Ostereier: gesund und natürlich färben

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Ostern wird heute als Fest der Auferstehung Christi gefeiert. Aber eigentlich gibt es das Fest schon bedeutend länger. Bereits vor Ausbreitung des Christentums wurde es als Fest des Frühlingsanfangs begangen. Schon Perser und Ägypter färbten Eier zu ihrem Frühlingsfest - als Symbol für die Fruchtbarkeit und die Erneuerung der Natur.

Diese Symboldeutung wurde von den Christen übernommen. So wurden die Eier im westlichen Europa rot gefärbt, um damit das Blut Christi zu symbolisieren. Im Osten dagegen nahm man Gold, um zu zeigen, wie kostbar das Ei ist. Erst später wurden auch bunte und verzierte Eier hergestellt.

Durch das Kochen (und Färben) werden Eier zudem haltbar gemacht. Besagt doch die christliche Fastenordnung, dass 40 Tage vor Ostern u.a. keine Eier und Eierspeisen verzehrt werden dürfen. Leider halten sich Hühner nicht an diese Fastenordnung und legen trotzdem weiter. Und um die gekochten von den rohen Eiern unterscheiden zu können, hat man Pflanzenblätter, Blüten, Schalen oder Rinden zum Färben mit ins Kochwasser gegeben.

Gefährdung durch Chemie

Viele der im Handel erhältlichen gefärbten Eier wurden mit chemischen Farben produziert. Diese können bei empfindlichen Menschen zu allergischen Reaktionen führen. Dabei handelt es sich um sogenannte Azofarben, die durch hauchdünne Risse in der Schale auch in das Ei gelangen können. Besonders bedenklich sind die Farbstoffe Azorubin (E 122) für rote Eier und Brilliantschwarz (E 151) für blaue Eier.

Diese können zu Hautrötungen, Juckreiz bis hin zu Neurodermitisschüben oder Asthmaanfällen führen. Kinder sind gefährdet, wenn sie beispielsweise beim Bemalen ihre verfärbten Finger in den Mund stecken oder gar unverdünnte Farbe schlucken. Daher sollten die Kleinen nie allein Ostereier färben. Zudem sind auch für Erwachsene Haushaltshandschuhe sinnvoll.

Als unbedenklich gelten die E-Farbstoffe Chlorophyllin (E 140) für grüne und Bixin/Norbixin (E 160b) für orangene Eier - und vor allem Naturfarben z.B. aus Zwiebelschalen, Rote-Bete-Saft oder Rotkohl.

Natürliche Alternativen

Um mit Zwiebeln zu färben, gibt man zwei bis drei Hände voll Schalen auf einen Liter Wasser und bringt dieses zum Kochen. Zwei Esslöffel Essig lassen die Farbe später intensiver leuchten. Insgesamt muss der Sud etwa eine halbe Stunde köcheln, dann können die Eier darin gefärbt werden - und erreichen bei langem Färben ein schönes mahagonibraun, bei kürzerem werden sie orange.

Bevor Eier gefärbt werden, sollte man überprüfen, ob die Oberfläche glatt und unbeschädigt ist. Kleine Eier besitzen meist eine dickere Schale und eignen sich daher gut zum Färben. Auch Bio-Eier haben zumeist eine dickere und damit stabilere Schale.

Nach dem Kauf können die Eier in einem lauwarmen Essigbad (1 TL Essigessenz auf 1 l Wasser) gereinigt werden. Die folgenden Farben sind mit natürlichen Extrakten möglich (die Gewichtsangaben beziehen sich jeweils auf 1 l Wasser):

  • Lindgrün: 20 g getrocknete Mateblätter
  • Hellgelb: 40 g Kamille oder 30 g Birkenblätter
  • Blau: 20 g getrocknete Heidelbeeren
  • Rot oder Violett: 30 g Rotkohl oder Rote Bete
  • Braun: 20 g Walnussschalen-Pulver
  • Karminrot: 2,5 g Coccus cacti (Cochenille-Schildläuse)

Gelb ist auch mit Gelbwurz (Kurkuma) oder Safran zu erreichen, wohingegen Gras oder Spinat einen grünen Farbton erzeugen. Der Zusatz von 1 TL Alaun macht die Farben leuchtender, Gelbtöne werden durch 1 TL Kaliumcarbonat verstärkt.

Grundsätzlich sollten die Kräuter und Pflanzenteile etwa zehn Minuten lang in einem Liter Wasser, versetzt mit etwas Essig, gekocht werden, damit sich die Farbstoffe lösen können. Den Sud danach durch ein Sieb abgießen.

Nun werden die Eier in dem Farbsud zum Kochen gebracht. Wenn die Farbe nicht intensiv genug ist, können die Eier auch noch im erkaltenden Sud liegen bleiben. Nach dem Trocknen wird der Glanz erzeugt: Mit einem Tropfen Öl oder einer Speckschwarte werden die Eier abgerieben.

Will man zudem noch Muster oder Verzierungen erreichen, sind der Phantasie beim Eierfärben keine Grenzen gesetzt. So können Blätter um die Eier gewickelt werden, genauso wie Stoffstücke oder Bänder. Mit einem Pinsel und Zitronensaft können Muster auf die Eier gemalt werden.

Bräuche mit Eiern

Natürlich wird der Großteil der zuvor so schön bunt gefärbten Eier zu Ostern gegessen. In vielen Regionen gibt es die Tradition, dass die Eier für die Kinder versteckt werden - und diese sie dann am Ostersonntag suchen.

Ein alter Osterbrauch ist das Ostereiertitschen, ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, das Ei des anderen zu zerbrechen. Dabei werden die Eierspitzen aufeinander geschlagen - angetitschte, also angestoßene Eier müssen verzehrt werden.

Entscheidend für den Ausgang dieses kleinen Wettkampfs, der in Bayern als "Oierhiartn", in Köln als "kippen" bekannt ist, sind die Härte und die Dicke der Eierschale. Diese hängen vor allem vom Alter des Huhnes ab, so dass Mitspieler im Vorteil sind, die kleinere Eier besitzen, die von jungen Hühnern stammen.

Andere regionale Bräuche rund um das Osterei sind das Werfen oder "schmieten" in Ostfriesland, bei denen die Eier im Wettstreit mit anderen möglichst weit geworfen werden. In einigen Gegenden sind auch Katapulte erlaubt, in anderen nur die reine Armkraft.

In Bautzen gibt es den Brauch des Eierschiebens - inzwischen ein Event, das weit über die Grenzen der Stadt bekannt ist. Die Anfänge dieses Brauches sollen bereits zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges liegen. Später ließen wohlhabende Bautzener Bürger hartgekochte Eier, Äpfel und Nüsse, später auch Apfelsinen und andere Leckereien den Protschenberg hinunterrollen. Für die ärmeren Kinder war dies eine Möglichkeit, an die ungewohnten Leckereien heranzukommen. Weitere Infos gibt es auf der Homepage der Stadt Bautzen.

Ausgeblasene und angemalte, beklebte oder anders geschmückte Eier werden in vielen Regionen an Frühlingssträucher gehängt.