Die Zusammensetzung des Körpers

Früher und heute

Früher glaubten die Menschen, sich durch den Verzehr bestimmter Tierarten ebenso bestimmte Charakteristika dieser Tierspezies an"fressen" zu können. Der Verzehr von Löwenherzen sollte Tapferkeit mit sich bringen, von Rehfleisch Schnellfüßigkeit - weit gefehlt.

Doch nicht alle Vermutungen früherer Zeiten sind von der Hand zu weisen. So tranken Griechen seinerzeit Wasser, in dem ein verrostetes Schwert stand und erwarteten dadurch eine Stärkung des Körpers. Heute ist bekannt, dass eisenhaltiges Wasser wichtig für gesundes Blut und damit für die Energie eines Menschen ist.

"Der Mensch ist, was er isst" - eine häufig propagierte Aussage, die zeigt, dass viele Überlieferungen doch auch heute noch Gültigkeit haben. Doch heute ist dank medizinischer und ernährungswissenschaftlicher Fortschritte eine differenziertere Betrachtungsweise möglich.

Die exakte Bestimmung der Körperzusammensetzung ist schwierig. Doch heute erlauben verschiedene chemische und biologische Messverfahren eine Aussage über die ungefähre Zusammensetzung des Körpers.

Die Zusammensetzung in Zahlen

Die Körperzusammensetzung kann über so genannte Impedanzmessungen bestimmt werden. Dabei werden an den Händen und Füßen Elektroden angebracht und Energie in den Körper geschickt. Die Messung des Widerstandes (Impedanz) erlaubt es dann, die Anteile verschiedener Kompartimente zu berechnen.

Die wasserhaltigen und elektrolythaltigen Bereiche sowie das Volumen des Körpers bestimmen den Widerstand. Elektrolyte sind positiv geladene Kationen wie Natrium, Calcium und Magnesium sowie die negativ geladenen Anionen, z.B. Chloride, Sulfate, Proteine und Phosphate. Fett leitet den Strom weniger gut als die fettfreie Masse.

Ein Computer mit entsprechender Software kann nun die einzelnen Größen der Körperzusammensetzung berechnen:

  • Gesamtkörperwasser,
  • Fettmasse,
  • fettfreie Körpermasse und
  • die Körperzellmasse.

Chemische Zusammensetzung eines gesunden 65 kg schweren Mannes:

Körpergewicht (kg) Fett (kg) Gesamtkörperwasser (l) Zellmasse (kg)
Alter 25 J. 65 J. 25 J. 65 J. 25 J. 65 J.
Mann
60 9,6 14,5 36,9 33,3 27,3 22,1
80 18,1 24,5 45,3 40,6 33,5 27,0
100 29,1 37,2 51,9 46,0 38,5 30,6
Frau
60 17,9 21,8 30,8 28,0 21,2 18,3
80 29,5 34,6 37 33,2 25,6 21,7
100 44,0 55,3 41 36,4 28,2 23,8

Die typischen Unterschiede

Der Fettgehalt des weiblichen Körpers ist höher als der des männlichen Körpers. Dabei steigt die Fettmasse mit den Jahren in der Regel an. Es wird davon ausgegangen, dass die Fettmasse zur Hälfte direkt unter der Haut (subkutane Fettmasse) liegt, die andere Hälfte im Körper (Depotfett) verteilt ist.

Der Anteil an flüssiger Materie im menschlichen Körper schwankt ebenso wie der Fettgehalt mit dem Alter. Je älter der Mensch, desto weniger Flüssigkeit ist im Körper. Die Zellen geben mit jedem Lebensjahr immer mehr Flüssigkeit ab.

Besonders auffällig ist der hohe Wassergehalt bei der Geburt, der fast 80 % am ersten Lebenstag ausmacht. Schon nach Vollendung des ersten Lebensjahres liegt er nur noch bei 60 %, mit 15 Jahren bei 57 %.

Die Zellmasse ist aktives Gewebe und verantwortlich für alle physiologischen Funktionen des Körpers. Auch diese wird im Alter weniger. Der Anteil dieses stoffwechselaktiven Gewebes liegt bei Übergewichtigen niedriger.

Alle Zellen, die hier eingeschlossen sind, enthalten Wasser, jedoch variiert der Gehalt einzelner Zellen stark. Muskelzellen bestehen zu etwa 75 % aus Wasser, rote Blutkörperchen, Gehirn- und Bindegewebszellen haben einen wesentlich geringeren Wassergehalt.

Die chemische Analyse

Dazu im Vergleich kann der Körper des Menschen auch nach anderen Kriterien aufgeschlüsselt werden. Der Körper besteht - wie die Nahrung - aus Fett, Kohlenhydrate, Protein, Wasser und Mineralien.

Komplette Untersuchungen zur chemischen Zusammensetzung des menschlichen Körpers, die Aussagen über Variationen im Alter und bezüglich des Geschlechts zulassen, fehlen.

Trotz dieser Einschränkung gibt es dennoch Angaben, die für einen gesunden "Durchschnittsmenschen" gültig sind.

Chemische Zusammensetzung eines gesunden 65 kg schweren Mannes:

Komponente Anteil davon lebensnotwendig
absolut (kg) relativ (%)
Protein 11 17 80
Fett 9 13,8 10
Kohlenhydrate 1 1,5 20
Wasser 40 61,6 90
Mineralien 4 6,1 60

Lebensnotwendige Körperkompartimente

Die meiste Körpermasse ist zum Überleben wirklich unbedingt notwendig. Dennoch verteilt sich die so genannte Essenzialität auf die einzelnen chemischen Köperbestandteile in unterschiedlichem Maße.

Während 80 % des Körperproteins zum Überleben wichtig sind, sind es beim Fett nur 10 %. Bis auf etwa 200 g Kohlenhydrate kann der Körper seine Kohlenhydratreserven verlieren. Erst wenn der Anteil darunter sinkt, versucht der Körper über den Ab- und Umbau von Proteinen und Fetten Kohlenhydrate neu zu bilden.

Keine ernsthaften, gesundheitlichen Schäden erleidet der menschliche Körper, wenn er ein Drittel der Mineralien verliert. Von Wasser kann er 10 % seiner durchschnittlichen Flüssigkeitsmenge abgeben.

Gehen die Verluste über diese Werte hinaus, so entgleist der Stoffwechsel und kann nicht mehr optimal seine Funktionen ausüben. Krankheiten sind die Folge.