Heilpflanzen bei Erkältung

Lavendel und Süßholzwurzel

Lavendelblüten enthalten 2.000 Bestandteile, darunter ätherische Öle mit Linalylazetat und Linalool, dazu Kampfer und Cineol. In Kleinstmengen bekämpft Lavendelöl verschiedene Pilze.

Es wirkt antibakteriell und ist beispielsweise in Gurgellösungen enthalten. Zudem kann es verkrampfte Bronchien beruhigen und Schleim lösen.

Rezept für einen Lavendeltee: Eine Tasse abgekochtes Wasser leicht abkühlen lassen, über 2 TL Lavendelblüten gießen und zehn Minuten ziehen lassen. Morgens und abends trinken.

Rezept für Mundwasser: Zwei Tropfen Lavendel- und einen Tropfen Nelkenöl in einem Glas mit warmem Wasser auflösen und kräftig damit gurgeln.

Guter Rat: Bei Rachen- und Halsinfekten, vor allem nach einer Antibiotikatherapie, sind oft Bakterien und Pilze beteiligt. Mundspülungen mit verdünntem Lavendelöl sollen die Erreger ausbremsen.

Süßholzwurzel enthält den Pflanzenstoff Glyzyrrhizin, der 50 Mal so süß wie Zucker ist, sowie u.a. Flavonoide und Isoflavone. Glyzyrrhizin wirkt entzündungshemmend und schleimlösend.

Rezept für einen Aufguss: 1 bis 1,5 g klein geschnittene Süßholzwurzel in 150 ml kaltem Wasser kurz aufkochen, nach zehn bis 15 Minuten abseihen und drei Mal am Tag eine Tasse trinken.

Guter Rat: Wer an Bluthochdruck, Leber- und Gallenerkrankungen oder Niereninsuffizienz leidet, sollte das blutdrucksteigernde Süßholz meiden.

Kurkumin und Holunderblüten

Die auch als Gelbwurz bekannte Wurzel der Ingwerpflanze Curcuma longa enthält ca. drei Prozent Kurkumin, bis zu fünf Prozent ätherische Öle, die Terpene Cineol und Borneol, sowie Kaffee- und Ferulasäure.

Die ätherischen Öle und Kurkumin wirken stark antibakteriell und entzündungshemmend, lösen zähen Schleim bei Bronchitis und Sinusitis, die Farbstoffe hemmen Viren.

Anwendung als Hustensaft: 1 g Kurkumapulver und eine Messerspitze schwarzen Pfeffer mit erwärmtem Ghee (geklärter Butter) mischen und zwei bis drei Mal am Tag einnehmen.

Guter Rat: Der Biostoff Piperin im schwarzen Pfeffer soll die Kurkuminaufnahme um rund 2.000 Prozent erhöhen.

Holunderblüten liefern Flavonoide, ätherisches Öl, Zimtsäureverbindungen und Schleimstoffe; die Beeren punkten durch Vitamin C, Fruchtsäuren und zellschützende Pflanzenfarbstoffe.

Beeren und Blüten sind bewährte Anti-Grippe-Helfer. Studien zeigten, dass Pflanzenextrakte gegen verschiedene Stämme von Grippeviren wirken und die Krankheitsdauer von sechs auf rund zwei Tage verkürzen. Zudem wirkt Holunder schweißtreibend und schleimlösend.

Anwendung als Holunderblütentee: Holunderblüten (2 TL pro Tasse) mit kochendem Wasser übergießen und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Zwei Mal täglich heiß trinken.

Guter Rat: Getrocknete Holunderblüten sollten luftdicht verpackt und dunkel gelagert werden. Für den Tee werden nur die weißen Dolden verarbeitet, Blätter und Stängel sind schwach giftig.

Weidenrinde und Oregano

In der Weidenrinde stecken bis zu elf Prozent Salizylate, darunter Salizin und Salicortin, zudem noch Flavonoide, Gerbstoffe und Kaffeesäureverbindungen.

Weidenrinde wirkt nachweisbar fiebersenkend, entzündungs- und schmerzhemmend, hilft bei Kopf-, Rücken- und Rheumaschmerzen. Zudem wirken die Pflanzenstoffe keimhemmend, deshalb werden sie oft Kosmetika und Haarshampoos beigefügt.

Anwendung als Erkältungstee: 1 TL Weidenrinde mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, nach 20 Minuten abseihen und mehrmals am Tag je eine Tasse trinken.

Das Würzkraut Oregano enthält keimhemmende ätherische Öle wie Thymol und Carvacrol, Rosmarinsäure, Vitamin C sowie Gerb- und Bitterstoffe. Oreganoöl kann das Wachstum von Bakterien und Pilzen im Rachen hemmen.

Carvacrol wirkt krampflösend, schmerzstillend und fördert den Abbau von Histamin. In einem Vergleich der Wirkung ätherische Öle gegen verschiedene Erreger zeigte Oreganoöl die höchste Wirksamkeit gegenüber Hefepilzen. Es zerstörte spezielle Bakterien ebenso zuverlässig wie Antibiotika.

Anwendung als Gurgellösung: Zwei Tropfen Oreganoöl in ein Glas geben, morgens und abends damit gurgeln.

Guter Rat: Oreganoöl sollte wegen möglicher Schleimhautreizung nie pur, sondern mit Pflanzenöl eingenommen werden. Desinfizierender Knoblauch

In Knoblauch sind schwefelhaltige Verbindungen enthalten, Allicin, Vitamine, Mineralien, Cholin, Adenosin sowie Lysozym. Letzteres zerlegt die Zellwände bestimmter Bakterien; Allicin hindert Pilze wie Candida-Arten sowie Grippe- und Erkältungsviren an der Vermehrung.

Knoblauchesser sind laut Statistik seltener erkältet. Das gilt auch für die Einnahme von Tabletten. Knoblauch verbessert die Durchblutung und schützt die Innenwände der Blutgefäße.

Als Heilschnaps: Zehen fein hacken, 1/4 davon in eine Glasflasche füllen und mit klarem Schnaps aufgießen. Verschlossen vier Wochen hell lagern. Zwei Mal am Tag 1 EL einnehmen. Es werden Speiseröhre und Rachen desinfiziert.

Guter Rat: Biostoffe wie Allicin und Ajoen werden erst beim Zerkleinern der Zehen frei.