Rosacea: unschön und nicht ungefährlich

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Die Krankheit hat einen hübschen Namen - aber sie ist alles andere als hübsch: Die roten Hautveränderungen im Gesicht sehen aus wie eine Mischung aus Akne und den Folgen von Alkoholmissbrauch. Dabei sind sie keines von beiden.

Rosacea, auch Couperose oder Kupferrose genannt, ist eine entzündliche Erkrankung der Gesichtshaut. Hellhäutige, sommersprossige Menschen sind besonders gefährdet, weshalb man Rosacea auch als "Fluch der Kelten" bezeichnet. Männer sind nicht so häufig betroffen wie Frauen, dafür ist bei ihnen der Verlauf oft schwerer. Rosacea befällt meist Erwachsene zwischen 35 und 50 Jahren. Doch schon vor dem 20. Lebensjahr können sich erste Anzeichen zeigen.

Dies sind länger andauernde, aber nach einiger Zeit doch wieder verschwindende Rötungen des Gesichts durch Einflüsse wie scharfe Speisen, Alkohol, Stress oder UV-Licht. Sie werden als Rosacea-Diathese bezeichnet.

Die Erkrankung selbst wird in drei Stadien unterteilt:

  • 1. Stadium (Rosacea erythematosa): Die Rötungen bleiben. Dauerhaft erweiterte Äderchen in Form von kurzen roten Linien auf der Gesichtshaut. Die Haut ist empfindlich, juckt oder brennt nach der Anwendung von Kosmetika.
  • 2. Stadium (Rosacea papulopustulosa): Pusteln, die zum Teil eitrig sind und Erbsengröße erreichen können. Im Gegensatz zur Akne jedoch keine Mitesser.
  • 3. Stadium (granulär-hyperplastische Rosacea): Die Haut verdickt sich, Talgdrüsen vergrößern sich. Die Wucherungen (medizinisch: Phyme) können das Gesicht deutlich verändern. Bei Männern entsteht oft die gefürchtete "Knollennase" (Rhinophym).

Ursachen, Vorurteile und Fakten

Die Ursachen sind immer noch nicht geklärt. In der Fachwelt werden verschiedene Theorien diskutiert. Dazu gehören z.B.:

  • Erbliche Veranlagung (keltischer Typ, schwaches Bindegewebe), aber es gibt auch Rosacea-Patienten, deren Eltern nicht betroffen waren.
  • Hormonelle Veränderungen, z.B. vor bzw. während der Menstruation oder während der Schwangerschaft.
  • Innere Erkrankungen, z.B. Magen-Darm-Störungen oder Bluthochdruck (als besondere Belastung der Gefäße).
  • Infektionskrankheiten, z.B. ein Befall des Magens mit Helicobacter pylori.
  • Reaktion des Immunsystems auf einen Befall mit der Haarbalg-Milbe Dermodex follicularum.

Oftmals müssen sich Rosacea-Patienten gegen Vorurteile behaupten. Eines davon: Die Rötungen und Schwellungen im Gesicht kämen von zu viel Alkohol. So werden viele Betroffene zu Unrecht abgestempelt. Doch das ist falsch: Alkohol kann durch seine gefäßerweiternde Wirkung zwar das Krankheitsbild einer bestehenden Rosacea verschlechtern, ist aber nicht der Auslöser. Die "Knollennase" ist keine Säufernase!

Ein weiteres Vorurteil: Rosacea ist ansteckend. Doch es besteht definitiv keine Ansteckungsgefahr - und damit keinen Grund für die Mitmenschen, Rosacea-Patienten zu meiden.

Die Behandlung

Da die Ursache nicht eindeutig feststeht, kann Rosacea leider nicht geheilt werden. Doch durch eine möglichst früh einsetzende Behandlung kann man das Fortschreiten aufhalten und bereits entstandene Schäden rückgängig machen.

Wichtig ist, dass die Betroffenen möglichst bald zum Arzt gehen. Die Behandlung teilt sich in mehrere Elemente:

  • Reizungen meiden: Stress, scharf Gewürztes, Heißes, Alkohol und Koffein sind typische Auslöser für einen Rosacea-Schub. Manchmal hilft ein Tagebuch, individuelle Risikofaktoren zu erkennen.
  • Lokale Therapie (Auftragen auf die Haut): Hier werden meist antibiotische oder Anti-Akne-Wirkstoffe eingesetzt, weil sie entzündungshemmend wirken.
  • Systemische Therapie (Einnehmen; in fortgeschrittenem Stadium): Antibiotika.
  • Operative Methoden: Laserbehandlungen können erweiterte Äderchen veröden, die "Knollennase" ist ebenfalls operativ behandelbar.

Achtung: Rosacea kann - auch schon in einem frühen Stadium - auf das Auge übergreifen und dieses bis zur Blindheit schädigen. Deshalb sollten Rosacea-Patienten vorsichtshalber auch den Augenarzt aufsuchen und ihn auf ihre Erkrankung hinweisen. Auf jeden Fall sollte man zum Augenarzt gehen, wenn Augentrockenheit, Fremdkörpergefühl, Brennen und Schmerzen auftreten!

Tipps für Betroffene

Die Behandlung von Rosacea kann etwas Geduld erfordern. Wenn die verordneten Mittel nicht anschlagen, sollte man nicht auf eigene Faust herumexperimentieren, sondern den Arzt erneut konsultieren. Neben der Behandlung durch den Arzt können die Betroffenen auch selbst einiges dazu beitragen, dass die Erkrankung nicht weiter fortschreitet. Das betrifft vor allem die tägliche Hautpflege.

  • Dafür sollte man möglichst schonende Produkte (pH-neutral, frei von reizenden Inhaltsstoffen) verwenden. Pflegeserien für die besonderen Anforderungen von Rosacea-Haut sind in der Apotheke erhältlich.
  • Reizungen der Haut durch zu viel Kälte oder Hitze, durch scharfe Kosmetika (z.B. Peeling) oder kräftiges Abrubbeln mit dem Handtuch sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Ein ständiger UV-Schutz ist sehr empfehlenswert.
  • Rötungen können durch spezielle Make-ups mit leichten Grüntönen kaschiert werden (sogenannte Camouflage). Auch diese Produkte gibt es in der Apotheke. Sie verhelfen vielen Betroffenen zu neuem Selbstbewusstsein.

Eventuell auftretende Pickel sollten nicht selbst ausgedrückt werden, weil sonst Entzündungen entstehen können, die Narben hinterlassen. Empfehlenswert ist eine regelmäßige Behandlung durch eine medizinisch orientierte Kosmetikerin.