Hautpflege bei Diabetes

Quelle: iStockphoto - invizbkViele Betroffene wissen nicht, dass die Hautbeschwerden mit ihrer Krankheit zusammenhängen. Doch eine trockene, juckende Haut ist manchmal das erste Zeichen eines beginnenden Diabetes. Der Körper versucht, überschüssigen Zucker über den Urin auszuscheiden, verliert dabei Wasser, und die Haut trocknet aus.

Aufgrund von Nervenschädigungen durch den hohen Blutzucker ist zudem die Aktivität der Talg- und Schweißdrüsen reduziert. Dadurch wird die Haut weniger geschmeidig gehalten. Auch hier kann die Trockenheit einen quälenden Juckreiz auslösen.

Begünstigt werden die Beschwerden durch den hohen Zuckergehalt im Gewebe und durch Durchblutungsstörungen, die eine gute Versorgung der Haut verhindern. Verliert sie ihr Gleichgewicht, können Viren, Bakterien und chemische Substanzen eindringen und Hautkrankheiten oder Allergien begünstigen.

Eine kalte Dusche dämpft den Juckreiz und durchbricht den Kreislauf aus Juckreiz, Kratzen, mehr Juckreiz. Feuchte Umschläge mit Wasser und Gerbstoffen aus der Apotheke beruhigen die Haut. Das Eincremen mit einem Gel, einer After-Sun-Lotion oder einer Kühlsalbe lindert ebenfalls den Juckreiz.

Wenn die Haut zusätzlich entzündet ist oder Quaddeln auftreten, sollte der Hautarzt aufgesucht werden. Er kann entscheiden, ob wirkstoffhaltige Cremes eingesetzt werden. Dazu zählen unter anderem auch Präparate mit Cortison.

Schutz vor dem Austrocknen

Bei Diabetes ist das wichtigste Ziel, die Haut vor dem Austrocknen zu bewahren und sie sanft zu pflegen. Reichhaltige und fettende Cremes legen sich wie ein Fettfilm auf die Haut. Dieser Fettfilm verstopft die Poren und beeinträchtigt damit die natürlichen Atmungs- und Sauerstoffwechselfunktionen. Besser geeignet sind feuchtigkeitsspendende Cremes oder Lotionen mit Inhaltsstoffen aus hautverwandten Lipidkomplexen aus der Apotheke. Inhaltsstoffe, die auch in der eigenen Hautbarriere vorhanden sind, können die nötige Balance bringen.

In der Regel werden diese Präparate gut vertragen. In vielen Produkten, die speziell für die Diabetikerhaut entwickelt wurden, ist Harnstoff enthalten. Er ist bekannt dafür, in hohem Maße Feuchtigkeit zu binden und damit auch Juckreiz zu lindern.

Für den Diabetiker gilt Duschen statt Baden. Warmes Badewasser mit seifenhaltigen Badezusätzen laugt die Haut aus und weicht sie auf. Sie verliert dabei hautschützende Lipide und Feuchtigkeit. Ein mildes Duschgel, idealerweise mit rückfettenden Lipidzusätzen und hautschonenden Tensiden, ist zu empfehlen.

Sanft, aber gründlich abtrocknen ist wichtig. Vor allem dort, wo Haut an Haut liegt, also in den Zehenzwischenräumen, unter den Brüsten und in den Ellenbeugen. Wärme und Feuchtigkeit bieten sonst Keimen ideale Nistplätze.

Diabetiker sollten ihre Haut vor Wettereinflüssen schützen. So ist ein ausreichender Sonnenschutz bei Sonneneinstrahlung wichtig. Am besten ist aber für Diabetiker immer noch, sich nicht der direkten Sonnenstrahlung auszusetzen. Im Winter wird die Haut vor Wind und Kälte durch warme, atmungsaktive Kleidung geschützt. Auch die Füße sind warm einzupacken. Gut sind im Winter Cremes mit einem erhöhten Fettanteil, die gleichzeitig Feuchthaltefaktoren wie Hyaluronsäure enthalten.

Auf die Füße achten

Da die Haut des Diabetikers anfälliger für Infektionen ist und die geschädigten Nerven das Schmerzempfinden beeinträchtigen, bleiben Verletzungen an den Füßen häufig lange unbemerkt. Es können schlecht heilende Wunden entstehen, die sich entzünden und in die Tiefe des Gewebes ausbreiten, meist begünstigt durch die gleichzeitig bestehenden Durchblutungsstörungen.

Das diabetische Fußsyndrom ist eine der Hauptursachen von Amputationen in Deutschland. Auch kleine Verletzungen oder Wunden sollten daher unbedingt von einem Arzt begutachtet werden.

Auch wer nicht mit Verletzungen zu tun hat, sollte seine Füße besonders pflegen. Aus einer dicken Hornhautschicht können Hühneraugen entstehen, die bei Diabetikern problematische Geschwüre hervorrufen können. Pflegeprodukte mit Harnstoff halten die Hornhaut geschmeidig und reduzieren sie langsam. Bei hartnäckiger Hornhaut hilft auch das Abrubbeln mit einem Bimsstein nach einem warmen Fußbad. Das Bad sollte nicht länger als fünf Minuten dauern und keine parfümierten oder desodorierenden Zusätze enthalten. Auch zu heiß darf das Fußbad nicht sein, da man Verbrennungen riskiert, vor allem wenn die Nerven durch den Diabetes geschädigt sind und Hitze oder Kälte nicht mehr richtig empfunden wird.

Um Verletzungen zu vermeiden, sollten Diabetiker ihre Fußnägel nicht mit einer Nagelschere schneiden, sondern sie ein- bis zweimal in der Woche mit einer Nagelfeile kürzen. Auch Hühneraugenpflaster, ätzende Tinkturen und Salben sind für den Diabetiker tabu. Bei Zweifeln ist eine professionelle Fußpflege angeraten.

Empfehlenswert sind Schrundensalben für die Fersen, für den Rest der Füße ein Cremeschaum, der rasch einzieht, aber nicht fettet. Nicht nur Schweißfüße freuen sich über Fußcremes mit ätherischen Ölen wie Rosmarin oder Latschenkiefer und leicht kühlendem Effekt.

Da Menschen mit Diabetes anfälliger für Fuß- und Nagelpilz sind, sollten sie in Schwimmbädern, Saunen und in anderen Einrichtungen, in denen viele Menschen barfuß unterwegs sind, immer Badeschuhe tragen. Wer bereits Nervenschädigungen an den Füßen besitzt, sollte auf Barfußlaufen allgemein verzichten.