Die Hollywood-Diät

Das Prinzip

Das Prinzip der einfachen Hollywood-Diät ist relativ simpel und entspricht einer einseitigen Diät mit extrem wenig Kohlenhydraten. Basis der Diät sind eiweißreiche Lebensmittel wie Hummer, Shrimps, Fisch, mageres Fleisch und Geflügel.

Zusätzlich zu den genannten proteinreichen Nahrungsmitteln sind magere Milch und Milchprodukte, Sojabohnen, Nüsse, Erbsen, Fruchtsäfte, alkoholfreies Bier und Mineralwasser erlaubt.

Pro Tag nimmt man zwischen 600 und 800 Kilokalorien zu sich, dabei liegt der Eiweißanteil bei bis zu 60 Prozent. Bei einer ausgewogenen Kost beträgt er rund 25 bis 30 Prozent.

Als Dickmacher galten zur Zeit der Erfindung dieser Diät Kohlenhydrate, also insbesondere Kartoffeln, Brot und Getreideprodukte. Die Hollywood-Diät verbannte sie also vom Speiseplan - vielleicht auch, weil sie nicht "schick" genug waren.

Nicht zu verwechseln ist die eiweißreiche Hollywood-Diät mit der fast gleichnamigen Hollywood-Star-Diät. Diese gehört zu den Trennkost-Diäten und setzt ihren Schwerpunkt auf den Verzehr tropischer Früchte. Dabei wird auf den Enzymreichtum des Obstes gesetzt, der beim Abspecken hilfreich sein soll.

Wie reagiert der Körper?

Die Grundthese bei eiweißreichen Diäten geht davon aus, dass Eiweiß als wertvoller Baustoff für den Körper verhindert, dass die Zellen und Gewebe bei einer Diät angegriffen werden, wie es bei Hunger geschieht.

Was dann noch an Eiweiß übrig ist, wird zur Energiegewinnung verbraucht, zusammen mit dem Rest an Nahrungskalorien und dem Körperfett.

Eine reine Eiweißdiät ist jedoch schädlich für den Körper. Je höher der Eiweißanteil in der Nahrung ist, desto größer ist auch der Bedarf an bestimmten Vitaminen und Mineralien. Vor allem wird mehr Vitamin B6 benötigt, das eine Schlüsselrolle im Proteinstoffwechsel spielt.

Auch Kalium, Calcium und Magnesium sind vermehrt notwendig, um den Säureüberschuss der eiweißreichen Nahrungsmittel zu neutralisieren.

So ist auch die Hollywood-Diät als kurzfristige Diät angelegt und sollte nicht länger als zwei Wochen eingehalten werden.

Bei der Hollywood-Star-Diät wird die Kraft der Enzyme in den Vordergrund gestellt. Die tropischen Früchte enthalten laut der Diät-Erfinderin Judy Mazel die Enzyme Pepsin und Hydrochloridsäure in großen Mengen.

Pepsin ist für die Verdauung von Eiweiß, Hydrochloridsäure angeblich für die Verdauung von Fett zuständig. Laut Mazel haben vor allem Ananas, Mango oder Kiwi so viel Enzyme, dass eine Gewichtsabnahme schnell erreicht ist.

Praktikabilität

Die Durchführung der Hollywood-Diät ist einfach und auch zeitsparend. Allerdings ist es nicht immer und überall möglich, die auch heutzutage noch ausgefallenen Lebensmittel zu kaufen.

Außerdem gehören Shrimps, Hummer und Co. immer noch zur gehobenen Preisklasse, so dass es sicherlich kostengünstigere Alternativen gibt.

Wichtig ist, dass unbedingt zwischen zwei und drei Liter pro Tag getrunken werden müssen - und da reicht sicherlich das normale Mineralwasser. Es muss kein spezielles Wässerchen sein, das auch die Hollywood-Stars vorgeblich genießen.

Bei der Zusammenstellung der Mahlzeiten gibt es keine speziellen Regeln, so dass auch keine aufwändigen Rezepte einzuhalten sind. Ein typisches Tagesmenü sieht beispielsweise neben Kaffee oder Tee (mit Süßstoff) zum Frühstück zwei Orangen oder eine Orange und eine Grapefruit vor.

