Cremes zum Selbermachen

So wirkt die Waschcreme

Gerade im Gesicht verlangt die Haut bei der Pflege sehr viel Feingefühl. Statt Seife sollte man zum Säubern daher lieber tensidfreie Alternativen wie Ton- oder Heilerden verwenden. Sie reinigen mindestens genauso gut wie tensidhaltige Mittel, schonen dabei den natürlichen Säureschutzmantel und trocknen die Haut spürbar weniger aus.

Der in der Creme enthaltene Honig verstärkt die Reinigungswirkung der feinen, saugstarken Tonpartikel. Seine Enzyme lösen abgestorbene Hautschüppchen und überschüssigen Talg. Zudem bindet der Zucker im Honig Feuchtigkeit und lässt so die Haut nach dem Waschen schön frisch und prall erscheinen.

Auch die Schleimstoffe der Malve glätten und straffen die Haut. Vor allem aber wirken sie entzündungshemmend, beschleunigen das Abklingen von Unreinheiten und sorgen dafür, dass keine Hautirritationen entstehen. Die wertvollen Schleimstoffe findet man sowohl in den Blättern als auch in den Blüten der wilden Malve.

Nur in den Blüten enthalten ist der lila Farbstoff Malvin, der ebenfalls als exzellent wirksamer Entzündungshemmstoff gilt.

Milde Malvenwaschcreme

Das braucht man: 10 - 15 frische Malvenblüten, 4 TL Ton- oder Heilerde, 1 TL Honig. Dazu: ein Mörser und eine Schale zum Mischen. So wird die Creme hergestellt: 1. Die frischen Malvenblüten zunächst grob zerhacken. Anschließend in einem Mörser mit einem Teelöffel Wasser möglichst fein zerreiben.

2. Die gemörserten Malven gibt man in eine Schale und fügt Heilerde und Honig hinzu und verarbeitet sie mithilfe von zwei bis vier Teelöffeln Wasser zu einer weichen, gut streichfähigen Paste.

3. Die fertige Waschcreme wird in ein Tiegelchen gefüllt und in den Kühlschrank gestellt. Hier hält sie sich etwa drei Tage lang.

Labkraut-Kokoscreme

Galium verum, das gelb blühende Echte Labkraut, ist nicht nur reich an duftenden ätherischen Ölen. Es enthält auch viele andere, der Haut sehr wohltuende Substanzen wie Rutoside, Gerb- und Farbstoffe.

Sie stärken und festigen das Gewebe, stabilisieren die feinen, dicht unter der Hautoberfläche verlaufenden Blutgefäße und wirken zudem mild entzündungshemmend - genau die richtigen Pflegeeigenschaften für die im Sommer durch Hitze und Sonne gestresste Haut.

Für leichte, rasch einziehende Textur der Creme sorgt Kokosfett - eigentlich ein Öl, das jedoch mit etwa 25 °C einen recht niedrigen Schmelzpunkt besitzt und somit bei normaler Raumtemperatur als festes Fett vorliegt. Dank des niedrigen Schmelzpunktes lässt sich Kokosfett sehr leicht verarbeiten.

Man stellt es zum Verflüssigen einfach in die Sonne. Anschließend wird es im Kühlschrank schnell wieder starr. Am besten verwendet man für die Creme möglichst das zart duftende, native Kokosfett. Raffiniertes Kokosfett ist zwar preisgünstiger, riecht aber nach gar nichts und zieht auch weniger gut in die Haut ein.

Herstellung der Creme

Das braucht man: Zwei kleine Sträußchen blühendes Labkraut, ca. 75 g natives Kokosfett. Dazu: Ein Schraubdeckelglas und ein möglichst feinmaschiges, kleines Küchensieb.

Zu Herstellung: 1. Man gibt etwa 75 g Kokosfett in ein Schraubdeckelglas und stellt das Gefäß auf die warme, sonnige Fensterbank, um das Fett zu schmelzen. 2. In der Zwischenzeit das frisch gepflückte Labkraut verlesen und sacht ausschütteln, um eventuelle Krabbeltierchen zu entfernen - auf keinen Fall waschen, da ein Großteil des duftenden Blütenstaubs abgespült wird.

3. Sämtliche Blütendolden des ersten Sträußchen abzupfen und in das mittlerweile flüssig gewordene Kokosfett geben. 4. Nach einem Tag im warmen, flüssigen Fett sind die Blüten verbräunt und ausgelaugt. Durch ein Küchensieb werden sie nun abfiltriert und durch die frisch gezupften Blüten des zweiten Labkrautsträußchens ersetzt.

Auch die zweite Charge Blüten sollte etwa einen Tag lang an einem warmen Ort durchziehen. Anschließend gießt man das Kokosfett durch das Küchensieb direkt in ein Tiegelchen und lässt es im Kühlschrank erstarren. Die Creme ist sechs Monate, im Kühlschrank sogar 12 Monate haltbar.