Hypertonie (Bluthochdruck)

Die Normalwerte

Im Bereich des Oberarmes wird beim gesunden Menschen ein systolischer Blutdruck (das Herz zieht sich zusammen, der Blutdruck steigt auf den oberen Wert) von 100 bis 120 mm Hg und ein diastolischer (der Herzmuskel erschlafft, der Blutdruck sinkt auf den unteren Wert) Blutdruck von 60 bis 80 mm Hg gemessen.

Steigt der Blutdruck auf 140 mmHg oder mehr systolisch und 90 mm Hg oder mehr diastolisch, so wird dies als Hypertonie bezeichnet. Bei einem längeren Bestehen kann es u.a. zu Arteriosklerose, Herz- und Nierenschädigungen kommen.

Von den Medizinern werden zwei Hypertonieformen unterschieden. Bei einem essenziellen Bluthochdruck, 90 Prozent der Erkrankungsfälle, liegt keine krankhafte Veränderung der Organe vor. Neben einer genetischen Veranlagung können die Ursachen auch im Dauerstress, mangelnder Bewegung oder Überernährung liegen.

Bei einem symptomatischen Bluthochdruck liegen organische Erkrankungen, z.B. der Nieren, vor.

Symptome bei Bluthochdruck sind Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Leistungsverminderung.

Diätetische Maßnahmen

Personen, die übergewichtig sind, können durch eine Normalisierung des Gewichts eine Senkung des Blutdrucks erreichen. Daneben sind ausreichende Bewegung und der Abbau von Stress notwendig.

Nach dem heutigen Wissen kommen vier Diätprinzipien bei Hypertonie in Betracht. Diese Prinzipien können je nach Krankheitsverlauf allein oder kombiniert Anwendung finden:

  • Verminderung der Natriumzufuhr,
  • Erhöhung der Kaliumzufuhr,
  • verminderte Energiezufuhr sowie
  • hohe Zufuhr an essenziellen Fettsäuren.

Der Stellenwert dieser Diät im Behandlungskonzept der Hypertonie hängt jedoch sehr von der Schwere der Hypertonie ab. Bei der leichteren Form kann und soll abgewartet werden, wie sich die diätetische Therapie auswirkt. Bei den schweren Formen ist dagegen eine sofortige Einleitung medikamentöser Blutdrucksenkung angezeigt.

Die Diättherapie darf aber auch bei den schweren Formen nicht vergessen werden. Eine Kombinationstherapie (Diät plus Medikamente) ermöglicht es, Medikamente einzusparen.

Natrium und Kalium

Der Natriumbestand des menschlichen Körpers beträgt etwa 170 g. Ungefähr die Hälfte davon befindet sich in Blut und Gewebsflüssigkeiten. Ein weiteres Drittel des Natriumbestandes ist in den Knochen gespeichert. Es kann bei Mangelzuständen wieder an das Blut abgegeben werden.

Kalium befindet sich in den Zellen. Natrium-, Kalium-, Chloridionen und andere Ionen haben die Aufgabe, den osmotischen Druck der Zellen aufrechtzuerhalten. Kalium ist außerdem wichtig für die Funktionen der Muskel- und Nervenzellen.

Im Gegensatz zum Natrium kommt ein Mangel an Kalium häufiger vor. Nicht nur starkes Schwitzen, sondern auch anhaltende Durchfälle oder häufiges Erbrechen sowie bestimmte Medikamente können einen Kaliummangel auslösen.

Kalium wirkt blutdrucksenkend und kommt besonders in pflanzlichen Lebensmitteln, wie z.B. Gemüse, Obst (besonders Bananen), Nüssen oder Pilzen vor.

Natrium in Lebensmitteln

Entsprechend der Lebensmittelgesetzgebung dürfen Lebensmittel, die für eine natriumarme Ernährung bestimmt sind, mit dem Hinweis hierauf gewerbsmäßig in den Verkehr gebracht werden, wenn sie in genussfertigem Zustand nicht mehr als 120 mg Natrium in 100 g Lebensmittel enthalten.

Sie sind mit einem Gehalt von nicht mehr als 40 mg Natrium in 100 g als "streng natriumarm", im Übrigen als "natriumarm" zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung "natriumarm" kann durch die zusätzliche Angabe "kochsalzarm" und die Kennzeichnung "streng kochsalzarm" ergänzt werden.

Hauptquellen für die Zufuhr von Natrium mit Lebensmitteln

% Mittelwert g/Woche
Gebäck 31,2 5,73
Fleischwaren 26,2 4,81
Brot 18,5 3,4
Käse 8,6 1,58
Fisch, Fischwaren 4,4 0,8
Fleisch 4,2 0,78
Gesamt: 93,1 17,10

Bei einer kochsalzarmen Diät sind lediglich 3 g Kochsalz (1 g Natrium entspricht 2,5 g Kochsalz) pro Tag erlaubt. Bei einer streng kochsalzarmen Diät ist dagegen nur 1 g Kochsalz pro Tag erlaubt.

Tipps zur Einschränkung des Salzkonsums

Da der Mensch alleine durch das in den Lebensmitteln vorhandene Natrium seinen Bedarf abdecken kann, sollte bei der Zubereitung der Speisen möglichst wenig oder gar kein Kochsalz verwendet werden. Zwiebeln, Knoblauch oder salzfreie Gewürze können Salz zumindest teilweise ersetzen.

Salzreiche Lebensmittel, wie z.B. Salzgebäck, Schinken, Matjes, Konserven oder Fertiggerichte sollten, je nach Schwere der Hypertonie, gemieden werden. Mit Fleisch- und Fleischwaren werden täglich etwa 2 g Kochsalz aufgenommen.

Frische und unverarbeitete Lebensmittel enthalten dagegen kaum Salz und sollten daher bevorzugt werden. Daneben gibt es viele Garverfahren, die den Eigengeschmack der Speisen erhalten, wie z.B. Mikrowelle, Dämpfen, Dünsten oder Grillen.

Auch beim Mineralwasser gibt es große Unterschiede. Daher muss das Flaschenetikett genau studiert und ein möglichst natriumarmes Wasser (maximal 100 mg Natrium pro Liter) ausgewählt werden.

Die Umstellung auf eine salzreduzierte Kost sollte langsam erfolgen, so dass die Geschmacksempfindung für Salz langsam wieder verstärkt wird.