Psoriasis: Hautkrankheit mit vielen Gesichtern

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Psoriasis vulgaris ist der medizinische Fachausdruck für eine der häufigsten Hauterkrankungen bei Erwachsenen, auch bekannt als Schuppenflechte. Typisch sind die geröteten Hautpartien mit silbrig-weißen Schuppen, die vor allem am Kopf, an Ellenbogen, Händen oder Füßen auftreten.

Rund zwei Millionen Menschen leiden in Deutschland an Psoriasis, weltweit sind über 125 Millionen Menschen betroffen. Psoriasis tritt bei Frauen und Männern fast gleich häufig auf.

Erwachsene sind jedoch deutlich häufiger betroffen als Kinder – in über 50 Prozent der Fälle beginnt die Psoriasis im Alter zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr. Außerdem gibt es viele Menschen, die zum ersten Mal zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr eine Psoriasis entwickeln.

Bei der Psoriasis erneuert sich die Haut deutlich schneller als normal: Dauert dies bei gesunden Menschen etwa einen Monat, geschieht dies bei Menschen mit Psoriasis innerhalb weniger Tage.

Die Zellen der obersten Hautschicht bilden eine glänzende, silbrig-weiße Schuppenschicht, betroffene Hautareale sind stark durchblutet und gerötet. Auch kleine punktförmige Blutungen sind häufig zu sehen. Insgesamt ist die Haut trocken, häufig bilden sich schmerzhafte Risse oder Blasen. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen zeigen auch die Nägel Symptome einer Psoriasis.

Die chronisch verlaufende, entzündliche Hautkrankheit ist nicht ansteckend! Vielfach hat die Erkrankung jedoch schwerwiegende Folgen:

  • Nach Erkrankungsbeginn verläuft die Schuppenflechte meist in Schüben. Es können immer wieder leichte bis sehr schwere Schübe auftreten.
  • Da die Krankheit mit der Haut das größte und zugleich sichtbarste Organ des Menschen betrifft, leiden die Betroffenen nicht nur an den körperlichen Beschwerden, sondern auch an psychischen Belastungen.
  • Aufgrund der sichtbaren Krankheitszeichen werden sie von ihrem Umfeld ausgegrenzt, oft leiden sie unter Depression und sind in ihrer privaten sowie beruflichen Lebensführung stark beeinträchtigt.
  • Bei jedem Dritten entzünden sich neben der Haut zusätzlich die Gelenke (Psoriasis Arthritis), auch die Nägel sind häufig betroffen. Außerdem steigt das Risiko für Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Nicht heil-, aber behandelbar

Die auslösenden Ursachen der Psoriasis sind bisher nur zum Teil erforscht. Es gilt als gesichert, dass die Anlage vererbt wird, nicht jedoch die jeweilige Ausprägung. Es müssen jedoch weitere Faktoren hinzukommen, damit die Krankheit ausbricht. Zu diesen Faktoren zählen beispielsweise Verletzungen, Infektionskrankheiten, hormonelle Änderungen, Stoffwechselstörungen, aber auch umweltbedingte Einflüsse oder psychische Belastungen.

Häufig geht mit den schuppenden Hautpartien auch ein starker Juckreiz einher, von dem die Psoriasis ihren Namen hat. Dieser leitet sich vom griechischen „psao“ ab, was „ich kratze“ bedeutet. Kratzen verspricht jedoch bei der nicht ansteckenden Hauterkrankung keine Abhilfe. Im Gegenteil: Die ohnehin sehr trockene Haut reißt dadurch leichter ein, was zu weiteren Schmerzen führen kann.

Wichtigstes Ziel der Therapie ist die effektive Besserung des Hautbildes, und dies vorrangig an den im Alltag sichtbaren Bereichen wie Gesicht, Hände und Kopfhaut. Die Therapie umfasst neben einer Behandlung mit Salben oder Tabletten auch eine rückfettende Hautpflege.

Die meisten äußerlich wirkenden Mittel werden als Cremes, Salben oder Lotionen aufgetragen. Darüber hinaus gibt es auch Badezusätze und Shampoos speziell für Psoriatiker. Bäder und Salbenverbände mit Salicylsäure, Harnstoff oder Milchsäure können dabei helfen, die Schuppen abzulösen.

Ergänzend zur speziellen Hautpflege sollte auch eine gute Basis-Hautpflege genutzt werden – als Vorbeugung beispielsweise in beschwerdefreien Zeiten. Allerdings gibt es für die Behandlung der Schuppenflechte kein Patentrezept.

Der Betroffene muss gemeinsam mit dem Arzt herausfinden, welche Behandlung im individuellen Krankheitsbild am besten geeignet erscheint. Hilfreich können beispielsweise auch Sonnenbäder oder die Bestrahlung mit künstlichem UV-Licht sein. Auch Meersalzbäder bringen der Haut Entlastung.

Allerdings leiden Psoriatiker häufig nicht nur unter den Symptomen ihrer Krankheit oder den Nebenwirkungen der Medikamente, sondern sehr stark auch unter einer Stigmatisierung – die Psyche leidet. Obwohl die Erkrankung definitiv nicht ansteckend ist, befürchten Betroffene, wie Aussätzige behandelt zu werden.

Nach Expertenmeinung sind Psychoanalyse, Verhaltenstherapie oder Entspannungsmethoden hilfreich, um seelisch ausgeglichener zu werden – und können damit auch dazu beitragen, seelischen Stress als Ursache von Hautveränderungen auszuschalten.

Vollständig heilbar ist die Psoriasis zwar nicht, aber ein gesunder Lebenswandel mit ausgewogener Ernährung, wenig Alkoholkonsum und dem Verzicht aufs Rauchen kann ebenfalls dabei helfen, neue Schübe der Hautkrankheit zu vermeiden.