Die Ernährung bei Gastritis

Der medizinische Hintergrund

Bei einer Gastritis ist die Magenschleimhaut entzündet. Es wird unterschieden zwischen der akuten und chronischen Gastritis. Im akuten Stadium wird zuviel Magensäure produziert und die Zellwand angegriffen.

Die akute Form kann durch Medikamente, Alkohol oder bakterielle Gifte ausgelöst werden. Erste Anzeichen sind Krämpfe im Oberbauch und Sodbrennen, die während oder kurz nach dem Essen auftreten. Appetitlosigkeit, Erbrechen, Übelkeit und in seltenen Fällen auch Magenbluten kommen hinzu.

Die akute Gastritis kann schnell und erfolgreich behandelt werden, wenn die Auslöser ausgeschaltet werden. Der Säureüberschuss und die Schädigungen an der Zellwand bilden sich zurück. Bleibt die akute Magenschleimhautentzündung unbehandelt, geht sie in die chronische Form über.

Die Schleimhaut wird immer mehr angegriffen, bis sie nur mehr begrenzt in der Lage ist, die für die Verdauung lebensnotwendige Magensäure zu produzieren. Bei der chronischen Form besteht daher eher ein Magensäure-Mangel.

Als Ursachen für die chronische Gastritis kommen mehrere Faktoren in Betracht: Die Bildung von Antikörpern gegen die eigene Magenschleimhaut, die Besiedlung mit Erregern, wie dem Bakterium Helicobacter pylori, sowie der Rückfluss von Gallenflüssigkeit aus dem Darm in den Magen.

Fasten lindert akute Beschwerden

Bei der akuten Gastritis ist für viele Patienten der komplette Verzicht auf Essen das Mittel der Wahl. Es kann ohne Probleme zwei oder drei Tage gefastet werden. Eine modifizierte Form ist das Saftfasten.

Wichtig ist während dieser Hungerperiode, dass genug getrunken wird. Mineralwasser oder Kräutertee versorgen den Körper mit Flüssigkeit und Mineralien. Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße, die verdaut werden müssen, werden nicht aufgenommen.

Beim Saftfasten werden natürliche Mineralstoffe und Vitamine zugeführt. Zudem enthalten Säfte Kohlenhydrate, die jedoch den angegriffenen Magen nicht belasten. Säfte fördern die Wasserausscheidung über die Niere.

Die Schonkost nach dem Fasten darf die Säureproduktion nicht stimulieren und muss den Schutz durch die Schleimhaut unterstützen. Empfehlenswert sind Haferflocken und -brei, Kartoffelbrei, Zwieback, Bananen, Melonen, Aprikosen (säurearme Obstsorten) sowie Gemüsesäfte.

Nach einigen Tagen kann die normale Kost wieder aufgebaut werden. Aggressive Nahrungsmittel, die die Beschwerden ausgelöst haben, sollten weiterhin gemieden werden. Es wird geraten, viele kleine Mahlzeiten zu essen und auf Imbisse nach 22.00 Uhr zu verzichten.

Verzichten Sie auf "aggressives Essen"

Magenschmerzen müssen nicht hingenommen werden und können sogar vorbeugend verhindert werden, wenn bekannt ist, dass der Magen schnell rebelliert und mit einer Gastritis reagiert.

Verzichten Sie auf Nahrungsmittel, die den Magen reizen. Bedenken Sie jedoch, dass bei jedem Menschen unterschiedliche Faktoren eine Gastritis auslösen können.

Nahrungsmittel, die den Magen reizen:

  • Gebratenes
  • Kohlgemüse
  • Hülsenfrüchte
  • frittierte Speisen
  • Gurkensalate
  • fettreiche Nahrungsmittel
  • scharfe Gewürze
  • Kaffee
  • schwarzer Tee
  • Alkohol
  • kohlensäurehaltige Getränke

Fettes Essen wie Fleischmahlzeiten, Brote mit dickem Wurstbelag, fettreiche Käsesorten sowie die Zubereitung der Mahlzeiten mit Öl, Margarine und Butter wirken sich negativ auf die Magengesundheit aus.

Wer auf seinen morgendlichen Kaffee nicht verzichten möchte, sollte auf Schonkaffee mit weniger Röstsubstanzen umsteigen und zusätzlich den Kaffee mit viel fettarmer Milch trinken.

Gesund für den Magen

Haferflocken und -schleim unterstützen die Magenschleimhaut. Der Magen selbst schützt sich gegen die für die Verdauung wichtige Magensäure, indem er eine Schutzschicht, die Schleimhaut, aufgebaut hat.

Haferkörner enthalten ebenfalls spezielle Schleimstoffe, die diesen schützenden Effekt unterstützen können. Stress, eine unausgeglichene Psyche sowie Genussmittel (Nikotin und Alkohol) greifen zusätzlich die Magenschleimhaut an.

Wer einen hektischen Tag vor sich hat, sollte insbesondere morgens zum Frühstück Haferschleim verzehren. Joghurt wirkt ebenfalls einer Gastritis entgegen, indem es die Vermehrung des Bakteriums Helicobacter pylori hemmt.

Die magengesunde Ernährung basiert somit auf einer fettarmen, vollwertigen Ernährung. Obst, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte bestimmen den Speiseplan. Nahrungsmittel tierischer Herkunft treten in den Hintergrund.

Insbesondere die Ballaststoffe aus den pflanzlichen Nahrungsmitteln unterstützen eine gesunde Verdauung und damit auch einen gesunden Magen.

Der Magenteufel Helicobacter pylori

Bei etwa 90 Prozent aller Betroffenen ist der Magenteufel Helicobacter pylori für die Entstehung der Gastritis verantwortlich. Dieser Keim ist säureresistent und haftet sich mit seinen Geißeln an die Magenwand an.

Ob und wie stark ansteckend dieses Bakterium ist und wie es übertragen wird, ist bis heute noch nicht eingehend bekannt. Besonders häufig sind Familienmitglieder bereits erkrankter Personen, Schlachthausmitarbeiter und Krankenhauspersonal sowie die Bevölkerung aus Regionen mit schlechter Lebensmittelhygiene betroffen.

Hat der Helicobacter pylori sich erst einmal durchgesetzt, greift er die Magenschleimhaut durch die Produktion eigener aggressiver Substanzen an. Das Immunsystem ist relativ machtlos, insbesondere wenn es nicht optimal gestärkt ist.

Der beste Schutz gegen dieses Bakterium, das auch für die Entstehung von Zwölffingerdarm- und Magengeschwüren verantwortlich sein kann, ist eine gesunde, ausgeglichene Ernährung und das Meiden magenfeindlicher Substanzen.

Liegt eine Infektion mit Helicobacter pylori vor, besteht die Therapie in der Medikation mit Antibiotika und Säureblockern. Sie kann durchaus mit Nebenwirkungen behaftet sein. Achten Sie daher immer auf eine "magenfreundliche" Lebensweise und gehen Sie bei anfänglichen Magenschmerzen zum Arzt.