Wirkungsvolles Haarewaschen

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Haare waschen als Thema? Klingt eigentlich absurd: Viele Menschen tun es tagtäglich und haben offenbar keine Probleme damit. Andererseits ist es derzeit angesagt, komplett auf das Haarshampoo zu verzichten – eben weil so viele beim Haarewaschen Fehler machen.

Ein Ende mit der Rosskur

Das menschliche Haar verhält sich chemisch so ähnlich wie Wolle und Seide. Während jedoch der teure Cashmere-Pullover eine Spezialbehandlung mit Schonwaschgang und Extrapflegemittel bekommt, leiden die Haare beim täglichen Styling vielfach wie bei einer wahren Rosskur.

Daher sollte man die folgenden Ratschläge unbedingt beachten, damit das Haar nicht zu stark geschädigt wird:

  • Temperaturen von 32 bis 35 Grad Celsius reichen sowohl beim Waschen als auch beim Fönen aus.
  • Shampoos nur sparsam dosieren. Die Schaummenge sagt nichts über die Reinigungskraft aus.
    Als Faustregel gilt: ein Milliliter (bohnengroßer Klecks) bei kurzem Haar, die doppelte bis dreifache Menge bei mittellangem und die drei- bis vierfache Menge bei langem Haar.
  • Das Shampoo immer gründlich auswaschen.
  • Die nassen Strähnen in Wuchsrichtung streichen und trockentupfen.
  • Keine scharfkantigen Kämme, Bürsten, Klammern oder Haargummis verwenden.

Wichtig ist außerdem, dass das Haar wirklich klatschnass ist, bevor es mit dem Shampoo in Verbindung gebracht wird. Erst dann lässt sich dieses gut verteilen. Kritisch sehen Experten daher die Angewohnheit, sich die Haare im Waschbecken zu waschen.

Außerdem muss auch das Shampoo so lange ausgespült werden, bis die Haare wieder quietschen. Rückstände beschweren nicht nur die Haare, sondern können auch dazu führen, dass die Kopfhaut juckt.

Auch wenn das neue Shampoo der Marke XY ganz toll aussieht und die Werbung so einiges verspricht, sollte man seinem bewährten Produkt treu bleiben. Je nach Shampoo kann sich beispielsweise der pH-Wert auf der Kopfhaut komplett verändern – und damit besteht die Gefahr, dass die Haut aufquillt oder Haut und Haare austrocknen.

Hilfreich ist es auch, Shampoo und Spülung der gleichen Marke zu nutzen, da deren pH-Werte aufeinander abgestimmt sind.

Die Basis schöner Haare ist die Kopfhaut

Gerade auf der Kopfhaut sammeln sich Staub und Schmutz. In Verbindung mit dem Talgdrüsensekret entsteht ein idealer Nährboden für Bakterien und Pilze.

Die wichtigste Aufgabe der Kopfhaut ist der Schutz gegenüber der Umwelt. Wie die restlichen Hautpartien auch hat die Kopfhaut einen schwach sauren pH-Wert, der als Barriere gegen Krankheitskeime sowie als Schutz gegen Austrocknung dient.

Sind die Talgdrüsen der Kopfhaut überaktiv, zeigt sich schon kurz nach der Haarwäsche fettiges Haar: Vom Ansatz her kleben die Haare zusammen, sie wirken strähnig und nicht gerade gepflegt.

Die Haarfettung wird vom direkten Kontakt der Haarfasern untereinander vorangetrieben. Wer dann noch häufig kämmt und bürstet, verschlimmert die Situation.

Wichtig für die Pflege von fettendem Haar ist, dass die Haare gestützt und geschützt, nicht aber beschwert werden dürfen. Entsprechende Shampoos legen einen hauchdünnen Schutzfilm um das Haar und geben ihm dadurch mehr Volumen.

Das Gleiten der Haare aneinander wird verhindert. Extrakte aus Meerestang, Thymian, Malve und Hirse kommen ebenso zum Einsatz wie Auszüge aus der Ringelblume, des Niembaumes, der Brennnessel, Birkenrinde und Klettenwurzel.

Wer feine, empfindliche Haare stärken will, der braucht milde, hautverträgliche Produkte, die Volumen geben. So haben Malvenextrakte einen hohen Gehalt an Schleimstoffen, die das Haar sanft reinigen, reizmildernd wirken und gleichzeitig schützen.

Hirse stärkt mit seinen Anteilen an Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen das Haar und sorgt für natürliche Spannkraft.

Das Shampoo – ein High-Tech-Produkt

Bis zur Einführung des ersten alkalifreien Shampoos im Jahre 1933 wurde fast ausschließlich Seife zur Reinigung der Haare verwendet. Seitdem hat sich das einfache Haarshampoo zu einem High-Tech-Produkt entwickelt, in dessen Flasche zehn bis zwanzig oder noch mehr Rezepturbestandteile miteinander kombiniert sein können.

Wichtig bei Haarwaschmitteln ist eine ausreichende Reinigungskraft bei gleichzeitig nicht zu starker Entfettung. Das Shampoo sollte über Schaumvermögen, gute Haut- und Schleimhautverträglichkeit, Konditioniereffekte und biologische Abbaubarkeit verfügen.

Diese Stoffe sind enthalten:

  • Hilfsstoffe regulieren die Reinigungskraft des Shampoos, dienen der Produktstabilisierung und sorgen für einen guten Duft.
  • Die Pflegestoffe sollten sich am Haarproblem orientieren. So wird dem Shampoo Conditioner beigemengt, um den verlorenen Glanz der Haare wieder herzustellen. Polymere oder Seidenproteine zeigen hier gute Wirkungen. Zusätze von Wein-, Milch- oder Zitronensäure begünstigen den schwach sauren pH-Wert der Kopfhaut.
  • Die entscheidende Komponente für die Reinigungskraft des Shampoos sind Tenside. Sie senken die Oberflächenspannung zwischen Schmutzpartikeln und Wasser und verhindern eine erneute Anlagerung des Schmutzes am Haar. Abhängig vom individuellen Haartyp werden verschiedene Basis- und Cotenside miteinander kombiniert. Cotenside verbessern die Verträglichkeit und Milde sowie die physikalischen Eigenschaften der Basistenside.
  • Gegen spezielle Haar- und Kopfhautprobleme werden Wirkstoffe, wie z.B. schuppenlösende, antimikrobielle und zellteilungshemmende Stoffe, in das Shampoo gemischt. Schuppen lösen sich beispielsweise durch zwei- bis dreiprozentigen Salicylsäurezusatz.