Heilpflanzen bei Frauenleiden

Passionsblume und Traubensilberkerze

Die Passionsblume wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2011 gewählt und ist das Mittel der Wahl bei innerer Unruhe, Schlafstörungen und nervösen Magen-Darm-Beschwerden.

Die beruhigenden und angstlindernden Effekte werden durch die Hemmung eines Botenstoffes im Nervensystem erreicht. Um diese Wirkung zu verstärken, kann die Passionsblume z.B. mit Baldrian kombiniert werden.

Für eine Urtinktur frische Pflanzenteile in ein Schraubglas geben, mit Weingeist bedecken und geschlossen vier Wochen ziehen lassen. Abseihen, in eine dunkle Flasche füllen und ein bis drei Mal täglich je 20 Tropfen nehmen.

Die Indianer verwendeten die Traubensilberkerze (Cimicifuga) bei Wechseljahrsbeschwerden, aber auch bei Schlangenbissen. Neben den östrogenähnlichen Inhaltsstoffen, die Hitzewallungen und Co. reduzieren, hat die Pflanze auch krampflösende und schmerzlinderne Wirkung.

Cimicifuga ist nicht nur innerlich als Tee, Tinktur oder in Tablettenform nützlich, sondern auch äußerlich, etwa als Fußbad. Dafür die Wurzeln abkochen, den Sud mit warmem Wasser verdünnen und die Füße 15 Minuten lang darin baden.

Frauenmantel, Kamille und Wolfstrapp

Frauenmantel heilt offene Wunden im Mund, lindert Durchfall und Menstruationsbeschwerden. Enthalten ist das pflanzliche Hormon Progesteron, Gerbstoffe, die stopfen, sowie Harze und Bitterstoffe.

Wirksam ist die Pflanze als Tee, für den 2 TL zerstoßene Blätter pro Tasse mit kochendem Wasser aufgegossen werden. Zehn Minuten ziehen lassen und bis zu fünf Tassen am Tag trinken.

Der Korbblütler Kamille dämpft Blähungen, kann Husten und Schnupfen lindern und soll bei Hämorrhoiden sowie Akne helfen. Die Inhaltsstoffe der Pflanze haben antientzündliche, antibakterielle und entkrampfende Wirkung.

Ein Dampfbad mit getrockneten Kamillenblüten wirkt schleimlösend, reinigend und abschwellend. Dazu 50 g Kamillenblüten mit einem Liter Wasser aufkochen, fünf Minuten ziehen lassen und eine Viertelstunde lang inhalieren.

Schilddrüsenerkrankungen betreffen meist Frauen. Bei leichter Hyperthyreose mit vegetativen Störungen ist Wolfstrapp hilfreich. Auch Brustspannen und PMS kann er offenbar lindern.

Inhaltsstoffe wie Gerbstoffe, Glycoside und Lycopin reduzieren den Jodtransport zur Schilddrüse und mindern die Hormonausschüttung. Für einen Tee 1 TL getrocknetes Kraut mit heißem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Nicht mehr als zwei Tassen am Tag davon trinken.

Artischocke und Weißdorn

Ist die Fettverdauung durcheinander gekommen, kommt die Königsartischocke zum Einsatz. Ihre Inhaltsstoffe regen die Gallensaftproduktion an, schützen so die Leber und regulieren die Cholesterinwerte.

Für eine Tasse Tee 1 TL getrocknete Blätter mit 150 ml kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Wem der Tee zu bitter ist, der kann auf Kapseln aus der Apotheke zurückgreifen.

Bei nervösen Herzbeschwerden, Herzstechen, Druckgefühl in der Brust und leichten Herzrhythmusstörungen ist Weißdorn angebracht. Er verbessert die Durchblutung der Herzkranzgefäße und die Sauerstoffversorgung des Herzens.

Außer als Tee, Tropfen oder Tabletten sind die Früchte als Mus verwendbar, zum Beispiel im Joghurt. Dazu die Beeren 20 Minuten kochen und anschließend durch ein Sieb streichen.

Rotes Weinlaub und Gänsefingerkraut

Wer schwache Venen hat, häufig mit Krampfadern, Besenreisern oder schweren, geschwollenen Beinen zu tun hat, sollte Rotes Weinlaub ausprobieren. Die darin enthaltenen Flavonoide hemmen Entzündungen, helfen, Gefäßwände abzudichten und vermeiden das Eindringen von Wasser ins Gewebe.

Die Blätter können als Kompresse aufgelegt werden. Außerdem kann eine Tinktur hergestellt oder fertige Tabletten bzw. eine Creme oder ein Gel angewendet werden.

Neigt man bei Wetterwechsel zu Migräne, soll Gänsefingerkraut schützen. Es bekämpft auch Wadenkrämpfe und lindert Entzündungen im Mund- sowie Rachenraum.

Bis zu zehn Prozent Gerbstoffe sollen vor Krankheitserregern schützen und Kopfschmerzattacken vorbeugen. Ein Tee wird aus 1 g getrocknetem Gänsefingerkraut und 150 ml siedendem Wasser hergestellt. Aufgießen, zehn Minuten ziehen lassen, dann abseihen.