Glaukom: Risiken früh erkennen - optimal behandeln

Früherkennung nutzen!

Die Gefahr, die von einem Überdruck im Innern des Auges für das Sehvermögen ausgeht, ist immer noch viel zu wenig bekannt, so die Initiatoren der 2. Nationalen Aktionswoche gegen den Grünen Star. Dies sind das Deutsche Grüne Kreuz, die Patientenvereinigung Initiative Glaukom, der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands und der Berufsverband der Augen-Diagnostic-Centren.

Etwa eine Million Bundesbürger ist schon am Glaukom erkrankt. Mindestens eine weitere Million Menschen, möglicherweise sogar zwei bis drei Millionen, lebt mit einem noch nicht entdeckten gefährlich hohen Augeninnendruck.

Die Betroffenen merken in aller Regel lange Zeit nichts von ihrer Krankheit. Nur eine Früherkennung beim Augenarzt gibt Sicherheit. Alle Menschen ab 40 Jahren sollten dies regelmäßig in Anspruch nehmen.

Schleichender Sehverlust

Der Grüne Star besteht in einer dauerhaften Unterversorgung des empfindlichen Sehnervs mit Sauerstoff und Nährstoffen. Dazu kommt es durch mangelhafte Durchblutung.

Ursache ist in den meisten Fällen ein erhöhter Augeninnendruck. Dadurch wird der Sehnerv gequetscht und stirbt allmählich ab. Nur in seltenen Fällen tritt der so genannte Glaukom-Anfall durch plötzlich steigenden Augendruck auf, der sich durch rote, tränende Augen, unscharfes Sehen sowie Kopfschmerzen und Übelkeit bemerkbar macht. Hier hilft nur eine sofortige Operation.

Ansonsten verläuft der Grüne Star schleichend und schmerzlos. Das macht die Krankheit für den Betroffenen so heimtückisch. Die Fasern des Sehnervs sterben nach und nach ab. Das Gesichtsfeld wird allmählich immer enger. Das fällt anfangs nicht auf, denn im Zentrum des Gesichtsfeldes können die Betroffenen noch lange scharf sehen.

Zudem sind nicht immer beide Augen gleichermaßen betroffen. Das gesündere Auge übernimmt dann allmählich die Aufgaben des Sehens, während das andere langsam blind wird.

Wenn die Betroffenen merken, dass sie schlecht sehen, ist schon ein großer Teil des Sehnervs zerstört – und zwar unwiederbringlich!

Früherkennung erhält Augenlicht

Bei einer rechtzeitigen Erkennung des erhöhten Augeninnendrucks kann dem Sehverlust entgegengewirkt werden. Alle Behandlungen zielen darauf, den Druck im Augeninneren zu senken.

An erster Stelle stehen hier Augentropfen. Moderne Präparate müssen nur noch einmal am Tag angewendet werden.

Erst wenn diese nicht helfen, kommt der Laser oder das Skalpell zum Einsatz, um den Abfluss des Kammerwassers zu erleichtern. Auch nach einem solchen Eingriff kann die Anwendung von Augentropfen erforderlich sein.

Augentropfen gegen das Glaukom müssen lebenslang genommen werden. Von ihrer korrekten Anwendung hängt es ab, ob die Schädigung des Sehnervs aufgehalten werden kann.

Risikofaktoren für den Grünen Star sind:

  • Alter über 40 Jahre
  • Vererbung, d.h. nahe Verwandte mit Glaukom
  • erhöhter Augeninnendruck
  • starke Kurzsichtigkeit (über 5 Dioptrien).

Daher sollte jeder ab 40 Jahren jährlich zur Kontrolle beim Augenarzt gehen, Menschen mit erhöhtem familiären Risiko schon früher. Diese Chance zur Erhaltung des Augenlichts wird jedoch bislang noch zu selten genutzt. Die Aktionswoche gegen den Grünen Star hat das Ziel, über das Krankheitsbild, die Vorsorgeuntersuchungen und die Behandlungsmöglichkeiten des Grünen Stars zu informieren.

Informationen, z.B. in Form von Broschüren und Vorträgen, bieten nicht nur Augenärzte, sondern auch zahlreiche Gesundheitsämter und Apotheken. Außerdem finden Sie weitere Tipps unter:

  • Deutsches Grünes Kreuz
  • Bundesverband der Augenärzte Deutschlands