Allergien richtig behandeln

Medikamentöse Behandlung

Das Allergen zu meiden bzw. auszuschalten ist zwar oberstes und wichtigstes Prinzip, vielfach aber nicht möglich. Deshalb wird häufig eine medikamentöse Behandlung angesetzt.

Im Bereich der antiallergischen Medikation sind vor allem die folgenden Arzneimittelgruppen wichtig:

  • Antihistaminika
  • Kortison
  • Mastzellstabilisatoren
  • Bronchodilatatoren

Antihistaminika blockieren die Wirkung von Histamin. Sie wirken besonders gut, wenn sie mehrere Stunden vor dem Kontakt mit dem Allergen angewendet werden. Häufig werden sie bei Heuschnupfen und bei Nesselfieber (Urtikaria) eingesetzt.

Kortison wirkt entzündungshemmend, abschwellend und dämpft die Aktivität des Immunsystems. Oft wird Kortison lokal am Entzündungsherd auf der Haut oder Schleimhaut angewendet. Bei schweren allergischen Zuständen wie z.B. beim Asthma oder beim allergischen Schock spritzt der Arzt Kortison intravenös.

Mastzellstabilisatoren wie die häufig eingesetzte Cromoglicinsäure, stabilisieren die Zellwände der Mastzellen; die so abgedichteten Mastzellen schütten dann weniger Histamin aus, und die allergischen Reaktionen werden abgedämpft.

Bronchodilatatoren (z.B. Theophyllin und Beta-2-Sympathomimetika) sind Medikamente zur Entkrampfung der Bronchialmuskulatur. Sie erweitern schnell die Bronchien und werden deshalb häufig bei asthmatischen Beschwerden eingesetzt.

Mit dem nicht-steroidalen topischen Immunmodulator Tacrolimus gibt es neuerdings Hoffnung auf eine wirksame Langzeittherapie der Neurodermitis, die oftmals mit allergischen Beschwerden einher geht. Die unerwünschten Nebenwirkungen von Kortison werden bei diesem Wirkstoff vermieden. Das erst im Frühjahr 2002 in Deutschland zugelassene Präparat verursacht zwar anfänglich ein vorübergehendes Brennen und Jucken; im Laufe der Behandlung und bei gleichzeitiger Heilung der Haut verschwinden diese Nebenwirkungen jedoch wieder. Die unerwünschte Verdünnung der Haut (Haut-Atrophie) wie bei der Kortison-Behandlung bleibt jedoch aus.

Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung ist eine Methode zur Behandlung von Allergien, bei der der Allergiker "seine" Allergene in langsam steigender Dosis unter die Haut gespritzt bekommt.

Damit wird es dem Immunsystem ermöglicht, sich nach und nach an das Allergen zu gewöhnen. Ziel ist es, die Überempfindlichkeit allmählich zu verringern und schließlich möglichst ganz auszuschalten.

Die Behandlung muss jedoch über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. Meist sind wöchentliche Injektionen während der Winterzeit über drei Jahre erforderlich. Eine Hyposensilbiliserung ist nur gegen drei bis vier Allergene gleichzeitig möglich.

Bei Pollen-, Hausstaubmilben- und Tierhaarallergie liegt die Erfolgsquote etwa bei 90 %, bei Insektengiftallergie (Wespen) sogar noch höher. Letztere muss jedoch meist in der Klinik durchgeführt werden. Andere Allergene dagegen (z.B. Schimmelpilzsporen) sind weniger gut für eine Hyposensibilisierung geeignet.

Die Prognose

Die Prognose bei Allergien ist äußerst unterschiedlich.

Für die meisten Patienten, die z.B. auf Pollen allergisch sind, ist das Ganze nur eine mehr oder weniger lästige, saisonal begrenzte Angelegenheit.

Andere Patienten lernen mit ihrer Allergie zu leben, indem sie "ihr" Allergen so weit als möglich meiden, indem sie in der Zeit in Urlaub gehen, in der gerade Pollenflug-Hoch-Zeit ist, oder schweren Herzens ein Haustier abschaffen.

Wiederum andere Betroffene mit Allergien wie Asthma oder Neurodermitis sind oft ein Leben lang behandlungsbedürftig und sind in ihrer Lebensführung manchmal erheblich behindert.