Verletzungen beim Sport

König Fußball

Fußball gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Sportarten. Rund sechs Millionen Menschen sind in den mehr als 27.000 Fußballvereinen hier zu Lande aktiv. Dazu kommen ungezählte Hobbykicker in Freizeit-, Stammtisch- oder Betriebsmannschaften.

Diese große Zahl an Fußballern korrespondiert mit einer großen Zahl an Verletzungen. Rund die Hälfte aller Sportverletzungen geschieht beim Fußball. Dabei gibt es die harmlosen Verletzungen wie Prellungen, Schürf- oder Platzwunden sowie Blasen.

Am häufigsten kommen Muskelzerrungen und Muskelfaserrisse vor, besonders zu Spielbeginn, wenn die Spieler noch nicht ausreichend aufgewärmt sind. Bei den Gelenkverletzungen führt das Knie die Hitliste an.

Klassische Verletzungen sind Meniskus- und Kreuzbandrisse sowie Verletzungen der Seitenbänder. Gefährdet ist das Knie, weil es ständig die teilweise sehr starken Drehbewegungen mitmachen muss, die beim Fußball nötig sind.

Eine weitere häufige Verletzung beim Spiel mit dem runden Leder betrifft das Sprunggelenk. Gerade auf unebenen Plätzen geschieht es schnell, dass man mit dem Fuß umknickt. Bei gerissenen Bändern entstehen starke Schmerzen und der Knöchel schwillt sehr schnell an.

Auch Arm-, Handgelenk- und Schulterverletzungen sind beim Fußball möglich, beispielsweise durch Stürze oder auch Kollisionen mit dem Gegenspieler. Häufig ist das Schultergelenk ausgekugelt oder auch das Schlüsselbein gebrochen.

Dies sollte man beachten

Die häufigsten Gründe für Fußballverletzungen sind Überanstrengung, mangelndes Aufwärmtraining und die falsche Ausrüstung. Zum Schutz der Fußgelenke und Schienbeinknochen sollte man deshalb unbedingt mit Fußballschuhen und Schienbeinschonern spielen - auch wenn es sich nur um einen Hobbykick handelt.

Wer erschöpft und ermüdet ist, sollte das Spiel beenden und sich gegebenenfalls auswechseln lassen, wenn der Schiri noch nicht abgepfiffen hat. Die Folgen von Ermüdung sind Konzentrationsschwächen, Unachtsamkeit und ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Deshalb: Raus aus dem Spiel, auch wenn es schwer fällt, weil vielleicht noch die Chance auf den erhofften Sieg besteht.

Wichtig ist auch das ausreichende Trinken - schon während des Spiels. Damit wird der durch Schwitzen bedingte Flüssigkeitsverlust ausgeglichen. Wegen des hohen Vitamin- und Mineralstoffgehaltes ist Apfelschorle besonders geeignet.

Ein faires Spiel trägt ebenfalls zur Verringerung des Verletzungsrisikos bei. Absichtliches Treten, Stoßen und Anrempeln ist nicht nur unsportlich und führt zu gelben und roten Karten, sondern fordert Unfälle geradezu heraus.

Vor dem Spiel heißt es natürlich, sich ausreichend aufzuwärmen. Ein paar leichte Gymnastik- und Stretching-Übungen sollten Sie auf jeden Fall einplanen - dazu einige kurze Sprints. Nach dem Spiel heißt es dann, sich auszulaufen und zu dehnen.

Zur Regeneration müder Knochen können warme Bäder und Saunagänge dienen. Auch Massagen sind angenehm, bei Verletzungen jedoch nicht zu empfehlen.

PECH für Sportler

Nicht nur bei Fußball-Verletzungen gilt die PECH-Regel als oberstes Gebot. Bei Verstauchungen und Co. gilt diese leicht zu merkende Abfolge von Pause, Kühlung, Kompression und Hochlagerung.

  • Das P steht für Pause - unmittelbar nach der Verletzung sollte das Bein oder der Arm ruhig gestellt werden. Das geschieht meist von selbst, um dem Schmerz bei Bewegungen auszuweichen.
  • Anschließend sollte man kühlen - das E steht entsprechend für Eis. Wer kein Eis hat, kann auch kaltes Wasser oder eine Kühlkompresse aus der Apotheke nehmen. Insgesamt sollte mindestens eine halbe Stunde gekühlt werden. Wichtig ist, dass weder Eis noch Kühlkompressen direkt mit der nackten Haut in Berührung kommen sollten, damit es nicht zu Erfrierungsschäden kommt.
  • Das C steht für Compression. Eine elastische Binde hilft z.B. gegen ein schnelles Anschwellen von Knöchel oder Knie. Auch hier können die einzelnen Lagen mit Eiswasser oder Kältespray gekühlt werden.
  • H bedeutet Hochlagern. Verletzte Beine oder Arme sollten nach der vorhergehenden Behandlung hoch gelegt werden - am besten höher als das Herz. So kann das Blut besser zurückfließen und Blutergüsse werden nicht so groß.

Farbenfrohe Blutergüsse

Blutergüsse (Hämatome) sind in der Regel harmlos und verschwinden nach einigen Tagen wieder von selbst. Sie entstehen durch ein Reißen eines Blutgefäßes nach einem Sturz, Stoß oder Schlag, wobei Blut in das umliegende Gewebe austritt.

Im Verlaufe seiner Heilung nimmt der blaue Fleck verschiedene Farben an:

  • Rot: Das Gefäß ist gerissen und das flüssige Blut tritt ins Gewebe. Der Blutfarbstoff Hämoglobin ist für die rote Färbung verantwortlich.
  • Dunkelrot bis Blau: Das Blut gerinnt.
  • Braun-schwarz: Eiweiße bauen den Blutfarbstoff zu Choleglobin/Verdoglobin (Gallenfarbstoff) ab.
  • Dunkelgrün: Enzyme sind für den Umbau zum Gallenfarbstoff Biliverdin verantwortlich.
  • Gelb-braun: Endprodukt des Abbauvorgangs ist der Gallenfarbstoff Bilirubin.

Durch sofortiges Kühlen der verletzten Stelle kann vor allem der mit dem Hämatom verbundene Schmerz vermindert werden. Auch die Ausbreitung des Hämatoms lässt sich so verringern.

Wegen der Kälte ziehen sich die zuführenden Blutgefäße zusammen, wodurch weniger Blut in das Gewebe austritt. Weitere Bewegung sollte, so weit wie möglich, vermieden werden, da sonst die Muskulatur weiterhin gut durchblutet wird und sich die Einblutung ins Gewebe verstärken kann.

Neben der Kühlung bietet sich eine Hochlagerung des verletzten Körperteils an. Dadurch verringert sich der Blutfluss zum verletzten Gebiet deutlich. Es tritt weniger Blut aus, womit die weitere Ausbreitung eines Hämatoms reduziert, manchmal sogar gestoppt werden kann.

Tipp: Auch der diesjährige Tag der Apotheke am 22. Juni beschäftigt sich unter dem Motto "Sportschmerzschlussaus" mit Sportverletzungen. Hier finden Sie weitere Informationen.