Nulldiät und Heilfasten

Das Prinzip

Die Nulldiät hat mit dem Fasten oder sogar dem Heilfasten eigentlich nichts zu tun.

Während bei einer Nulldiät gar keine Nahrungsaufnahme erfolgt und sie daher eher abzulehnen ist, werden beim Fasten oder Heilfasten kontrolliert flüssige Nahrungsmittel wie Säfte, Tees oder Brühe eingesetzt. Zusätzlich soll ein Umdenken bei der Lebensmittelauswahl einsetzen.

Gemeinsam ist jedoch, dass der Körper zur Deckung seines Energiebedarfs auf seine Energievorräte zurückgreifen soll.

Es gibt unterschiedliche Modelle des Fastens. Einerseits wird der alleinige Verzehr von Gemüsebrühe empfohlen, andererseits ist das Trinken von Mineralwasser, Kräutertees, Molkegetränken und auch Obstsäften erlaubt. Vitamine und Mineralstoffe werden oft zusätzlich als Konzentrat aufgenommen.

Eingeleitet wird das Fasten mit 1,5 Kilogramm Obst am 1. Tag. Schon am 2. Tag startet der Fastende mit Glaubersalz und/oder einem Einlauf, damit der Darm leer ist und die Reinigung des Körpers uneingeschränkt beginnen kann.

Ein Einlauf kann alle zwei Tage wiederholt werden, damit die Darmtätigkeit in Schwung gehalten wird. Das A und O am Fasten ist das Trinken. Mindestens drei Liter Flüssigkeit täglich sind notwendig.

Beendet wird die Fastenzeit mit einem Apfel oder Rohkost (das so genannte Fastenbrechen). Nur langsam soll der Übergang zur normalen Ernährung wieder stattfinden. Verboten sind alle Genussgifte wie Alkohol, Nikotin, Kaffee oder schwarzer Tee.

Wie reagiert der Körper?

Heilfastenkuren und Nulldiäten versprechen häufig das Abnehmen im Turbogang: Fünf Kilogramm in der Woche sind jedoch unrealistisch. Selbst bei einer absoluten Nulldiät können nicht mehr als zwei Kilo wöchentlich schwinden.

Bei einer Nulldiät reagiert der Körper sehr schnell mit einem gedrosselten Stoffwechsel. Es wird weniger Energie verbraucht, was den Jojo-Effekt begünstigt. Es wird viel Wasser ausgeschieden und primär findet ein Abbau der Muskelmasse und nicht von Fett statt.

Hier besteht eine gewisses Risiko. Es entstehen Abbauprodukte wie Harnsäure, Harnstoff, Kreatinin und Ammoniak, die über die Nieren ausgeschieden werden müssen. Daher ist es auch sehr wichtig, dass ausreichend getrunken wird, damit die Ausleitung gewährleistet werden kann.

Beim Heilfasten besteht die Gefahr von Herz-Kreislauf-Beschwerden und Unterzuckerungen. Die drastische Änderung stresst den Organismus. Es ist daher ratsam, Heilfasten unter klinischer oder ärztlicher Kontrolle durchzuführen.

Praktikabilität

Heilfasten, eine Zeit ohne feste Nahrung, die nur auf kalorienarmen Getränken basiert, ist grundsätzlich sehr einfach. Es entfällt der Einkauf, das Zubereiten sowie die zeitraubende Küchenarbeit.

Ein Arzt entscheidet darüber, wie lange gefastet werden darf. Optimalerweise wird die Fastenzeit von einem Arzt begleitet, damit Stoffwechselentgleisungen oder Schwächezustände rechtzeitig erkannt werden oder aber Frust während der "mageren" Zeit aufgefangen werden kann.

Problematisch wird die Durchführung der Nulldiät, wenn der Zeitraum des Fastens nicht vorausschauend gewählt wurde. Denn Geschäftsessen, Sporturlaub oder stressige Arbeitstage passen nicht in dieses Programm.

Wer Fasten möchte, sollte an einem Wochenende (möglichst Freitags) damit beginnen und am besten eine geruhsame Woche folgen lassen. Denn nur wer die Muße hat, kann auch mit der Null-Diät den Tag erfolgreich gestalten.

Für wen geeignet?

Das Fasten mit dem Ziel, die Pfunde purzeln zu lassen, ist für Gesunde geeignet. Der Zeitraum des Fastens sollte jedoch mit einem Arzt besprochen werden.

Denn eine tägliche Kalorienaufnahme von Null bis maximal 150 Kcal gefährdet die Gesundheit. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt bei einer Gewichtsreduktion eine Energiezufuhr von 1200 kcal am Tag.

Durch das "einfache Weglassen" aller Nahrungsmittel kann zwar kurzfristig das Ziel der Gewichtsabnahme erreicht werden, doch der Lerneffekt sowie der Langzeiterfolg bleiben dabei auf der Strecke. Heilfasten ist somit für Menschen, die ihren Lebensstil ändern möchten, nicht geeignet.

Vorsicht ist allen geraten, die Nierenprobleme - egal welcher Art - haben. Denn die Anhäufung von Abbauprodukten aus dem Eiweißstoffwechsel belastet die Niere. Zudem kann es zu Herz-Kreislaufstörungen und Gichtanfällen kommen, die durch die hohe Konzentration von Harnsäure begünstigt werden.

Gesamtbeurteilung

Die Nulldiät empfiehlt sich allenfalls für Personen mit einer robusten Gesundheit mit dem Zweck der schnellen Gewichtsreduktion. Eine medizinische Begründung seitens der Ärzte, die das Übergewicht für bestehende Krankheiten verantwortlich machen, spricht für das Heilfasten.

Die Folge im Stoffwechsel durch den Nahrungsentzug kann gesundheitliche Einbußen nach sich ziehen. Daher ist immer Vorsicht geboten, wenn diese drastische Umstellung geplant wird.

Leider fehlt der Langzeiterfolg. Wer mit einer Null-Diät das Gewicht reduziert, sollte bemüht sein, gleichzeitig viel über die gesunde Ernährung und nachfolgender Umstellung zu erfahren.

Viele Menschen fasten jedoch aus einem anderen Grund: Sie wollen nicht abnehmen, sondern ihren Körper durch ein paar Tage Nahrungsverzicht reinigen. Die Selbsterfahrung und eine insgesamt bewusstere Lebensführung stehen hier im Vordergrund.

  • Egal, welche Motivation zum Fasten führt: Niemals ohne ärztliche Betreuung!