werden - viel trinken. Ein verstopfter Darm wird wieder frei, wenn rund 1 kg Äpfel am Tag gegessen werden.

Für wen geeignet?

Diese Kur ist etwas für Apfelliebhaber. Und wohl auch nur für diese Menschen, die sich vorstellen können, mehrere Tage lang nur Äpfel zu essen. Allen anderen wird sicherlich schon nach dem ersten Tag die Lust an den Früchten vergehen.

Wird die Apfel-Kur als Schalttag genutzt, ist es nicht so schlimm mit der Abneigung. Doch auch dann kann schnell eine Aversion gegen Äpfel entstehen, wenn nach jeder Ernährungssünde ein asketischer Apfel-Schalttag eingelegt wird.

Allerdings sind Äpfel im Vergleich zu anderen Lebensmitteln, die auch für einseitige Diäten empfohlen werden, durchaus im Vorteil. Sie enthalten neben den bereits angesprochenen Fruchtzuckern und Ballaststoffen auch eine Vielzahl an Vitaminen.

Neben Vitamin A und solchen des B-Komplexes ist auch reichlich Vitamin C vorhanden. Der Gehalt an Vitamin C schwankt jedoch von Sorte zu Sorte. Boskop enthält z.B. pro 100 Gramm etwa 20 bis 30 mg des sauren Vitamins. Der Granny Smith hingegen nur 5 bis 10 mg.

Wegen seines Gehalts an Fruchtsäure gelten Äpfel auch als "natürliche Zahnbürste". Zudem stecken mehr als 20 Mineralstoffe in den runden Früchten, darunter Calcium, Eisen und Phosphor.

Gesamtbeurteilung

Von einer lang andauernden Apfel-Kur ist auf jeden Fall abzuraten. Bereits nach wenigen Tagen ist die Gefahr von Mangelerscheinungen sehr hoch.

Dem Körper wird eine Art Hungersnot vorgespiegelt, so dass der Organismus relativ bald auf Sparflamme umstellt. Er knabbert an den vorhandenen Energiereserven. Allerdings zumeist nicht an den Fettpolstern, sondern greift auf Muskelmasse zurück.

Wird dann wieder normal gegessen, freut sich der Körper über die gesteigerte Energiezufuhr und saugt die Nährstoffe regelrecht auf.

Ein Apfel-Schalttag pro Woche kann sinnvoll sein. Die Äpfel liefern alles für eine ausreichende Nährstoffversorgung. Allerdings sollte die Schalttag-Philosophie nicht so weit führen, dass man meint, mit einem asketischen Tag alle Ernährungssünden ausgleichen zu können.

Grundsätzlich gilt auch hier, dass eine dauerhafte Umstellung der Ernährungsgewohnheiten sehr sinnvoll ist. Und da ist von Selbstkasteiung durch den ausschließlichen Verzehr von Äpfeln nun mal nicht die Rede.