Zum Mittagessen gibt es dann ein Kalbskotelett (ca. 180 g ohne Knochen, fettlos gebraten), ein hartgekochtes Ei, drei Radieschen, drei grüne Oliven und eine Orange zum Nachtisch. Auch das Abendessen sieht wieder Orangen, Tomaten und Magermilch vor. Zwischenmahlzeiten sind bei dieser Diät nicht vorgesehen.

Die Hollywood-Star-Diät ist in Sachen Obst relativ einfach durchzuführen, vor allem, weil tropische Früchte inzwischen das ganze Jahr zu kaufen sind - der Preis ist dabei allerdings zeitweise sehr hoch.

Andererseits setzt diese Diät auf eine diffuse und komplizierte Einhaltung von Regeln. Nur in der angegebenen Reihenfolge und mit den genannten Früchten kann die Gewichtsabnahme erfolgen. Nach Mazel verringert jede Veränderung des Programms die Erfolgschancen erheblich.

Für wen geeignet?

Ob Hollywood-Stars und Sternchen immer noch auf die Empfehlungen schwören, dürfte mehr als fraglich sein. Und auch den Studio-Bossen dürfte es inzwischen schwer fallen, den weiblichen Stars eine solche Diät aufzuzwingen, damit sie pünktlich zu den Dreharbeiten wieder in ihr Wespentaillen-Mieder passen.

Die Hollywood-Diät hat allerdings ihr Flair von Luxus und Ruhm behalten und ist vor allem teuer. Die wenigen erlaubten Kalorien werden verteilt auf Eier, Steaks, Lammkoteletts, Hummer, vereinzelte Salatblätter, Toast und Shrimps.

Der Vorteil liegt darin, dass ein schneller Gewichtsverlust von bis zu acht Kilogramm in gerade mal zwei Wochen möglich ist. Da aber keine dauerhafte Umstellung von Ernährungs- und Lebensgewohnheiten in der Diät steckt, ist ein JoJo-Effekt schon so gut wie vorprogrammiert.

Ideal ist die Diät vielleicht für diejenigen, die nach dem Credo leben "Proletenkost macht dick und dick ist nicht schick". Also für all diejenigen, die schon von vornherein auf Kartoffeln, Reis oder Nudeln verzichten, weil auch Otto-Normalverbraucher sie in großen Mengen zu sich nimmt.

Die Hollywood-Star-Diät ist eher etwas für Menschen, die auf tropische Früchte stehen. Allerdings stimmt das formulierte Grundprinzip leider nicht: Fruchtenzyme können weder Nahrungsfett zu Null Kalorien umbauen, noch lassen sie Körperpfunde schmelzen.

Gesamtbeurteilung

Zu den gravierenden Nachteilen der Hollywood-Diät gehört das Risiko von Mangelerscheinungen in Sachen Vitamine und Mineralstoffe. Auch die geringe Energiezufuhr und der hohe Eiweißanteil (auf dem die Diät ja basiert) machen diese nicht sinnvoller.

Bei Beendigung der sehr ballaststoffarmen Diät kann es - vor allem bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr - zur Bildung von Harnsäuresteinen in der Niere kommen.

Der Abmagerungseffekt der Diät ist in den meisten Fällen zufriedenstellend, dies liegt vor allem daran, dass dem Körper eine Art "Hungersnot" vorgegaukelt wird. Dadurch wird aber auch der Energieverbrauch reduziert.

Wird dann wieder "normal" gegessen, steht plötzlich zu viel Energie zur Verfügung. Aus ihr bildet der Körper besonders leicht und schnell Fettpölsterchen, um für die nächste Hungerphase gerüstet zu sein - der berühmt-berüchtigte JoJo-Effekt tritt ein.

Grundsätzlich ist das Prinzip der Hollywood-Diät veraltet - vor allem der Verzicht auf Kohlenhydrate.

Das Grundprinzip der Hollywood-Star-Diät macht es hingegen sogar nötig, die Ernährungsphysiologie eventuell neu zu schreiben, denn sie geht schlicht und ergreifend an den Tatsachen vorbei.