Blutzuckermessen richtig gemacht

Die richtige Einstellung des Blutzuckerwertes ist die Basis einer jeden erfolgreichen Diabetestherapie. Dazu muss der Blutzuckerwert in regelmäßigen Abständen ermittelt werden. Die modernen Geräte zur Blutzuckerselbstkontrolle bieten die Möglichkeit, dies schnell, handlich und komfortabel zu erledigen.

So kommen die Geräte dank hoch entwickelter Messtechnologien inzwischen mit winzigen Blutmengen aus und ermitteln das Ergebnis in Sekundenschnelle. Dennoch gibt es - auch bei Menschen, die seit langem ihre Blutzuckerwerte selbst ermitteln - immer wieder Unklarheiten und Fragen.

Ob und wie oft ein Diabetiker seinen Blutzucker kontrollieren sollte, ist vor allem von der Art des Diabetes, der Behandlungsform sowie der Stabilität des Stoffwechsels abhängig. Wer beispielsweise Medikamente nimmt, die den Blutzucker senken, aber keine Unterzuckerungen auslösen, muss nicht täglich den Blutzucker selbst kontrollieren. Meist reicht eine Messung alle drei bis sechs Monate beim Arzt aus, bei der der Blutzucker-Langzeitwert ermittelt wird.

Anders ist es bei Diabetikern, die Insulin spritzen und ihre Dosis selbstständig an den Bedarf anpassen. Sie sollten etwa vier bis sieben Messungen täglich durchführen, vor den Hauptmahlzeiten, vor dem Schlafengehen sowie beim Verdacht auf eine Unterzuckerung.

Ein sogenanntes Tagesprofil reicht in vielen Fällen einmal pro Woche aus, wenn der Arzt festgelegt hat, welche Insulinmengen zu spritzen sind und wenn die Zuckerwerte zudem stabil sind. Für dieses Profil wird an einem Tag der Woche vor den Mahlzeiten gemessen, dazu kommen Messungen zwei Stunden nach dem Essen und vor dem Zubettgehen. Aus den Werten kann der Arzt erkennen, ob gegebenenfalls eine Therapieänderung nötig ist.

Tipps zur richtigen Blutzuckermessung

1. Hände waschen

Bevor Sie Ihren Blutzucker messen, sollten Sie Ihre Hände waschen und gut abtrocknen. Das warme Wasser regt die Durchblutung an. Zum Händewaschen ist eine milde Seife ausreichend, Desinfektionsmittel oder Alkohol sind normalerweise nicht erforderlich.

Die Hände sollten gesäubert und trocken sein, da bereits geringste Rückstände von Obst, Süßigkeiten, Limonade, Cremes, Schweiß oder Schmutz die Blutzuckermesswerte verfälschen können. Wassertropfen könnten das Blut verdünnen - und so ebenfalls zu falschen Werten führen.

2. Pieksen, um den nötigen Blutstropfen zu gewinnen

Mit der Lanzette, die bei jeder Messung neu genommen werden sollte, wird der für die Messung notwendige Blutstropfen gewonnen. Die meisten Menschen nehmen das Blut aus der Fingerbeere, also die nervenreiche Tastfläche der Finger. Sinnvoll ist es, die Fingeraußenseiten zu verwenden. Hier befinden sich zum einen weniger Nervenenden, weshalb die Schmerzempfindlichkeit geringer ist, zum anderen sind diese Stellen besser durchblutet.

Tipp: Wechseln Sie die Entnahmestellen regelmäßig. Prinzipiell können alle Fingerspitzen verwendet werden, Mittel-, Ring- und kleiner Finger eignen sich jedoch besser, weil sie meist weniger Hornhaut haben als Zeigefinger und Daumen.

Pressen Sie die Fingerspitze nicht zu stark, sonst wird die Blutprobe durch Gewebswasser verdünnt und die Messergebnisse können falsch sein.

3. Blut auf den Teststreifen auftragen

Je nach Gerät wird der Teststreifen vor der Messung eingelegt. Die Teststreifen sollten immer in der Originalverpackung aufbewahrt werden, um sie vor Licht, Luft und Feuchtigkeit zu schützen.

Der Streifen saugt das Blut aus dem angepieksten Finger auf - das Gerät zeigt nach kurzer Zeit den ermittelten Blutzuckerwert.

Tipp: Vermeiden Sie starke Temperaturunterschiede zwischen Gerät und Teststreifen sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit, um die Messgenauigkeit zu unterstützen.

4. Messwerte notieren

Wichtig ist, die gemessenen Werte - entweder schriftlich oder digital - in einem Blutzucker-Tagebuch festzuhalten. So behalten Sie selbst den Überblick, aber auch der Arzt kann seine Therapie besser an den Werten ausrichten. Dabei sollten Sie auch notieren, was den Blutzuckerwert beeinflusst haben könnte, wie z.B. das Essen, Sport oder eine Krankheit.

Neuigkeiten bei der Blutzuckerkontrolle

Eine neue Methode erlaubt die Blutzuckermessung ohne Blut. Dazu wird ein Sensor am Oberarm unter die Haut implantiert. Dieser ermittelt aus der Zwischenzellflüssigkeit kontinuierlich den Blutzuckerwert. Mit einem Lesegerät können die Daten jederzeit abgerufen werden. Der Sensor arbeitet 14 Tage lang.

Diese Methode bietet sich allerdings nur an, wenn die Blutzuckerwerte relativ stabil sind. Sind sie sehr niedrig oder sehr hoch, sollte die herkömmliche Art der Blutzuckermessung verwendet werden.

Für unterwegs gibt es Geräte, die ohne separate Teststreifen auskommen. Sie sind eine Kombination aus Blutzuckermessgerät, Stechhilfe und Test in einem.

Nutzen Sie die Möglichkeit, sich ausführlich in Ihrer Apotheke vor Ort beraten zu lassen und hilfreiche Unterstützung für den Umgang mit Diabetes im Alltag zu holen. Finden Sie hier eine teilnehmende Apotheke in Ihrer Nähe.