"Wundermittel": Tees, Cremes, Dragees

Helfen sie wirklich?

Das Geschäft mit der Gesundheit und der Schönheit ist äußerst lukrativ, denn wer möchte denn nicht schlank, erfolgreich und gesund sein.

Viele Menschen möchten diesem Idealbild unserer Gesellschaft entsprechen und probieren alles aus - auch "Wundermittel" wie Cremes, Tees und Spezialdragees, die eine Traumfigur auf die Schnelle versprechen.

Das Angebot reicht von Hautpflegemitteln mit zahlreichen Inhaltsstoffen über Elektro-Pads bis hin zu Schlankheitsgürteln und Kassetten, die allein vom Zuhören schlank machen.

Die "Speck-Fett-Killer" oder eine "Traumfigur in nur 7 Tagen" - das gibt es nicht. Die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe ist in den meisten Fällen nicht nachgewiesen.

So erkennen Sie den Schwindel

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nimmt Stellung zu den vielen Wunder vollbringenden Schlankheitstipps: "Wundermittel oder Patentrezepte zum Abnehmen schmälern eher den Geldbeutel als die Taille."

Abnehmen ohne Ernährungsumstellung und Bewegung kann nicht gesund sein und endet oft bei einem Gewicht, das noch über dem Ausgangsgewicht liegt. Doch woran erkennt man die Schwindelprodukte?

Achten Sie auf die Werbeaussagen, die die Mittelchen und Cremes anpreisen: Das Wundermittel, schnelle Abnahme, absolut nebenwirkungsfrei, natürlich und ein Garant für die Traumfigur - diese Slogans sprechen für sich. Es stecken viele Versprechen dahinter, jedoch meist ohne jede wissenschaftliche Grundlage.

Stutzig werden dürfen Sie auch bei Vorher-Nachher-Fotos von Einzelpersonen, die mit entsprechenden Fotos den Erfolg belegen. Typische Aufhänger dieser Werbeseiten sind auch angebliche Dankesschreiben von zufriedenen Kunden.

Empfehlungen von Ärzten und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland sind meistens frei erfunden. Diese Bewerbung von Medikamenten ist in Deutschland gesetzlich verboten.

Vorsicht Täuschung!

Die "Wundermittel" sind häufig als Nahrungsergänzungsmittel deklariert. Die Wirksamkeit dieser Produktpalette bedarf dann keiner wissenschaftlichen Untersuchung.

Dennoch vermitteln die Aufmachung, die Slogans oder die Anwendung in Tablettenform den Eindruck, es handele sich um ein Arzneimittel. Hinzu kommt, dass der Preis eine hohe Wirksamkeit suggeriert.

Mit einer Unterlassungserklärung können Kritiker gezwungen werden, ihren Mund zu halten. Die schlaue Marketingstrategie dieser dubiosen Hersteller sichert deren Auskommen.

Selbst wenn ein Produkt wegen Verbrauchertäuschung vom Markt genommen werden muss, verspricht schnell ein neues Mittel neue Wunder.

Die versprochene Geld-Zurück-Garantie kann in der Regel nicht eingelöst werden, da die angegebene Hotline nicht mehr existiert, eine Briefkastenfirma regelmäßig die Adresse ändert oder aber nur Kundenservice-Adressen aus dem Ausland angegeben sind.

So erkennen Sie echte Arzneimittel

Alle anerkannten Mittel bekommen erst dann eine Arzneimittel-Zulassung, wenn sie allen wissenschaftlichen Untersuchungen stand halten. Gekennzeichnet sind sie durch die Zulassungsnummer auf der Packung.

Es gehen Studien an großen Teilnehmergruppen voraus, damit über Wirkung, Nebenwirkung und Dosierung eindeutige Aussagen gemacht werden können.

Auch die Placebokontrolle muss stattfinden. Dabei erhält eine Patientengruppe die Tabletten mit dem zu testenden Wirkstoff, die andere Patientengruppe ein nur äußerlich identisches Präparat, jedoch ohne Wirkstoff.

In jeder Studie gibt es nun Patienten, deren Zustand sich nach der Einnahme der Mittel ohne Wirkstoff (Placebo) wirklich verbessert. Die Erfolgsquote kann bei Placebos zwischen 20 und in Einzelfällen sogar bei 70 Prozent liegen.

Vom Placebo-Effekt aus betrachtet ist es also kein Wunder, wenn ein Wundermittel wirklich wirkt.

Beispiele aus der Wunder-Industrie

Sicherlich ist es nie möglich, tatsächlich alle Wundermittel aufzulisten und damit dem Verbraucher eine vollständige Entscheidungshilfe zu geben. Es gehen und kommen ständig Cremes und Pülverchen und immer neue Versprechen locken zum Ausprobieren.

Bekannt ist jedoch, dass folgende Stoffe zum Abnehmen häufig umworben werden und der Beweis für die Wirksamkeit noch aussteht:

Tang und Algen, Carmellose, Guar, Karaya, Zitrusfaser, Chitosan, Enzyme aus Ananas und Papaya, Birkenblätter, Brennnesseln, Hauhechel, Zinnkraut, Ephedrakraut, Wacholderbeeren, Mate- und Pu-Ehr-Tee, Apfelessig, Bioflavonoide, Ginseng, Ingwer, Kombucha, Linolsäure, Guarana und Sonnenblumenöl.

Vor bestimmten Produkten warnt auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): z.B. Polysan-Schlank-Tablette, Berry Trim plus, Calix, Acloss und Navol.