Die "Schlankmacher"

Das Prinzip

Wer Abnehmen möchte, jedoch bisher keine Diät wirklich erfolgreich durchgehalten hat oder aber die Ernährungsumstellung als zu mühselig empfindet, ist sicherlich empfänglich für die zahlreichen Schlankmacher, die in jeder Frauen-, Gesundheits- und Fitnesszeitung vorgestellt werden.

Wer wünscht sich nicht, dass chemische Appetitzügler den Hunger und insbesondere den Heißhunger stoppen? Wer träumt nicht von einer Entwässerung mit Tabletten und schnell ein paar Kilos weniger auf der Waage? Wer hofft nicht, dass die Quellstoffe den Magen füllen, ohne sich als Pfunde auf den Hüften abzusetzen.

Abführmittel, Enzyme, Carnitin und viele weitere Substanzen und Produkte versprechen eine gute Figur. Alle Schlankmacher greifen angeblich so in den Stoffwechsel ein, dass schnell eine Gewichtsreduktion gewährleistet wird.

Enzyme und Carnitin versprechen durch eine Erhöhung des Grundumsatzes eine Gewichtsreduktion. Abführmittel leiten das zuvor Gegessene so schnell wieder aus dem Körper hinaus, dass im Magen-Darm-Trakt keine Zeit für Verdauung und Aufnahme in den Organismus bleibt.

Füll- und Quellstoffe sollen dem Betroffenen vorgaukeln, dass der Magen schon voll ist und daher automatisch weniger gegessen wird. Bei der Entwässerung basiert der Gewichtsverlust auf der Ausscheidung von Wasser.

Wie reagiert der Körper?

Der Körper wird zwar Reaktionen zeigen, jedoch auf Dauer schlank sein wird er nicht. Jede chemische Keule bedeutet einen Eingriff in den Stoffwechsel.

Dem Verbraucher wird häufig suggeriert, dass eine Ernährungsumstellung zum Abnehmen nicht notwendig ist. Daher werden zunächst der Verdauungsapparat und der Stoffwechsel so weiter arbeiten wie bisher.

Werden nun zusätzlich Schlankmacher geschluckt, rebelliert der Magen-Darm-Trakt auf die ein oder andere Weise. Abführmittel führen zu Völlegefühl und Blähungen sowie Durchfall. Entwässerungstabletten zwingen zum häufigen Gang zur Toilette und entziehen dem Körper neben Wasser wertvolle Mineral- und andere Nährstoffe.

Füll- und Quellstoffe versprechen oft mehr als sie halten können: Bei vielen Präparaten reicht das Quellvolumen für ein ausreichendes Sättigungsgefühl nicht aus. Häufig wird zudem nicht ausreichend dazu getrunken.

Viele dieser Schlankmacher haben Nebenwirkungen wie Müdigkeit, fettreicher Stuhl, Durchfall, Magen-Darm-Probleme, Konzentrationsprobleme und viele weitere leichte Beschwerden.

Praktikabilität

Was könnte einfacher sein, als ein paar Pillen zu schlucken oder Pulver in Wasser einzurühren und zu trinken. Praktischer geht es nicht. Zeit und Energie kostet diese Art abzunehmen sicherlich nicht.

Doch bei aller Praktikabilität muss doch in Frage gestellt werden, ob sich die enorme finanzielle Belastung - Schlankmacher sind in der Regel sehr teuer - wirklich lohnt. Denn der Gewichtsverlust, der häufig versprochen wird, ist meistens nicht zu realisieren.

Es sei denn, die Ernährung wird begleitend umgestellt und körperliche Bewegung in den Alltag eingebaut. Doch dann sind Schlankmacher, die enormen Einfluss auf den Stoffwechsel haben, überflüssig.

Schlankmacher bergen zudem die Gefahr, dass der Körper sich daran gewöhnt und die Dosis stets etwas erhöht werden muss. Dieser Suchtcharakter kann fatale Folgen für die Gesundheit haben.

Für wen geeignet?

Chemische Appetitzügler und Abnehmhilfen sind in der Regel nicht dazu geeignet, eine Ernährungsumstellung und ausreichende Bewegung zu ersetzen. Zunächst wird etwas abgenommen, doch langfristig kann das Gewicht damit nicht gehalten werden.

Einige Mittel werden in Zusammenarbeit mit einem Arzt eingesetzt, wenn sehr starkes Übergewicht aus medizinischen Gründen abgebaut werden muss. Als so genannte "Starthilfe" kann der Betroffene vom Arzt verschreibungsfähige Präparate verordnet bekommen.

Doch auch hier wird der Arzt zunächst einige Monate über eine Ernährungsumstellung versuchen, die Fettpolster schmelzen zu lassen. Bleiben die Versuche erfolglos, wird die Diät und die Bewegung durch ein gut untersuchtes Schlankheitsmittel unterstützt, jedoch zeitlich begrenzt.

Hinterfragen Sie immer die Glaubwürdigkeit der Präparate. Versuchen Sie also auf keinen Fall, ein Produkt auf eigene Faust einzusetzen, sondern fragen Sie immer zuerst Ihren Arzt oder Apotheker.

Präparate, die ausschließlich über den Versandhandel angeboten werden (meist aus dem Ausland), sollten Sie nicht bestellen.

Gesamtbeurteilung

Finger weg von allen Schlankheitsmitteln, die Wunder vollbringen möchten. Abnehmen ohne Ernährungsumstellung und Fitness ist nicht möglich - zumindest nicht, wenn Langzeiterfolg und Gesundheit wichtig sind.

Vertrauen Sie keinem Produkt, das unrealistische Abnahmen ohne eigenes Zutun verspricht und Erfolgsgarantien gibt. Ebenso vorsichtig sollten Sie sein, wenn zusätzliche Käufe wie Ohrstecker oder Badezusätze notwendig werden.

Häufig werden Vorher-Nachher-Fotos oder Statements von Fachleuten, die es womöglich gar nicht gibt, veröffentlicht. Die Glaubwürdigkeit ist anzuzweifeln. Kaufen Sie nichts, was nur über Brief- oder Postfachadresse erhältlich ist.

Sprechen Sie lieber mit Ihrem Arzt oder Apotheker über die Präparate und arbeiten Sie an sich selbst. Hier einige "Anstatt-Tabletten-Tipps": Viel Gemüse, Obst und Salat sowie kalorienfreie oder -arme Getränke, ein Glas Wasser vor jeder Mahlzeit und täglich ausreichend Bewegung, lassen die Pfunde eher purzeln und vor allen Dingen länger fern bleiben als teure, Wunder versprechende Pillen.