Fasten mit Kräutern

Quelle: Stockvault_Berdnik Oleksander

Wichtig bei allen Arten des Fastens ist, viel zu trinken. Etwa drei Liter pro Tag sollten es sein. So wird die Reinigung und Entgiftung des Körpers über Nieren, Leber, Darm und Haut unterstützt. Hilfreich sind dabei Kräutertees, entweder mit einem einzelnen Heilkraut oder einer ganzen Mischung.

Die Nieren regen beispielsweise Tees aus Brennnesseln, Birkenblättern oder Löwenzahn an. Brennnesseln enthalten viele Mineralsalze, die dazu beitragen, dass Säuren ausgeschieden werden. Dazu zählen z.B. Eisen, Kalzium, Kalium, Magnesium oder Mangan. Daneben liefern die im Garten häufig als Unkraut verpönten Pflanzen auch die Vitamine C, E, B und K sowie Carotinoide und stärkendes Chlorophyll.

Ein Brennnesseltee liefert neue Energie, aber auch ein kalt angesetzter Brennnesseltrunk ist hilfreich und schmeckt sanfter als ein heißer Aufguss. Dazu wird ein Esslöffel getrocknete Brennnesseln mit einem Liter Wasser in eine Karaffe gegeben. Dieses über Nacht ziehen lassen und am nächsten Morgen auf Trinktemperatur erwärmen und abseihen.

Frisch gepflückte Blättchen von jungen Brennnesseln eignen sich zudem gut als Salatzutat oder als Einlage in Suppen. Auch die Brennnesselsamen können verwendet werden. Sie enthalten viel Vitamin E und pflanzliche Hormone, die anregend und belebend wirken.

So kann eine Brennnesselsamen-Kur bei Erschöpfung, dauerhafter Müdigkeit und Leistungsschwäche angesagt sein. Die Samen bekommt man getrocknet in der Apotheke. Sie werden im Mörser zerstoßen und teelöffelweise mit Honig oder Wasser vermischt eingenommen.

Entwässerung mit Birke

Die Birke ist ein Sinnbild des Frühlings mit ihrer leuchtend weißen Rinde. Sie wurde schon in mittelalterlichen Kräuterbüchern als "Nierenbaum" bezeichnet. Ein entsprechender Birkenblättertee kann dabei helfen, die Nieren anzuregen und die Ausscheidung von Stoffwechselschlacken zu fördern.

Birkenblätter enthalten Flavonoide, Salicylsäureverbindungen, Gerbstoffe, Vitamin C und Saponine. Der Birkenblättertee erfreut sich besonderer Beliebtheit, weil er einer der besten harntreibenden Tees mit großem Wasserausscheidungsvermögen ist. Er reizt die Nieren nicht, sorgt aber dennoch für eine spürbar vermehrte Harnbildung.

Sein Einsatz hat sich zur Durchspülungstherapie der Harnwege bei bakteriellen Erkrankungen, die gleichzeitig mit krampfartigen Zuständen verbunden sind, bewährt. Als Kontraindikation gelten nur Ödeme infolge eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit.

Zur Teezubereitung werden zwei gehäufte Teelöffel Birkenblätter mit einem Viertelliter kochenden Wasser übergossen. Nach zehn Minuten wird der Aufguss abgeseiht. Der Tee sollte mäßig warm getrunken werden. Als Dosisempfehlung sind drei Tassen täglich ratsam. Ist die gewünschte Entwässerung erfolgreich durchgeführt, ist die Teeanwendung zu beenden.

Ganz nebenbei können sich auch Hautprobleme wie Pickel, Pusteln, Vereiterungen, trockene Ekzeme, Schuppenflechte oder Juckreiz im Alter bessern. Bei ungenügender Nierentätigkeit versucht der Körper nämlich, Schlackenstoffe über die Haut auszuscheiden.

Birkenblättertee eignet sich zudem als Haarspülung. Wer zu viel Tee zubereitet hat, kann den abgekühlten Aufguss in Haare und Kopfhaut einmassieren. Das verbessert die Durchblutung des Haarbodens, belebt das Haarwachstum und verleiht den Haaren Glanz und Frühlingsfrische.

Weitere Multitalente

Blutreinigend und anregend auf Leber und Galle wirkt ein Gänseblümchentee. Allerdings sollte man die Blüten nicht an befahrenen Straßen oder Feldern, die gespritzt werden, sammeln. Gute Qualität erhält man bei uns in der Apotheke.

Die Petersilie ist ein wahres Vitamin-C-Wunder. Ein Esslöffel gehacktes Kraut deckt bereits den Tagesbedarf, stärkt das Bindegewebe und regt den Stoffwechsel an. Wer beim Fasten unter Mundgeruch leidet, sollte ebenfalls auf Petersilie setzen und gründlich auf einem frischen Blatt kauen.

Das Gewürzkraut ist zudem reich an Mangan - auch hier reicht ein Teelöffel, um den Tagesbedarf zu decken. Das Spurenelement Mangan ist wiederum wichtig für die Entgiftungsarbeit der Leber und die positive Stimmung.

Wer während des Fastens unter Verstopfung leidet, sollte auf Basilikum zurückgreifen. Im Lieblingskraut der Mozzarella-Fans stecken ätherische Öle und Saponine. Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken über die Zellwände des Darms und helfen bei Verstopfung und Blähungen.

Von der Wurzel bis zur Blüte kann Löwenzahn als Heilpflanze verwendet werden. Der französische Name "piss en lit" weist deutlich auf seine entwässernde Wirkung hin, die auch beim Fasten gut genutzt werden kann. Löwenzahn hilft bei Entzündungen der Harnwege, Blähungen sowie bei Nierengrieß. Außerdem regt die Heilpflanze den Gallenfluss an. Auch bei entzündlichen Ablagerungen in den Gelenken, wie sie bei Rheuma und Arthrose vorkommen, kann eine innerliche Anwendung des Tees hilfreich sein.