Gutes für die Augen

Ein verbreitetes Krankheitsbild

Rund 40 Millionen Deutsche brauchen eine Brille. Meist schleichen sich Fehlsichtigkeiten schon in jungen Jahren ein. Schuld ist oft ein Baufehler des Auges.

Bei kurzsichtigen Menschen ist der Augapfel zum Beispiel lang gewachsen. Dadurch treffen die Lichtstrahlen bereits vor der Netzhaut zusammen und Dinge erscheinen mit zunehmender Entfernung unschärfer.

Bei Weitsichtigen hingegen ist der Augapfel zu kurz, die Strahlen werden hinter der Netzhaut gebündelt, Nahes verschwimmt. Ab einem Alter von 45 Jahren verliert häufig die Augenlinse an Elastizität. Man wird altersweitsichtig. Doch es lohnt genaueres Hinschauen. Nicht immer liegen die Probleme im Alter und den Genen.

Man kann die Augen verschiedentlich unterstützen und somit ein vorzeitiges Nachlassen der Sehkraft verhindern. Dabei helfen vor allem eine bewusste Ernährung und unterschiedliche Präparate aus der Apotheke. Auch spezielle Übungen können hilfreich sein.

Das Auge isst mit

Karotinoide stecken bekanntermaßen in Karotten. Doch ihr Betacarotin sorgt nur dafür, dass man nachts besser sieht. Spinat, Feldsalat oder Rucola können mit ihren Karotinoiden Lutein und Zeaxathin mehr: Die Farbstoffe bewahren die Netzhautmitte (Makula) wie eine natürliche Sonnenbrille vor Schäden, die zur Makuladegeneration führen können.

Die Vitamine E und C schützen die Zellen der Augen vor freien Radikalen. Vitamin C liefern beispielsweise Kartoffeln, Paprika und Zitrusfrüchte. Pflanzenöl, Eigelb und Nüsse spenden Vitamin E.

Zink ist für den Sehprozess wichtig und hilft bei der Jagd auf freie Radikale - das Spurenelement ist ein Baustein von Enzymen, die diese abfangen. Es steckt in Vollkorn- und Milchprodukten sowie Rindfleisch.

Omega-3-Fettsäuren fördern die Tränenproduktion und hemmen Entzündungen. Sie finden sich in fettreichem Fisch wie zum Beispiel dem Lachs oder Hering, sind aber auch in Nahrungsergänzungsmitteln für die allgemeine Stärkung der Sehkraft enthalten.

Hilfe bei trockenen Augen

Fehlt es an Tränenflüssigkeit, sind gerötete Augen, Fremdkörpergefühl oder unscharfes Sehen die Folge. Im Sommer lassen Klimaanlagen den Tränenfilm stärker verdunsten. Daher sollte man so oft wie möglich ins Freie gehen. Schon wenige Minuten reichen aus, um die Tränenproduktion wieder in Schwung zu bringen.

Regelmäßiges Lüften oder, wenn das nicht geht, Zimmerpflanzen und Luftbefeuchter fördern zu Hause oder im Büro ein augenfreundliches Klima. Normalerweise schlägt das Augenlid etwa 10- bis 15-mal pro Minute und verteilt den Tränenfilm so gleichmäßig auf der Hornhaut. Das beschützt das Auge vor Fremdkörpern und versorgt die vorderen Schichten der Hornhaut mit Nährstoffen. Sitzt man vor dem Computer, dem Smartphone oder dem Fernseher, schlagen die Lider nur rund fünf Mal pro Minute. Daher: Den Blick öfter mal in Ferne schweifen lassen und bewusst blinzeln.

Arzneimittel gegen Allergien, Bluthochdruck oder Wechseljahresbeschwerden greifen in die Produktion des Tränenfilms ein und können trockene Augen verursachen. Eventuell hilft die Umstellung auf ein anderes Präparat. Den Arzt oder die Ärztin auf jeden Fall auf trockene Augen ansprechen - sie können auch Begleiterscheinungen von Diabetes, Rheuma oder Schilddrüsenerkrankungen sein.

Künstliche Tränen und Augentrost

Hinter dem Begriff künstliche Tränen verbergen sich rezeptfreie Tränenersatzmittel aus der Apotheke. Experten empfehlen Produkte ohne Konservierungsstoffe - denn sie sind besser verträglich und können auch ruhig häufig angewendet werden.

Die Inhaltsstoffe dieser Präparate bilden einen Schutz- und Gleitfilm auf der Augenoberfläche, stabilisieren den noch vorhandenen Tränenfilm und helfen bei der Regeneration.

Augentrost wirkt beruhigend und lindert leichte Bindehautreizungen. Dazu 1 Teelöffel getrockneten Augentrost (in der Apotheke) mit kochendem Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen lassen, abseihen. Wattepads damit tränken, zehn Minuten auf die geschlossenen Augen legen. Dreimal täglich anwenden.

Auch viele Augentropfen enthalten Augentrostauszüge. Sie regulieren sanft, aber wirksam den Flüssigkeitsorganismus im Augenbereich.