Zink stärkt die Immunabwehr

Stoffwechsel und Funktion

Zink geht im Wesentlichen im Dünndarm in das Blutsystem über. Der Transport durch die Darmwand ist energieabhängig.

Es ist mengenmäßig das bedeutendste Spurenelement im menschlichen Körper. Der Speicher beträgt 2 bis 4 g Zink. Hohe Werte weisen Retina und Iris im Auge, die Zellen der Bauchspeicheldrüse, Prostata, Leber sowie Haare auf.

Je weniger Zink im Körper vorhanden ist, desto besser ist die Ausnutzung des angebotenen Nahrungszinks. Ausgeschieden wird dieser Mineralstoff über den Stuhl.

Da Zink als Bestandteil von Enzymen direkt an vielen Reaktionen beteiligt ist, spielt es eine wichtige Rolle im Stoffwechsel der Kohlenhydrate und Eiweiße. Außerdem steuert es die Produktion des Insulins in der Bauchspeicheldrüse.

Zink wirkt immunstimulierend und unterstützt die Wundheilung. Es fördert unter anderem die Bildung der so genannten Immunglobuline.

Bedarf und Bedarfsdeckung

Der genaue Bedarf an Zink ist bis heute nicht eindeutig bekannt. Die normalen täglichen Verluste an Zink, die ausgeglichen werden müssen, liegen bei 2,5 mg.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) geht von 20 Prozent Zubereitungsverlusten aus und kommt für den Erwachsenen auf einen täglichen Bedarf von 10 mg Zink. Da Frauen in der Regel weniger wiegen, sollten bei ihnen 7 mg pro Tag ausreichen.

Zink ist vor allem in tierischen Nahrungsmitteln enthalten, insbesondere in:

  • Innereien
  • Muskelfleisch
  • Milch und Milchprodukten

Unter den pflanzlichen Nahrungsmitteln weisen Getreide, Getreideprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse hohe Zinkwerte auf. Nicht zu vergessen sind auch einige Gemüsesorten wie Broccoli, Rosenkohl, Zwiebeln und Pastinaken.

Doch neben den Zubereitungsverlusten in den Nahrungsmitteln spielt die so genannte Bioverfügbarkeit ein große Rolle. Sie gibt an, wie viel Zink auch tatsächlich vom menschlichen Körper aufgenommen werden kann.

Da Zink in pflanzlichen Lebensmitteln an Phytat gebunden ist und dieser Komplex nicht verwertbar ist, geht ein beträchtlicher Teil mit dem Stuhl wieder verloren. Wahrscheinlich gehen nur 10 Prozent vom Darm ins Blut über; bei tierischen Nahrungsmitteln liegt die Quote mit 20 bis 40 Prozent wesentlich höher.

Beim Keimen und Einweichen von Getreide und Hülsenfrüchten wird ein Großteil des Phytats verändert und verliert seine zinkbindende Eigenschaft. Vegetariern wird daher empfohlen, diese Zubereitungsart häufig anzuwenden.

Ursachen für Zinkmangel

Aktuelle Studien konnten belegen, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland eine leichte Zinkunterversorgung aufweist. Mögliche Ursachen für diese Unterversorgung könnten sein:

  • eine unzureichende Zinkzufuhr
    (durch Diäten, Fastenkuren, unregelmäßige Nahrungsaufnahme, Fehlernährung oder Fast-Food),
  • eine erhöhte Zinkausscheidung
    (durch chronische Erkrankungen, Wechselwirkungen mit Medikamenten, Alkoholismus, starke oder chronische Blutverluste, starke Schweißabsonderung, physischen oder psychischen Stress und traumatische Situationen),
  • eine verminderte Zinkaufnahme
    (durch verminderte Verfügbarkeit des Zinks durch andere Nahrungsinhaltsstoffe, chronische Darmerkrankungen, angeborene Zinkresorptionsstörungen),
  • ein erhöhter Zinkbedarf
    (während der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und Jugendlichen, bei Sport oder starker körperlicher Belastung, bei Infektionen, Verbrennungen und Verletzungen).

Symptome des Zinkmangels

Entsprechend seiner Beteiligung an zahlreichen Stoffwechselprozessen sind die mit einem Zinkmangel einhergehenden Erkrankungen und Symptome vielfältig und ausgeprägt.

Vorwiegend betreffen sie die Haut, Haare und Nägel sowie das Immunsystem. So kann es beispielsweise zu einer gestörten Wundheilung, trockener und schuppiger Haut, dünnem glanzlosen Haar sowie Nagelveränderungen kommen.

Weitere Symptome des Zinkmangels können eine erhöhte Infektanfälligkeit, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Neigung zu Allergien, Nachtblindheit, Lethargie, Depressionen und Aggressivität sein.

Zinkmangel tritt bei Frauen immer häufiger auf, besonders dann, wenn sie die Pille nehmen, rauchen oder regelmäßig Abführmittel schlucken. Da Zink an der Bildung der Sexualhormone beteiligt ist, klagen Frauen mit Zinkmangel häufig über Zyklusstörungen. Schwangere erleiden häufiger Fehlgeburten.

Bei Männern kann der Mangel zu Fruchtbarkeitsstörungen führen, weil weniger Spermien produziert werden. Urologen geben deshalb Zink, um die Samenqualität zu verbessern.

Zinkpräparate zur Ergänzung

Dem Verbraucher steht in der Apotheke eine Vielzahl an Präparaten zur Vorbeugung oder zum Ausgleich eines Zinkmangels zur Verfügung.

Diese Präparate enthalten meist organische Verbindungen wie Zinkaspartat, -orotat, -gluconat oder Zink-Histidin, da diese besser vom Körper aufgenommen werden und deutlich verträglicher sind als anorganische Salze.

Besonders Zink-Histidin zeichnet sich durch eine hohe Bioverfügbarkeit aus, die etwa bei 30 bis 40 Prozent liegt. Auch Unverträglichkeitsreaktionen werden durch die Kopplung an Histidin reduziert.

Insgesamt gilt die Empfehlung, Zink-Präparate mit einem deutlichen Abstand zu den Mahlzeiten einzunehmen, um die Resorptionsverluste zu vermeiden. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Eine derartige ergänzende Therapie mit Zink ist nicht nur zur Deckung eines erhöhten Bedarfs, sondern auch bei Erkrankungen der Haut und Schleimhäute oder bei immunologischen und entzündlichen Erkrankungen empfehlenswert.